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"Dynamo wird niemand mehr einholen"

Ingolstadts Trainer Tomas Oral legt sich nach dem Dresdner 4:0-Sieg gegen sein Team in der Aufstiegsfrage bereits fest - die Analyse und Stimmen zum Spitzenspiel.

Pascal Sohm wird von Ingolstadts Torwart Fabijan Buntic weggeräumt, verletzt sich dabei an der Hüfte. Einen Elfmeter gibt es dafür aber nicht.
Pascal Sohm wird von Ingolstadts Torwart Fabijan Buntic weggeräumt, verletzt sich dabei an der Hüfte. Einen Elfmeter gibt es dafür aber nicht. © dpa/Robert Michael

Dresden. Am Ende ist es eindeutig, vielleicht ein bisschen zu eindeutig. "Es gibt solche Tage im Fußball", sagte Markus Kauczinski und Dynamos Trainer war nicht nur mit dem Ergebnis, dem 4:0 gegen den bis dahin ersten Verfolger FC Ingolstadt, zufrieden. Auch spielerisch lief es, die Defensive stand, die Offensive traf. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Gipfeltreffen der 3. Liga:

Was bedeutet der Sieg fürs Aufstiegsrennen?

Auch wenn Kauchzinski vorher betont hatte, dass der Ausgang des Spitzenspiels noch nicht über den Aufstieg entscheiden wird – mit dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten ist Dynamo dem einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Sieben Punkte sind es nun auf den Relegationsplatz, da Hansa Rostock und Wehen Wiesbaden ihre Partien ebenfalls gewannen. Allerdings haben einige Verfolger ein Spiel weniger absolviert als die Dresdner.

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Trotzdem: Bei noch 13 ausstehenden Partien ist die Ausgangslage mehr als komfortabel. Der Blick auf die Tabelle sei „richtig geil“, sagte Dynamo-Kapitän Sebastian Mai. „Aber man kann sich noch nichts dafür kaufen.“ Ingolstadts Trainer Tomas Oral legte sich dagegen bereits fest: „So, wie sie sich präsentieren, wird Dynamo niemand mehr einholen.“

Ist Dynamo wirklich so überlegen?

Eine Halbzeit lang nicht. Da sind beide Teams vor allem darum bemüht, keine Fehler zu machen und Gegentreffer zu vermeiden. Vor der Pause ist es ein intensiv geführtes taktisches Duell, das sich vor allem zwischen den Strafräumen abspielt. Chancen gibt es auf beiden Seiten kaum. „Lange Zeit haben sich beide Teams neutralisiert“, fand Kauczinski.

Die Mannschaft jubelt mit Luka Stor (3.v.l.) über sein Tor zum 4:0. Es war ein souveräner Sieg, der vielleicht etwas zu hoch ausfällt.
Die Mannschaft jubelt mit Luka Stor (3.v.l.) über sein Tor zum 4:0. Es war ein souveräner Sieg, der vielleicht etwas zu hoch ausfällt. © dpa/Robert Michael

Das ändert sich erst nach dem Elfmeter. „Die Tore kurz vor und nach der Pause brechen dem Gegner natürlich das Genick“, meinte der Trainer. Nach der Pause drängen die Gäste dann auf einen Treffer, erhöhen das Risiko. Dadurch ergeben sich Räume für den Tabellenführer, die er auch zweimal nutzt. Und erneut ist die starke Defensive die Basis für den Erfolg.

Wie fallen die vier Treffer?

Zwei Tore kurz vor der Halbzeit, eins kurz danach - besser kann es kaum laufen. An den ersten beiden sind Ransford-Yeboah Königsdörffer und Heinz Mörschel beteiligt. Zunächst wird Königsdörffer im Strafraum von Tobias Schröck von den Beinen geholt. Eine eindeutige Sache, das sieht auch Schiedsrichter Nicolas Winter so. Mörschel schnappt sich den Ball und ist damit nach Philipp Hosiner und Christoph Daferner bereits Dynamos dritter Elfmeterschütze in dieser Saison.

Auch Mörschel verwandelt sicher zum 1:0 (39.). „Der Elfmeter hat uns in die Karten gespielt“, sagte Stürmer Pascal Sohm. Der Treffer gibt den Dresdnern Sicherheit. Eine schöne Kombination zwischen beiden Mittelfeldspielern vollendet Königsdörffer mit einem platzierten Schuss zum 2:0 (45.). Es ist der schönste der vier Treffer.

Ransford-Yeboah Königsdörffer war der Spieler der ersten Hälfte: Erst holt er den Elfmeter zum 1:0 heraus, das 2:0 macht er wenige Minuten später selbst.
Ransford-Yeboah Königsdörffer war der Spieler der ersten Hälfte: Erst holt er den Elfmeter zum 1:0 heraus, das 2:0 macht er wenige Minuten später selbst. ©  Foto: dpa/Robert Michael

Und so, wie es vor der Pause aufhört, geht es danach weiter. Einen Konter schließt Pascal Sohm ab, wobei Marc Stendera den Schuss final über die Linie bugsiert, es also als Eigentor gewertet werden müsste (59.). In der Nachspielzeit trifft der eingewechselte Luka Stor noch ins verwaiste Tor – es ist sein erster Treffer in der Liga. „Mit unserer Intensität und Spielfreude haben wir dafür gesorgt, dass wir das Spiel nach Hause bringen“, urteilte der Trainer. „Aber das 4:0 ist sicher einen Tick zu hoch.“

Warum gibt es keinen zweiten Elfmeter für Dynamo?

Das verstehen viele nicht, vor allem bei den Dresdnern, die vehement protestieren, als Ingolstadts Torhüter Fabijan Buntic in der 69. Minute Sohm wegräumt, der Schiri statt eines Elfmeters aber nur Eckball gibt. Sohm muss verletzt vom Platz, erklärt danach, dass er sich bei der Aktion die Hüfte verdreht hat. Schlimmeres ist aber wohl nicht passiert.

Wo spielt Kapitän Sebastian Mai bei seiner Rückkehr?

Als Abwehrchef auf der zentralen Position in der Dreier-Abwehrkette. Für ihn muss Leroy Kwadwo, der am Mittwoch beim 1:1 gegen die zweite Vertretung des FC Bayern überzeugt hatte, weichen. „Leroy war ein bisschen müde, gegen München hat man ihm ein wenig Kraftverlust angemerkt“, meinte Kauczinski. Außerdem rücken Sohm für Philipp Hosiner und Königsdörffer für Niklas Kreuzer in die Startelf. Vor allem die Hereinnahme von Königsdörffer zahlt sich aus.

Wie spielt Stefan Kutschke gegen seinen Heimatverein?

Er kann spielen, das stand bis kurz vor dem Anpfiff - zumindest nach Aussage der Ingolstädter - ja nicht fest. Doch der Stürmer fällt kaum auf. Er gewinnt zwar viele Kopfballduelle, aber nicht in der gefährlichen Zone. Dort kommt er in den 68 Minuten, die er auf dem Platz ist, kein einziges Mal zum Abschluss.

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Und als er doch mal schießt, steht Mai im Weg. Da das Spiel längst unterbrochen ist, sieht Kutschke für die Aktion auch noch Gelb. Schuld an der Niederlage ist der gebürtiger Dresdner aber nicht. „Nach dem 0:1 sind bei uns alle Dämme gebrochen. Vielleicht war es ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt“, meinte Oral mit Blick auf den Aufstiegskampf.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

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