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Corona bringt Drittligisten in Bedrängnis

Die Pandemie verschärft die finanzielle Lage in der 3. Fußball-Liga, weil die Vereine mehr als andere von Zuschauern abhängen. Der DFB fordert ein Umdenken.

Auch Dynamo empfängt seine Gäste im leeren Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion zu Geisterspielen.
Auch Dynamo empfängt seine Gäste im leeren Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion zu Geisterspielen. ©  dpa/Robert Michael

Frankfurt am Main. Die finanziell ohnehin häufig schlecht aufgestellten 20 Drittligisten geraten durch Corona noch mehr unter Druck. Der Deutsche Fußball-Bund befürchtet für diese Spielzeit deutliche wirtschaftliche Konsequenzen. "Der Trend ist auf jeden Fall nicht der beste. Wir haben die Sorge, dass wir im nächsten Saisonreport eine Negativentwicklung verzeichnen müssen", sagte Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe, bei einer Videoschalte des DFB am Donnerstag.

Grund dafür sind vor allem die bisher aufgrund der Geisterspiele fehlenden Zuschauereinnahmen, die normalerweise 17 Prozent und damit mehr als in der 1. und 2. Bundesliga ausmachen. Dazu kommen Kosten für Corona-Tests und Hygienemaßnahmen. "Noch nicht angekommen", sagte Hartmann, sei die Konsequenz, dass die 20 Klubs ihre Personalkosten herunterfahren müssten.

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Um den Spielbetrieb weiter zu gewährleisten, soll das Hygienekonzept angepasst werden. Unter anderem gehe es darum, die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern zu verbessern, damit Quarantänefälle reduziert werden können. Bisher gab es coronabedingt 21 Spielausfälle vor dem Start in die Rückrunde. "Wir müssen schauen, dass wir das in den Griff bekommen", sagte Hartmann.

Die 20 Vereine haben in der Saison 2019/2020 durchschnittlich ein Minus von 1,6 Millionen Euro gemacht. Wegen der Pandemie mussten die letzten 110 der 380 Spiele in der vergangenen Saison ohne Publikum ausgetragen werden. Gleichzeitig erhöhten sich die Gesamterträge pro Drittligist auf einen neuen Höchststand. Durchschnittlich waren es 10,8 Millionen Euro. Zwölf von 19 Klubs, den FC Bayern München II nicht mitgezählt, verfügten immerhin über ein positives Eigenkapital. Auch deshalb sieht der DFB das Unterhaus der 1. und 2. Bundesliga auf Wachstumskurs. Doch das wird sich angesichts der Corona-Krise wohl ändern.

1. FC Kaiserslautern und MSV Duisburg in Not

Etwa die Hälfte der Vereine musste in dieser Saison einen Liquiditätsnachweis erbringen, was laut Hartmann aber nicht unüblich ist. Auch wegen der deutlich geringeren Fernseh-Einnahmen im Vergleich zur 2. Liga kämpfen manche Verein schon seit längerem ums Überleben. So hat der ehemalige deutsche Meister 1. FC Kaiserslautern ein Insolvenzverfahren hinter sich, um sich Schulden in Höhe von etwa 20 Millionen Euro zu entledigen. Der MSV Duisburg konnte durch eine Kapitalerhöhung eines Vereinspartners seine dringlichsten Finanzprobleme vorerst beseitigen.

Im vergangenen November hat die Task Force "Wirtschaftliche Stabilität 3. Liga" ihre Arbeit aufgenommen. "Ich glaube, dass Corona noch mal ein bisschen was an die Oberfläche gebracht hat", sagte Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching und Mitglied der Task Force. Er sehe es als "Brennpunkt", dass die Klubs von ihren hohen Personalkosten herunterkommen. "Wir werden gnadenlos auf den Nachwuchs bauen", kündigte er an. 4,24 Millionen Euro gaben die Vereine laut DFB-Angaben 2019/2020 durchschnittlich für Personalkosten aus.

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"Die 3. Liga ist eine super Liga und hat sich als eingleisige Profispielklasse bewährt. Das ist nach zwölf Jahren klar festzuhalten", sagte Tom Eilers als Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, betonte aber auch: "Wirtschaftliche Unvernunft ist aktuell eine noch schlechtere Idee, als sie es sonst ohnehin schon ist." (dpa)

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