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Kauczinski redet über einen Job bei Schalke

Der Dynamo-Trainer ist in Gelskenkirchen geboren, hat bei 04 als Jugendtrainer gearbeitet. Nun wurde er gefragt, ob er sich eine Rückkehr vorstellen könnte.

Von Daniel Klein
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Markus Kauczinski könnte sich vorstellen, später mal ein Café zu eröffnen.
Markus Kauczinski könnte sich vorstellen, später mal ein Café zu eröffnen. © dpa/Robert Michael

Dresden. Es ist ein launiges Interview, dass Markus Kauczinski kurz vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim FSV Zwickau und seinem 51. Geburtstag mit zwei Redakteuren von Magenta Sport führt. Die überraschen den Dynamo-Trainer mit Videogrüßen ehemaliger Spieler wie Simon Zoller, den er einst zum Karlsruher SC geholt hatte und der jetzt für den VfL Bochum stürmt.

Kauczinski ist sichtlich überrascht, hat beste Laune und äußert sich nicht nur zum aktuellen Fußballgeschäft, sondern auch über Zukunftspläne - ob er als Trainer zu Schalke 04 zurückkehren oder noch mal in einem Call-Center arbeiten würde. Die spannendsten Aussagen im Wortlaut:

Über den Druck, aufsteigen zu müssen:

"Wer jetzt Tabellenführer ist, kann nicht sagen, er will Vierter werden. Das nimmt uns niemand ab. Aber es wird ein harter Kampf, weil die ganze Liga eng ist und erst recht an der Spitze. Wir wollen noch eine Serie starten, um uns ein bisschen abzusetzen. Aber wir beschäftigen uns nicht damit, was wir gewinnen oder verlieren könnten - und auch nicht mit dem Ende, sondern mit dem nächsten Spiel. In einer schwachen Minute sagen wir mal: Ja, wir wollen aufsteigen. Aber wir wissen, dass im Februar noch niemand aufgestiegen ist."

Über ein mögliches Jobangebot von Schalke 04:

"Meine ganze Clique von früher, das sind alles Schalke-Fans, die sitzen bei jedem Heimspiel auf der Tribüne. Nun bekomme ich jedes Wochenende frustrierte Nachrichten von ihnen. Als ehemaliger Jugendtrainer von Schalke tut mir das natürlich auch weh, selbst wenn ich nicht mehr jedes Spiel so intensiv verfolge. Man muss sich langsam mit dem Abstieg befassen. Der Glaube schwindet. Ob ich in der 2. Bundesliga Schalke-Trainer werden würde? Ich glaube nicht, dass mich Schalke da sieht. Ich bin da unemotional - und glücklich hier, wo ich bin. Fußball ist schnelllebig, ich habe schon so viel erlebt. Man braucht da keinen Plan und keine Träume. Man muss seinen Job machen, der Rest ergibt sich. Ich habe meine Verträge immer erfüllt, auch in der erfolgreichen Zeit beim Karlsruher SC, als ich sehr umworben war. Damit beschäftige ich mich also nicht."

Über seine Anfänge als Jugendtrainer im Problemviertel:

"Was ich aus meiner Zeit bei Arminia Ückendorf gelernt habe, ist, dass es so etwas wie Problemkinder und Problemfelder nicht gibt. In jedem steckt auch ein guter Kern. Und es lohnt sich immer, darum zu kämpfen, Menschen nicht in Schubladen zu lassen, sondern ihnen auch eine Chance zu geben, da rauszukommen."

Über ein Leben nach dem Fußball:

"Während meines Studiums habe ich mal im Call-Center gearbeitet, um Geld zu verdienen. Neben dem Trainerjob hatte ich also noch einen zweiten, um über die Runden zu kommen. Das war Mittel zum Zweck. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es ein Leben nach dem Fußball gibt, das muss nicht alles sein. Ich bin Diplom-Sportlehrer, könnte also als Lehrer arbeiten, weiß aber nicht, ob ich das wirklich will. Es geht eher so in Richtung kleines Café, wo man nicht so im Dauerstress ist und man selbst der beste Kunde. Aber noch macht mir das als Trainer zu viel Spaß, und es gibt noch zu viel zu erleben. Ich bin auch immer noch hungrig, etwas zu erreichen."

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