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Darum stört Dynamos Trainer die Corona-Pause nicht

Markus Kauczinski verbreitet vor dem Spiel gegen Halle auffallend gute Laune und sieht keine Parallelen zum Vorjahr. Die Diskussion über ihn scheint fast vergessen.

Nur ein Mannschaftstraining blieb Markus Kauczinski als Vorbereitung aufs Spiel gegen den Halleschen FC.
Nur ein Mannschaftstraining blieb Markus Kauczinski als Vorbereitung aufs Spiel gegen den Halleschen FC. © Foto: dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Die gute Laune überrascht. Nach all den Rückschlägen und Negativnachrichten hätte man bei Markus Kauczinksi eine etwas andere Stimmungslage erwartet. Doch von Hadern und Wehklagen ist beim Dynamo-Trainer keine Spur. Selbst die lange Liste von Spielern, die am Samstag gegen den Halleschen FC nicht zur Verfügung stehen, kommentiert er mit Galgenhumor: „Ich habe mal nachgezählt – es ist eine komplette Elf.“

Und die anderen Nackenschläge, die beiden Spielabsagen, die dreitägige Quarantäne und das sich anschließende viertägige Individual- und Kleingruppentraining? Alles halb so schlimm, lautet seine Botschaft. Bei der Pressekonferenz will Kauczinki nicht über Wettbewerbsverzerrung und Konditionsdefizite sprechen, sondern Vorfreude wecken und eine positive Grundstimmung verbreiten. Das, so glaubt er offenbar, ist die erfolgversprechendere Taktik im Saisonendspurt.

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„Das juckt mich alles gar nicht. Ich freue mich, dass wir unsere Mission angehen können“, sagt er. Parallelen zum vergangenen Juni, als seine Mannschaft nach der Saisonunterbrechung fast nahtlos für 14 Tage in Quarantäne musste und schließlich in vielen englischen Wochen vergeblich gegen den Abstieg kämpfte, sieht er keine: „Überhaupt nicht zu vergleichen, komplett anders jetzt.“

Das stimmt, zugleich ist jedoch auch der Versuch offensichtlich, bei den acht Profis, die vergangene Saison dabei waren, ein Déjà-vus zu verhindern. Gerät Dynamo wie vor einem Jahr in solch einen Negativstrudel, würde es diesmal nicht den Klassenerhalt kosten, sondern den Aufstieg. Das ist die Mission. In der kurzen Zwangspause haben die Schwarz-Gelben allerdings die Tabellenspitze eingebüßt, das aber war laut Kauczinski „ja klar“ und „keine große Überraschung. Wir haben jetzt zwei Spiele in der Hinterhand. Ich beklage mich nicht über die Situation.“

Trainerdebatte gerät völlig in den Hintergrund

Die unfreiwillige Unterbrechung tat womöglich tatsächlich gut. Nach der 0:2-Niederlage in Unterhaching vor zwei Wochen kam Unruhe auf – nicht nur wegen der schlechten Leistung der Mannschaft, sondern auch, weil über den Trainer intern diskutiert wurde. Im Internet kursierte sogar eine Falschmeldung, Kauczinski sei entlassen. Dann kamen die beiden Corona-Fällen und der Hickhack, wann die Mannschaft wieder trainieren darf – plötzlich gab es völlig andere Themen. Die anderen rückten erst mal in den Hintergrund.

Die Partie gegen das HFC ist also eine Art Neustart, die Vorbereitung darauf war aber trotz aller Gute-Laune-Beteuerungen eine komplizierte. Lediglich eine Einheit in Mannschaftsstärke konnte Kauczinski in dieser Woche absolvieren. Das reichte nicht, um taktischen Dinge zu trainieren. „Wir greifen jetzt auf Dinge zurück, die wir können“, erklärt er und findet auch das nicht schlimm. „Wir werden fit sein. Mein Gefühl ist, dass wir spielen können.“

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Chris Löwe, der neben ihm auf dem Podium sitzt, sieht das ähnlich. „Wir sind alle schon einige Zeit Fußballer. Da weiß man nach einer Woche Pause noch, wie man Zweikämpfe führt. Das Einzeltraining war teilweise sogar intensiver, weil man sich da nicht verstecken konnte.“ Man kann in allem das Positive entdecken.

Dynamos Ostduell gegen Halle - hier im Liveticker.

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