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Warum darf Dynamo in der Quarantäne trainieren?

Die Spieler drehen seit Montag einzeln ihre Runden. Das Gesundheitsamt verweist auf die Tests. Doch verkürzt werden darf die häusliche Isolation damit eigentlich nicht.

Allein auf dem Platz: Markus Kauczinski kann derzeit die Mannschaft noch nicht zusammen trainieren.
Allein auf dem Platz: Markus Kauczinski kann derzeit die Mannschaft noch nicht zusammen trainieren. © Foto: dpa-Zentralbild Pool/Robert Michael

Es ist ein erster Schritt zurück zur Normalität. Am Montagmittag herrschte wieder Betrieb im Trainingszentrum von Dynamo Dresden, wenn auch kein normaler, sondern ein vorsichtiger. Drei Tage nach der verhängten Mannschaftsquarantäne durften die Spieler individuell ihre Übungen absolvieren. Keine Zweikämpfe, keine Übungsspiele. Alles mit Abstand.

Vorher waren sämtliche Schnelltests negativ ausgefallen, deshalb erlaubte das Gesundheitsamt das Einzeltraining. Am Dienstag wiederholt sich das Prozedere, sollte auch keiner der PCR-Tests positiv sein, könnte ab Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen werden – „sofern das Dresdner Gesundheitsamt die Zustimmung erteilt“, darauf verweist Dynamo in einer Mitteilung ausdrücklich.

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Dennoch stellt sich die Frage, warum die Spieler trotz Quarantäne ihre Häuser oder Wohnungen verlassen und ins vereinseigene Trainingszentrum fahren dürfen. Und warum nicht alle Spieler für 14 Tage in Quarantäne müssen. Dr. Frank Bauer, der Leiter des Gesundheitsamtes, verweist nach einer SZ-Anfrage auf die „regelmäßigen Testungen der Spieler und Betreuer“ und darauf, dass „die betroffenen Personen weiterhin in Quarantäne verbleiben“.

Gemeint sind Ransford-Yeboah Königsdörffer, der vergangene Woche Dienstag als erster Spieler positiv getestet worden war und damit als sogenannter „Quellfall“ gilt, sowie Pascal Sohm. Beim Stürmer wurde am Donnerstag das Virus nachgewiesen. Daraufhin verhängte das Gesundheitsamt die häusliche Isolation für alle Spieler und Betreuer, die in den Tagen zuvor Kontakt mit einen der beiden hatten. So sollten weitere Ansteckungen verhindert werden.

Nun aber wird diese Isolation zumindest für einige Stunden aufgehoben, ab Mittwoch womöglich sogar komplett. Also nicht mal sieben Tage nach Sohms Positiv-Test. Wie geht das? Kai Schulz, Pressesprecher der Stadt Dresden, verweist darauf, dass dies stets im Einzelfall geprüft werde und darauf, dass auch bei anderen Profi-Klubs nach Positivfällen nicht automatisch die komplette Mannschaft für 14 Tage zuhause bleiben muss.

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Knackpunkt ist wohl die Frage, wer von den Mitspielern, Trainern und Betreuern als enge Kontaktpersonen der Infizierten gelten. Die müssten dann laut Corona-Verordnung für 14 Tage in Quarantäne bleiben. Verkürzt werden kann die Frist lediglich, wenn die Betroffenen selbst schon vollständig geimpft sind oder im vergangenen halben Jahr Corona hatten. Beides ist beim Dynamo-Team unwahrscheinlich. Negative PCR-Tests dagegen können die Isolation nicht verkürzen. Eigentlich. Es bleiben also durchaus Fragen offen.

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