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Ex-Dynamo Kutschke: Es zählt nur der Sieg mit Ingolstadt

Vor dem Spitzenspiel am Samstag plaudert der Stürmer über die besondere Brisanz, seine anderthalb Jahre bei den Schwarz-Gelben und über seine Zukunft.

Der Kapitän als Antreiber: Ob Stefan Kutschke am Samstag spielen kann, steht noch nicht fest. Zuletzt hatte er muskuläre Probleme.
Der Kapitän als Antreiber: Ob Stefan Kutschke am Samstag spielen kann, steht noch nicht fest. Zuletzt hatte er muskuläre Probleme. © dpa/Matthias Balk

Ingolstadt/Dresden. Das Datum für das Interview ist bestens gewählt, wenige Tage vor dem Spitzenspiel der 3. Liga. Für Stefan Kutschke ist das Duell am Samstag auch ohne der Tabellenkonstellation ein besonderes, der Stürmer des FC Ingolstadt trifft auf seinen Ex- und Heimatverein Dynamo, für den er 2016/17 anderthalb Jahre als Profi spielte und bei dessen Abschied es auch Misstöne gab.

Über dieses und andere Themen spricht er mit zwei Reportern von Magenta Sport, doch nicht nur er kommt zu Wort. Torhüter Janis Blaswich, mit dem er in Dresden spielte und der inzwischen bei Heracles Almelo in der ersten holländischen Liga hält, wünscht viel Erfolg und beste Gesundheit. Stefan Lehmann, Ex-Capo von Dynamo, empfiehlt seinem Kumpel Kutschke, am Samstag die Füße hochzulegen und lädt ihn nach dem Spiel zum Bier ein.

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Das Gespräch ist unkonventionell. Das passt ganz gut zum 32 Jahre alten Angreifer, der nie einem Nachwuchsleistungszentrum angehörte und trotzdem mit dem SV Babelsberg, RB Leipzig und Dynamo Aufstiege feierte, für den VfL Wolfsburg zwei Tore in der Bundesliga erzielte. "Es hätten ruhig ein bisschen mehr sein können", sagt er rückblickend. "Aber insgesamt bin ich zufrieden, wie es gelaufen ist." Die wichtigsten Passagen des Interviews im Wortlaut:

Zur Ausgangslage der Ingolstädter vor dem Spitzenspiel:

"Es sieht gut aus, die Momentaufnahme ist toll. Aber es sind noch 15 Spiele. Wir müssen nur auf Würzburg in der vergangenen Saison schauen, die das Feld von hinten aufgerollt haben. Es wird bis zum letzten Spieltag an der Spitze ein Hauen und Stechen geben."

Zum verpassten Aufstieg in der Relegation 2020:

"Wir hätten das Hinspiel gegen Nürnberg sogar höher als 0:2 verlieren können, waren da nicht gut. Aber wie wir dann mit der Situation umgegangen sind, das war schon richtig stark. Beim Rückspiel gab es in der 89. Minute beim Stand von 3:0 für uns einen Abstoß für Nürnberg. Torhüter Christian Mathenia standen die Tränen in den Augen, weil er damit rechnete, dass sie absteigen. Dann gab es fünf Minuten Nachspielzeit und in der 96. Minute fiel das 1:3. Das war brutal und es hat sehr, sehr lange gedauert, bis das aus den Köpfen raus war. Wir wurden ja auch überall darauf angesprochen. Mit dem Beginn dieser Saison hat es uns als Mannschaft einen Extraschub gegeben. Uns war etwas genommen worden, was uns gehört - so haben wir es empfunden. Und da ist es wie in einer Familie: Wird der etwas weggenommen, will sie es unbedingt zurück haben. Das heißt aber nicht, dass wir die Schuld nur beim Schiedsrichter gesucht haben, der so lange nachspielen ließ. Die Fehler haben wir gemacht, lange vor der Relegation. Und nun wollen wir es besser machen."

Die Beziehung zu den Dynamo-Fans war schon immer eng. Kutschke ist seit vielen Jahren auch Mitglied der Ultras.
Die Beziehung zu den Dynamo-Fans war schon immer eng. Kutschke ist seit vielen Jahren auch Mitglied der Ultras. © Foto: Robert Michael

Zum Spitzenspiel gegen Dynamo:

"Spitzenspiel, Top-Kracher - ich höre da in den letzten Tagen so viele Superlative. Natürlich ist es das Duell Erster gegen Zweiter. Aber danach wird keiner der beiden Mannschaft aufgestiegen sein und auch keine den Aufstieg verpasst haben. Für mich ist es natürlich etwas besonderes, weil es gegen meinen Heimatverein geht. Meine Familie und mein Freundeskreis halten auf Dynamo, da bekomme ich jetzt einige Nachrichten. Aber wirklich nur von denen, die meine Nummer haben. In den sozialen Medien bin ich nicht mehr aktiv, und auch ganz froh darüber. Doch das alles ist nebensächlich, für mich zählt nur ein Sieg mit dem FC Ingolstadt. Wir wollen den Aufstieg schaffen, das muss unser Anspruchsdenken sein."

Über seine anderthalb Jahre bei Dynamo:

"Meine Mutter war zwar zu Besuch da in den letzten Tagen, aber wir haben noch gar nicht übers Spiel gesprochen. Bei meinem Wechsel von Nürnberg nach Dresden im Januar 2016 wurde sie immer darauf angesprochen - auf der Arbeit, von Freunden. Deshalb hat sie dann zu mir gesagt: "Junge, enttäusch uns nicht." Ich will mich da nicht selber loben, weil ich ja auch erst in der Winterpause gekommen war, aber: Wir sind souverän als Drittliga-Meister aufgestiegen, haben danach Dynamos erfolgreichste Zweitliga-Saison gespielt. Das war auch eine hervorragende Mannschaft damals, wir haben jetzt noch eine WhatsApp-Gruppe, tauschen uns aus."

Über seine Zukunft beim FC Ingolstadt:

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"Bei meinem Wechsel nach Ingolstadt hieß es, dass mein Vertrag bis mindestens 2021 läuft. Das heißt, dass er sich bei einer gewissen Anzahl von Spielen verlängert."

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