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Dürfen Dynamo-Fans am Samstag ins Stadion?

Der Verein hatte ein Modellprojekt angeschoben, damit 10.000 Zuschauer rein können - und das noch in dieser Saison. Was ist daraus geworden?

Ein Fuchs hatte sich am Samstag vor dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln ins Stadion verirrt. Ob er auch gegen Türkgücü München vorbeischauen wird, ist unklar.
Ein Fuchs hatte sich am Samstag vor dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln ins Stadion verirrt. Ob er auch gegen Türkgücü München vorbeischauen wird, ist unklar. © Foto: dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Trotz des Heimsieges, trotz der Patzer der Konkurrenten und trotz des fast schon perfekten Aufstieges war Niklas Kreuzer nicht rundum glücklich am Samstag. Er wolle nicht wissen, was bei einem solchen Spiel hier los gewesen wäre, sagte der Außenverteidiger und meinte ein volles Rudolf-Harbig-Stadion. Oder zumindest ein teilweise gefülltes. Doch auch gegen Viktoria Köln galt, was seit Anfang November gilt: Zuschauer sind ausgeschlossen. Komplett.

Dabei sollten die Stadiontore bei Dynamo eigentlich wieder geöffnet werden. „Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, die letzten beiden Heimspiele in dieser Saison vor Zuschauern austragen zu können“ – so hatte es Geschäftsführer Jürgen Wehlend vor gut einem Monat in einem SZ-Interview formuliert und später beim MDR konkrete Zahlen genannt: „Wir würden mal mit 10.000 ansetzen und das dann sukzessive steigern wollen.“ Hintergrund des Vorstoßes ist ein Modellprojekt, das der Drittligist gemeinsam mit der Landeshauptstadt, Wissenschaftlern von der TU Dresden und IT-Dienstleistern angeschoben hatte. Es soll herausgefunden werden, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr von Zuschauern möglich ist.

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Das vorletzte Heimspiel gegen Köln ist schon vorbei, beim letzten am Samstag gegen Türkgücü München könnte die Mannschaft sogar den Aufstieg perfekt machen. Die Frage ist also umso dringender: Was ist aus dem Projekt geworden? Gibt es eine Chance für Fans auf den Rängen? „Leider nein“, erklärt Wehlend. „Dafür kommen die angekündigten Lockerungen einerseits zu spät, andererseits sprechen auch die aktuell noch sehr unbeständigen Inzidenzwerte dagegen. Deshalb ist eine Zulassung von Zuschauern im Harbig-Stadion in dieser Saison wohl kaum realistisch.“

Apps sollen den Zugang ins Stadion ermöglichen

Das bedeutet, die Fans können im Fall der Fälle am Samstag nicht im Stadion feiern. Und außerhalb verbietet die geltende Corona-Schutzverordnung eine größere Menschenansammlung. Eine verzwickte Situation. Das Projekt hätte die zumindest ein Stück weit auflösen können. Fünf Dynamo-Mitarbeiter verwenden laut Wehlend einen Großteil ihrer Zeit dafür, sie wurden extra aus der Kurzarbeit herausgeholt. Möglich gemacht werden sollen Stadionbesuche durch Apps, die negative Tests anzeigen können sowie die digitale Nachverfolgung von Kontakten ermöglichen. Die Apps könnten auch bei Konzerten, beim Einkaufen oder dem Restaurantbesuch eingesetzt werden. So die Idee.

Eingestellt wird das Projekt nicht, betont Wehlend, auch wenn das erste Etappenziel verfehlt wurde. „Es bleibt wichtig, daran festzuhalten und alles für den Tag X vorzubereiten. Das sind wir unseren Fans und Mitgliedern schuldig.“ Wann dieser Tag X kommt, sei „nicht gesichert vorhersehbar“, betont der 55-jährige Dresdner, der im Januar vom VfL Osnabrück zu Dynamo gewechselt war. „Wir möchten uns nicht an etwaigen Spekulationen beteiligen, dies nährt am Ende nur die Enttäuschung, wenn es dann doch nicht klappt.“

Die Hoffnung, dass es schneller gehen könnte, hatte wohl auch der Vorstoß von Liga-Konkurrent Hansa Rostock geweckt. Beim Heimspiel gegen den Halleschen FC kamen Ende März mit einer App 702 Zuschauer ins Ostseestadion. Es blieb jedoch eine einmalige Ausnahme. Die Bundes-Notbremse verbietet größere Aktivitäten bei einem Inzidenzwert über 100, in Dresden lag er am Montag bei 122,3.

Nach der Sommerpause, in der eine EM ausgetragen wird, bei der Fans in Größenordnungen wieder in die Stadien kommen sollen, könnte es ganz anders aussehen. Aber wird es dann bereits eine Komplettfreigabe geben? „Wir müssen zumindest darauf vorbereitet sein, dass es für die Wiederzulassung von Zuschauern gewisse Stufenpläne geben könnte“, betont Wehlend, „also Einschränkungen, bei deren Umsetzung die Planung für das Modellprojekt genutzt werden könnten.“

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Bis dahin müssen sich nicht nur die Fans gedulden, sondern auch Verteidiger Kreuzer. Der wünscht sich, dass „hier mal wieder die Hölle los ist. Und das so schnell wie möglich.“

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