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Augsburg verpasst Sprung auf Platz eins

Erstmals hätte der FC Augsburg an die Tabellenspitze der 1. Liga klettern können. Aber ein Remis in Wolfsburg reicht nicht. Dafür bleibt Leipzig ganz vorn.

Augsburgs Andre Hahn (l) spielt gegen Wolfsburgs Xaver Schlager.
Augsburgs Andre Hahn (l) spielt gegen Wolfsburgs Xaver Schlager. © Swen Pförtner/dpa

Von Sebastian Stiekel

Wolfsburg. Der FC Augsburg hat die große Chance verpasst, zum ersten Mal in seiner Geschichte die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga zu übernehmen. Beim VfL Wolfsburg spielte das so gut in die neue Saison gestartete Überraschungsteam am Sonntag nur 0:0. Trotz mehrerer guter Möglichkeiten für beide Teams blieb es am Ende vor 4632 Zuschauern dabei: Augsburg ist neben Union Berlin der einzige aktuelle Bundesligist, der noch nie nach einem kompletten Spieltag auf Platz eins stand. Und der VfL bemühte sich zwar mit viel Elan, aber erneut vergeblich darum, seinen ersten Heimsieg in der Liga seit dem 23. Februar zu schaffen.

Bei beiden Clubs war die Vorbereitung auf dieses Spiel erheblich beeinträchtigt worden. Augsburgs Trainer Heiko Herrlich war zwei Tage zuvor mit einem Pneumothorax ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bei diesem Krankheitsbild sammelt sich Luft in dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Ich hoffe, dass er schnell wieder bei uns ist", sagte sein Assistent Iraklis Metaxas bei Sky, der ihn am Sonntag als Chefcoach vertrat.

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Beim VfL fehlte nicht nur der Schweizer Nationalspieler Renato Steffen nach einem positiven Corona-Test. Die Mannschaft musste auch noch in nur kurzer Zeit ihr bitteres Scheitern in der Europa-League-Qualifikation verdauen, das sie am Donnerstagabend bei AEK Athen erst in der letzten Minute er Nachspielzeit ereilte.

Gemessen daran entwickelte sich ein sehr engagiertes und intensives Spiel mit vielen Chancen. Vor allem den Wolfsburgern waren die enormen Belastungen für Körper und Geist kaum anzumerken. Sie zogen lange Zeit ein schnelles und gefährliches Flügelspiel auf.

Schon in der sechsten Minute scheiterte Mittelstürmer Wout Weghorst an FCA-Torwart Rafal Gikiewicz. 20 Minuten später wurde im Stadion sogar schon laut und ausgiebig gejubelt, weil Josip Brekalo einen weiteren Angriff über die linke Seite zum vermeintlichen 1:0 abschloss (26.). Doch der Videobeweis ergab, dass Wout Weghorst kurz zuvor als Ballverteiler um Millimeter im Abseits gestanden hatte.

Wolfsburg tat mehr für die Offensive, doch auch der FCA blieb immer gefährlich. In der 11. Minute traf Michael Gregoritsch nur das Außennetz. Zehn Minuten später kam Florian Niederlechner nicht zum Erfolg, obwohl er im Strafraum nur noch den von seinen Knieproblemen genesenen VfL-Torwart Koen Casteels vor sich hatte (21.).

Der zweite Durchgang begann wieder mit einer klaren Wolfsburger Chance. Diesmal parierte Gikiewicz stark gegen Admir Mehmedi (52.). Dem VfL gingen aber spürbar die Kräfte aus, sein Spiel verlor an Präzision und Durchschlagskraft. Dennoch versuchte es die Mannschaft von Oliver Glasner unermüdlich, den FCA unter Druck zu setzen.

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In der 72. Minute wurde dazu auch erstmals Ridle Baku eingewechselt, der am Donnerstag für zehn Millionen Euro von Mainz 05 verpflichtet worden war. Der zweite Neuzugang Maximilian Philipp stand noch nicht im Kader. Ein weiterer Spieler soll am letzten Tag der Transferfrist nicht mehr kommen. Das stellte Sportchef Jörg Schmadtke genauso klar, wie er einen Verkauf von Torjäger Weghorst ausschloss. 

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