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Sport

Ein neuer Tor-Rekord für die Ewigkeit

Am Tag der Abschiede beim Meister Bayern München stellt Weltfußballer Robert Lewandowski einen Tor-Rekord auf - in der letzten Minute.

Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 5:2. Es ist sein insgesamt 41. Saisontreffer und der neue Rekord damit perfekt.
Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 5:2. Es ist sein insgesamt 41. Saisontreffer und der neue Rekord damit perfekt. © dpa/AP-Pool

München. Robert Lewandowski schien der Verzweiflung nahe, da bot sich ihm in letzter Minute eine letzte Chance zu seinem historischen Treffer. Rafal Gikiewicz, der gute Torhüter des FC Augsburg, konnte einen Schuss von Leroy Sane nicht festhalten, der Ball prallte vor die Füße des lauernden Weltfußballers - der Rest war dann Formsache: Mit seinem 41. Saisontor überbot der Pole die 49 Jahre alte Bestmarke von Gerd Müller aus der Saison 1971/72. Die 90. Minute war gerade angebrochen.

"Ich habe keine Worte", sagte der erleichterte Lewandowski nach dem 5:2 (4:0) von Bayern München gegen den FC Augsburg am Samstagnachmittag - um dann doch noch einen umfangreichen Einblick in seine Gefühlswelt zu geben: "Wenn du 90 Minuten versuchst, mindestens ein Tor zu schießen, und dann geht es nicht. Und dann kommt die letzte Sekunde und du schießt ein Tor. Das ist ein Wahnsinnsgefühl. Ich bin sehr sehr glücklich."

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Die umso wertvollere Torjägerkanone nahm Lewandowski danach mit einem erleichterten Lächeln entgegen, anschließend rissen er und seine Mitspieler zum neunten Mal nacheinander die Meisterschale in die Höhe - beklatscht von 250 verstreut sitzenden Zuschauern, die sich nach Kräften bemühten, diesem Tag für die Geschichtsbücher und zugleich auch der Abschiede einen stimmungsvollen Rahmen zu geben. Die Mannschaft dankte es ihnen, als sie umgehend mit der Schale hinüber zur Gegengerade lief.

Die Torjägerkanone für die meisten Ligatore in der Saison sichert sich wieder Robert Lewandowski, diesmal mit einem neuen Rekord für die Ewigkeit.
Die Torjägerkanone für die meisten Ligatore in der Saison sichert sich wieder Robert Lewandowski, diesmal mit einem neuen Rekord für die Ewigkeit. © dpa-POOL

Weil die neunte Meisterschaft in Serie längst festgestanden hatte, war das Spiel von Beginn an geprägt vom Bemühen Lewandowskis, den Rekord aufzustellen. Unterstützt von seinen engagierten Mitspielern eröffneten sich dem Polen zahlreiche Chancen - er fand allerdings immer wieder seinen Meister im hervorragend reagierenden Gikiewicz.

"Die Spannung war bis zur letzten Sekunde, ich hätte gerne schon früher getroffen", sagte Lewandowski, betonte aber auch: "Manchmal muss man auch geduldig bleiben. Das war schwierig, auch für mich. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass eine Situation kommen wird. Das war ein besonderer und wahrscheinlich historischer Moment."

Meistertrainer Hansi Flick, seine Assistenten Hermann Gerland und Miroslav Klose sowie David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez waren an diesem emotionalen Nachmittag bereits vor dem Spiel verabschiedet worden - heftig beklatscht und bejubelt von den 250 Zuschauern. Es war das erste Mal März 2020, dass in der Arena Besucher zugelassen waren - auch damals spielte der FC Bayern gegen den FC Augsburg.

Robert Lewandowski und seine Mitspieler beim FC Bayern feiern mit der Schale den Gewinn der deutschen Meisterschaft.
Robert Lewandowski und seine Mitspieler beim FC Bayern feiern mit der Schale den Gewinn der deutschen Meisterschaft. © dpa-POOL

"Manu hatte was vorbereitet, ich habe noch ein bisschen was zur Mannschaft gesagt und mich für die tolle, geile Zeit bedankt. Da geht eine gemeinsame Reise zu Ende, viele steigen in einen anderen Zug ein, aber das Leben geht weiter", sagte Flick vor dem Spiel. Für Flick geht das Leben als Trainer aller Voraussicht nach als Bundestrainer weiter, es seien nur noch Kleinigkeiten mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu klären, hatte er bereits zuvor verraten.

Alaba, der nach Ablauf seines Vertrags wohl zu Real Madrid wechselt, spielte zum Abschluss seiner Zeit in München ebenso von Beginn an wie Boateng, dessen Zukunft nach zehn Jahren beim FC Bayern noch ungewiss ist. Der zweimalige Triple-Sieger Martinez, mit 40 Millionen Euro einst der teuerste Spieler der Bundesliga, wurde in der 60. Minute eingewechselt - für den umjubelten Boateng. In der 73. Minute wurde dann auch Alaba mit viel Applaus verabschiedet.

Unmittelbar nach seinem Torrekord hat Lewandowski noch einmal die Leistung seines Vorgängers Gerd Müller hervorgehoben. "Ich weiß, dass Gerd Müller eine historische Leistung gebracht hat, und ich habe allergrößten Respekt vor ihm. 1971/72 hat er diese Marke gesetzt. Es war damals eine andere Welt, ein anderer Fußball, eine andere Generation", sagte der 32 Jahre alte Stürmer dem Fachmagazin "kicker" (Dienstag-Ausgabe).

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Die Bedeutung dieses Rekords für sein späteres Leben könne er aber noch nicht
einschätzen. "Schon der Moment mit 40 Treffern war etwas Besonderes. Es war für mich bisher einfach unvorstellbar gewesen, dass ich diese Marke erreichen könnte", bekannte der Weltfußballer. (sid, dpa)

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