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Witsel hält Borussia Dortmund mit spätem Tor im Titelrennen

Nicht schön, aber erfolgreich: Der BVB gewinnt das Nachholspiel in Mainz mit 1:0 und liegt nur noch vier Punkte hinter Serienmeister Bayern München.

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Jubel und Erleichterung in Schwarz-Gelb: Borussia Dortmund bejubelt kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer in Mainz.
Jubel und Erleichterung in Schwarz-Gelb: Borussia Dortmund bejubelt kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer in Mainz. © dpa/Torsten Silz

Mainz. Erling Haaland fiel Jude Bellingham um den Hals, dann reckte der Norweger die Faust energisch in Richtung der jubelnden BVB-Fans - dabei war es diesmal nicht die personifizierte Tormaschine, die Borussia Dortmund zurück ins Titelrennen der Fußball-Bundesliga schoss. Ersatzkapitän Axel Witsel traf in der 87. Minute bei Mainz 05 zum hart erarbeiten 1:0 (0:0)-Sieg für die Mannschaft von Trainer Marco Rose, die den jüngsten Patzer der schwächelnden Bayern nutzte - vier Punkte beträgt der Rückstand nur noch.

"Es war ein schwieriges Spiel", sagte Witsel bei DAZN: "In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und Chancen kreiert. Man kann nicht immer schön spielen, manchmal muss man auch so gewinnen." Der Belgier lobte "die Körpersprache" und den "Kampfgeist" der oftmals als zu weich gescholtenen Mannschaft. Mitspieler Emre Can ergänzte: "Der Sieg schmeckt sehr gut. Solche Siege sind besonders."

Haaland, dessen Abgang ins Ausland dem Vernehmen nach unmittelbar bevorstehen soll, blieb nach seiner Einwechslung blass, darf in seinen womöglich letzten Spielen für den BVB aber vom Titel träumen. Am Wochenende nach Ostern kommt es zum direkten Duell der Rivalen in München.

Mainz kassiert erste Heimniederlage nach acht Spielen

Trotz der Corona-Probleme mit 14 infizierten Profis zuletzt war Mainz gegen einen schwachen BVB lange die bessere Mannschaft, kassierte aber dennoch nach acht Partien wieder eine Heimniederlage. Erst am Dienstag waren laut Trainer Bo Svensson die letzten Spieler freigetestet worden.

Rose musste auf seinen erkrankten Kapitän Marco Reus sowie auf Abwehrchef Mats Hummels nach überstandener Corona-Infektion verzichten. Doch vor dem Anpfiff waren die Blicke ohnehin einmal mehr auf Haaland und dessen Zukunft gerichtet - der Norweger saß zunächst erneut auf der Bank.

Der BVB startete mit der siegreichen Elf vom vergangenen Wochenende, tat sich vor 25.000 Fans gegen griffige Mainzer aber unheimlich schwer. Dem FSV war die fast dreiwöchige Spielpause durch den massiven Corona-Ausbruch zunächst nicht anzumerken.

Dortmund bekam immer wieder Probleme mit dem Mainzer Umschaltspiel, Emre Can rettete in höchster Not gegen Jonathan Burkardt (27.). Offensiv fiel den Gästen ohne Haaland bis auf einem harmlosen Versuch von Thorgan Hazard nichts ein.

Gäste profitieren von schwindenden Kräften der Hausherren

Vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick und des neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf änderte sich nach der Pause zunächst wenig daran. Dortmund agierte behäbig und zeigte sich defensiv anfällig. Der Mainzer Anton Stach (51.) verfehlte das Tor aus der Distanz nur knapp.

Rose, früherer Mainzer Profi, konnte keineswegs zufrieden sein mit dem Auftritt seines Teams in einer teilweise hitzigen Partie an seiner alten Wirkungsstätte. Nach 56 Minuten brachte er Haaland ins Spiel, die nächste Möglichkeit ergab sich aber einmal mehr auf der Gegenseite für Silvan Widmer (61.).

Mitte der zweiten Halbzeit steigerte sich der BVB und profitierte von den schwindenden Kräften bei den Gastgebern. Haaland sorgte umgehend für die beste Dortmunder Chance (68.), FSV-Torhüter Robin Zentner parierte aber stark. In der Schlussphase kam Dortmund vor allem über Standards in die Gefahrenzone. Perfekt vollführt kurz vor dem Ende, als Witsel nach einer Freistoßflanke von Gio Reyna zur Stelle war.(sid)