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Ein Schock für den FC Bayern München

Gegen Eintracht Frankfurt kassieren die Münchner ihre erste Pflichtspiel-Niederlage unter Julian Nagelsmann. Vor allem ein Spieler macht den Unterschied.

Enttäuschte Münchner schleichen nach der ersten Pflichtspielpleite unter Trainer Julian Nagelsmann vom Platz.
Enttäuschte Münchner schleichen nach der ersten Pflichtspielpleite unter Trainer Julian Nagelsmann vom Platz. © dpa/Matthias Balk

Von Thomas Häberlein

München. Die Anhänger von Eintracht Frankfurt sangen schon kurz nach Spielbeginn übermütig vom "Auswärtssieg" in München - und dann machte der Außenseiter das schier Unmögliche tatsächlich wahr. Während die Spieler des FC Bayern nach neun Pflichtspiel-Siegen in Serie reichlich bedröppelt vom Rasen trotteten, bejubelten die Gäste neben Siegtorschütze Filip Kostic (83.) vor allem ihren herausragenden Torhüter Kevin Trapp, der die Bayern zur Verzweiflung getrieben hatte.

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"Es war sehr viel Arbeit heute, aber wir haben es wirklich sehr gut gemacht. Ein bisschen Glück gehört dann auch dazu", sagte Trapp bei DAZN: "Chapeau an die Mannschaft." Der bislang letzte Sieg bei den Bayern war den Frankfurtern am 18. November 2000 gelungen.

"Wir sind natürlich enttäuscht, sauer, verärgert. Ich weiß nicht, was man am besten verwenden kann", sagte Bayerns Thomas Müller: "Es ist ein Spiel, das wir auf keinen Fall verlieren müssen, aber es hat an der Effektivität gemangelt."

Nach stürmischem Beginn gingen die Münchner vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick gegen die gut verteidigende und konterstarke Eintracht durch das erste Saisontor von Leon Goretzka in Führung (29.), kassierten aber fast postwendend den Ausgleich durch Martin Hinteregger (32.). Danach hatten zunächst beide Mannschaften Großchancen, in der zweiten Halbzeit dann vor allem die Bayern, die aber regelmäßig am herausragenden Trapp scheiterten. Dann schlug Kostic spät zu und bescherte den Hessen den ersten Bundesligasieg der Saison. Tabellenführer bleiben die Bayern dennoch.

Die Frankfurter Mannschaft feiert den Sieg gegen den FC Bayern München in der Allianz Arena.
Die Frankfurter Mannschaft feiert den Sieg gegen den FC Bayern München in der Allianz Arena. © dpa/Matthias Balk

Tatsächlich spielte die Eintracht wie eine Mannschaft, die an ein Ende der Serie glaubt: Konsequent mit einer Fünfer-Abwehr, blitzschnell im Umschaltspiel. Der starke Kristijan Jakic hätte jedoch beinahe früh alle Pläne der Gäste durchkreuzt, als er eine Hereingabe von Serge Gnabry auf das eigene Tor lenkte und Schlussmann Kevin Trapp zu einer Glanzparade zwang (13.).

"Wir haben heute gegen eine Bayern-Mannschaft gespielt, die in einer unfassbaren Verfassung ist", sagte Trapp: "Da musst du dann auch in so ein Spiel gehen und dran glauben. Wir haben gegen so einen Gegner das Maximum rausgeholt."

Erst in der 25. Minute gab es eine Großchance für die Bayern, der aufgerückte Niklas Süle traf nach schönem Doppelpass mit Thomas Müller aber nur das Außennetz.

Es bedurfte eines haarsträubenden Ballverlustes von Hinteregger zur Führung der Münchner: Goretzka zog mit Dampf davon und schoss flach ein. Nur drei Minuten später parierte Trapp großartig gegen Leroy Sane (31.), im Gegenzug machte Hinteregger seinen Patzer wett, indem er im dichten Gedränge eine Ecke von Filip Kostic einköpfte.
Prompt wurden die Frankfurter erst mal noch mutiger, das Spiel wogte nun hin und her, dabei taten sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit wiederholt zum Teil große Lücken in der Münchner Abwehr auf: Manuel Neuer verhinderte per Fuß einen Treffer von Djibril Sow (42.), auf der Gegenseite stand Gnabry aus spitzem Winkel der Pfosten im Weg (44.).

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