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München geht in Leipzig auf Einkaufstour

Der FC Bayern will Verteidiger Dayot Upamecano von Verfolger RB verpflichten und müsste dafür einen stolzen Betrag zahlen. Doch es gibt weitere Interessenten.

Dayot Upamecano (links) jubelt mit Christopher Nkunku, der bei Leipzigs Sieg im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen das einzige Tor erzielte.
Dayot Upamecano (links) jubelt mit Christopher Nkunku, der bei Leipzigs Sieg im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen das einzige Tor erzielte. © Foto: Picture Point

Leipzig. Den letzten Funken Hoffnung auf Spannung im Kampf um die Meisterschaft erstickte Julian Nagelsmann im Keim. „Wir haben nicht den Spielertypen gefunden, der uns sofort besser macht. Deshalb werden wir auf dem Transfermarkt nicht mehr zuschlagen“, sagte der Trainer von RB Leipzig. Nach dem 1:0 im Topspiel gegen Bayer Leverkusen hängt Leipzig auf Platz zwei wie auf einer Insel fest. Sechs Punkte Vorsprung nach unten, sieben Punkte Rückstand nach oben.

Der Sieg gegen Bayer – es war Nagelsmanns erster als RB-Coach gegen ein Top-Team der Liga – verdeutlichte allerdings einmal mehr, was Leipzig fehlt, um Tabellenführer Bayern München wirklich angreifen zu können. Einer wie Timo Werner. Der zum FC Chelsea abgewanderte Nationalspieler hatte zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison bereits 20 Tore geschossen, RB als Spitzenreiter 51 Treffer auf dem Konto. Nun sind drei Spieler mit je vier Toren die besten Schützen, die Mannschaft hat insgesamt 32 erzielt.„Die Tore von Timo fehlen uns“, räumte Nagelsmann ein. „Einige Klubs haben Torjäger, die weit über zehn Tore haben. Natürlich ist es hin und wieder so, dass wir einen Torjäger brauchen, der Chancen verwertet. Es gibt keinen Ersatz für Timo, wir müssen Spieler entwickeln. Das braucht Zeit.“ Und bis zum Transferschluss am Montag, so viel steht fest, fällt ein Werner-Ersatz nicht einfach vom Himmel. RB ist so maximal ein Bayern-Jägerchen.

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RB ist in allen Wettbewerben noch dabei

Was die Saisonziele betrifft, steht Leipzig ohne Frage sehr gut da. 16 weitere Bundesligisten würden liebend gerne tauschen. In der Champions League sind sie noch dabei, im DFB-Pokal spielen sie am Mittwoch gegen Bochum um den Einzug ins Viertelfinale. Und Platz zwei in der Bundesliga wäre eine Verbesserung zum Vorjahr um einen Rang. „Immerhin“, sagte Nagelsmann. Kurzfristige Probleme, ob der komfortablen Tabellensituation die nötige Spannung aufzubauen, sieht der 33-Jährige nicht: „Grundsätzlich habe ich bei meiner Mannschaft noch nie gespürt, sie extrem motivieren zu müssen. Es geht nach wie vor darum, das Maximale zu erreichen.“

In der Bundesliga wollen sie vom Maximalziel Meisterschaft aber erst einmal nicht reden. „Nach vorne schauen können wir erst, wenn die Bayern verlieren. Das ist kein Thema bei uns“, sagte Peter Gulacsi. Der Torwart hatte mit einer überragenden Parade zwei Minuten vor Schluss großen Anteil am Sieg gegen Leverkusen. Und der ungarische Nationaltorwart hat etwas, was bei RB viele Top-Spieler haben: eine Ausstiegsklausel im Vertrag.

Sollte Leipzig wie einst Dortmund das Schicksal des ewigen Bayern-Jägers ereilen, hätten die Profis zumindest die Option des Transfers zu einem Titel-Team – so wie Dayot Upamecano, dessen Wechsel zu Bayern Formen annimmt. Die Berater waren bereits in München vorstellig, der Verteidiger kann für etwas mehr als 40 Millionen Euro gehen. „Ich habe in dieser Woche mit Karl-Heinz Rummenigge telefoniert, und wir sind so verblieben, dass wir vorab informiert werden, wenn es konkreter wird“, sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Man sitze eben am kürzeren Hebel, da der Spieler eine Ausstiegsklausel hat. Diese sollen neben Upamecano und Gulacsi auch Dani Olmo und Ibrahima Konaté besitzen.

Im Werben um Upamecano, der vor vier Jahren für angeblich zehn Millionen Euro von Red Bull Salzburg kam, hat der FC Bayern vor allem Konkurrenz mit deutschen Trainern aus England. Dass der 22-jährige Franzose Leipzig nach dieser Saison verlässt, gilt als sicher. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er im Sommer wechselt, ist sehr hoch. Er hat für sich entschieden, den nächsten Schritt machen zu wollen“, sagte sein Berater Volker Struth am Sonntag. Dass es neben den Münchnern zwei Interessenten aus der Premier League gebe, sei kein Geheimnis. Laut Medienberichten handelt es sich um den FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp und den FC Chelsea mit dem neuen Coach Thomas Tuchel.

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Bei Upamecanos womöglich neuem Verein überschattete ein Verstoß gegen die Corona-Auflagen den ungefährdeten 4:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Corentin Tolisso ließ sich in der vergangenen Woche ein Tattoo am rechten Unterarm stechen. „Dieser Verstoß ist sehr ärgerlich und auf keinen Fall zu tolerieren“, sagte Vorstandschef Rummenigge. Der Franzose erhalte deshalb eine „empfindliche Geldstrafe, den Betrag werden wir für soziale Zwecke spenden“. Auch Matheus Cunha von Hertha BSC hatte sich zuletzt unter Missachtung der strengen DFL-Hygienemaßstäbe ein Tattoo stechen lassen und war von den Berlinern ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt worden. (dpa)

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