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Sport

FC Bayern ist zum 31. Mal deutscher Meister

Erst Leipzigs Niederlage, dann die 6:0-Gala gegen Gladbach: München feiert den nächsten Titel - und Lewandowski die Saisontore 37, 38 und 39.

Münchens Robert Lewandowski, Thomas Müller und Torwart Manuel Neuer feiern die Deutsche Meisterschaft.
Münchens Robert Lewandowski, Thomas Müller und Torwart Manuel Neuer feiern die Deutsche Meisterschaft. © dpa-POOL

München. Nach dem Schlusspfiff zogen sich die Bayern-Profis rote T-Shirts mit einer großen Neun auf der Vorderseite über. Trainer Hansi Flick ging zu jedem einzelnen Spieler und gratulierte. Im Mittelkreis tanzen und sangen Weltfußballer Robert Lewandowski & Co. "Campeones, Campeones, olé olé olé". Die 31. Meisterschaft hatten sie zuvor schon als TV-Zuschauer in der Kabine gefeiert, die Titel-Zugabe zelebrierten sie mit einer Torgala auf dem Rasen der Allianz Arena. "Es ist immer ein besonderes Gefühl", sagte Kapitän Manuel Neuer.

Beim locker-flockigen 6:0 (4:0) gegen eine Spalier stehende Gladbacher Borussia demonstrierten die Titelsammler des scheidenden Trainers Hansi Flick am Samstagabend eindrucksvoll, wer die beste Mannschaft in Deutschland ist. "Das war ein klasse Spiel und ein guter Zeitpunkt, um zu zeigen, wer deutscher Meister ist", sagte Lewandowski.

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Als Mann des Spiels kam der Weltfußballer mit seinen Saisontreffern 37, 38 und 39 dem fast 50 Jahre alte 40-Tore-Rekord von Gerd Müller ganz nahe. An den noch ausstehenden zwei Spieltagen ist dem 32 Jahre alte Polen nicht nur zuzutrauen, die Bestmarke des früheren Bayern-"Bombers" zu egalisieren, sondern sie zu überbieten.

Münchens Spieler feiern die Deutsche Meisterschaft. Zum 31. Mal ist der FC Bayern der Beste der Bundesliga.
Münchens Spieler feiern die Deutsche Meisterschaft. Zum 31. Mal ist der FC Bayern der Beste der Bundesliga. © dpa-POOL

Nachdem die 2:3-Niederlage von Verfolger RB Leipzig in Dortmund eine gute Stunde vor dem Anpfiff in München die neunte Meisterschaft am Stück auch rechnerisch perfekt gemacht hatte, gab es bei Lewandowski und Kollegen nicht etwa einen Spannungsabfall, sondern es folgte die pure Lust am Fußball, Toreschießen und Gewinnen.

Die überragende Offensive um Lewandowski (2./34. Minute), Thomas Müller (23.) und Kingsley Coman (44.) konnte sich schon bis zur Pause nach Herzenslust austoben. Lewandowski legte per Foulelfmeter nochmal nach (66.) - und der eingewechselte Leroy Sané setzte den Schlusspunkt (86.). Bitter verlief der große Bayern-Abend für Tanguy Nianzou. Der junge Franzose sah nach seiner Einwechselung nach Videobeweis wegen einer Notbremse gegen Gladbachs Breel Embolo die Rote Karte (75.).

Flick bedankt sich noch mal bei seiner Mannschaft

Die Bayern waren gerade mit ihren zwei roten Mannschaftsbussen an der Arena angekommen, als sie das Dortmunder 3:2-Siegtor gegen Leipzig in den Katakomben miterlebten. "Natürlich hat sich jeder ein bisschen gefreut", berichtete Flick bei Sky. Der 56-Jährige beschließt seine auf eigenen Wunsch am Saisonende vorzeitig endende Bayern-Ära mit dem insgesamt siebten Titel. Es sei für ihn "ein Genuss" gewesen, mit dieser Mannschaft arbeiten zu dürfen, äußerte Flick, dessen Zukunft beim DFB gesehen wird - als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw.

Der designierte Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn sprach von einer "unglaublichen Leistung" der Münchner Mannschaft. Auf den zehnten Meistertitel nacheinander "sind wir schon wieder heiß", sagte der frühere Nationaltorwart bei Sky. Ein Sättigungsgefühl gebe es nicht. "Es ist immer wieder toll, man gewöhnt sich auch nicht dran." Flick habe "einen riesengroßen Anteil" am erneuten Erfolg. Es sei diesem "wieder gelungen, dieses Ensemble an Topstars zusammenzuschweißen". Für den 30. Meistertitel zu Bundesliga-Zeiten dürfen die Bayern künftig mit einem 5. Meisterstern auf den Trikots auflaufen.

Für die Münchner ist es die neunte Meisterschaft nacheinander, nach dem Triple der Vorsaison in diesem Jahr jedoch der einzige Titel. Im DFB-Pokal waren sie in der 2. Runde gegen den Zweitligisten Holstein Kiel ausgeschieden. In der Champions League scheiterten sie als Titelverteidiger im Viertelfinale an Paris Saint-Germain.

Weiter auf Königsklassen-Kurs ist auch der VfL Wolfsburg. Der Tabellendritte (60 Punkte) setzte sich gegen Union Berlin mit 3:0 (1:0) durch. Die bereits abgestiegenen Schalker mussten trotz einer 2:0-Halbzeitführung noch eine 2:4-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim hinnehmen. Werder Bremen (31) kam im Abstiegskampf mit einem 0:0 gegen Bayern Leverkusen immerhin zu einem Zähler.

Dortmund lässt RB Leipzig keine Chance

Wichtige Duelle im Kampf um den Klassenerhalt stehen am Sonntag an. Hertha BSC will seinen Aufwärtstrend nach der Quarantäne-Zwangspause auch gegen Arminia Bielefeld (beide 30 Punkte) fortsetzen (18.00 Uhr). Der Tabellenvorletzte 1. FC Köln (29) empfängt den SC Freiburg (13.30 Uhr). Eintracht Frankfurt möchte gegen den FSV Mainz 05 (15.30 Uhr) seine Chance auf die Champions League wahren, die Mainzer wiederum können mit einem Sieg den Klassenerhalt perfekt machen.

Die Voraussetzungen vor den Nachmittagspartien waren klar. Vor zwei Wochen hatten die Bayern ihre erste Meisterchance durch eine Niederlage in Mainz noch verpasst, jetzt sicherten sie sich den Titel quasi beim Aufwärmen vor der Partie gegen Gladbach. Marco Reus (7. Minute) und Jadon Sancho (51./87.) erzielten die Tore für den BVB (58 Punkte), der als Vierter seine Champions-League-Chance wahrte. Lukas Klostermann (63.) und Dani Olmo (77.) war der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen, ehe Sancho für die Entscheidung sorgte. (dpa)

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