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Weshalb die Sensation dieses Mal ausbleibt

Gegen den Aufstiegsaspiranten TuS N-Lübbecke verabschiedet sich der HC Elbflorenz mit einer Niederlage in die Pause der 2. Handball-Bundesliga.

Dresdens Trainer Rico Göde wirkt nachdenklich.
Dresdens Trainer Rico Göde wirkt nachdenklich. © Matthias Rietschel

Dresden. Die neuerliche Überraschung ist ausgeblieben. Der HC Elbflorenz verlor am Sonntagabend sein Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen das Spitzenteam TuS N-Lübbecke mit 26:30 (12:17). Die Gäste kletterten damit auf den zweiten Tabellenplatz, den sie nach dieser Vorstellung in Dresden mehr als verdient haben.

Denn es erinnerte ziemlich wenig an das Hinspiel vor sieben Monaten, das die Dresden mit 27:21 noch für sich entscheiden konnten. „Der gravierendste Unterschied zu damals sind die sieben Monaten dazwischen. Wir hatten zehn neue Spieler – Riesenrespekt vor der Leistung der Dresdner in Lübbecke“, erinnerte sich Gästecoach Emir Kurtagic. „Da hatten wir über weite Strecken nicht die Souveränität, wie wir sie hier an den Tag gelegt hatten.“

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Dessen Mannschaft präsentierte sich in der sächsischen Landeshauptstadt als gestandenes, sehr cleveres Team – gespickt mit vielen herausragenden Einzelkönnern wie Tom Luick Skroblien. Den Linksaußen – mit 118 Toren drittbester Schütze der Liga – bekamen die Hausherren nie so richtig in den Griff. Ihm gelangen acht Treffer. Die Sachsen mussten über die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterherlaufen, waren nur zweimal dicht dran am Ausgleich – beim 9:10 (22.) und 23:24 (50.), als Kreisläufer Jonas Thümmler statt zum Ausgleich nur den Pfosten traf.

„Die erste Halbzeit war zum Vergessen. In der zweiten Hälfte haben wir ein schönes Spiel gesehen“, schätzte HC-Trainer Rico Göde ein und erklärte diese Aussage noch tiefgehender. „Wenn du gegen Lübbecke spielst, die im Moment einen sehr guten Lauf haben, bekommst 17 Gegentreffer, nur zwei Gelbe Karten und nicht einmal eine Zeitstrafe.“ Der 38-Jährige hätte sich mithin ein resoluteres Zupacken gewünscht – so nach dem Motto: Wer hier durch möchte, muss dahin, wo es wehtut.

So sehen Verlierer aus. Mindaugas Dumcius, Jonas Thümmler und Kay Blaszyk (v. l.) vom HC Elbflorenz.
So sehen Verlierer aus. Mindaugas Dumcius, Jonas Thümmler und Kay Blaszyk (v. l.) vom HC Elbflorenz. © Matthias Rietschel

Im zweiten Durchgang setzte Dresden genau dort an, agierte im Deckungsverbund fortan sehr körperlich, aufmerksam und beweglich. „Wir haben uns sehr gut zurückgekämpft, mit sehr viel Leidenschaft um jeden Zentimeter gekämpft“, betonte der Trainer. Aber auch das nützte nichts, weil das sogenannte Momentum nicht unverdient aufseiten der Gäste lag. Nach Thümmlers unglücklichem Pfostenwurf, der ein paar Zentimeter weiter rechts den Ausgleich bedeutet hätte, landete der Konter der Gäste ebenfalls am Innenpfosten des HC-Gehäuses, knallte von dort aber an den Rücken von Torhüter Max Mohs und kullerte schließlich ins Tor. „Es hat in der ersten Halbzeit bei uns Einiges gefehlt. Für den Gegner hat so gut wie alles geklappt. Wir haben zu viel zugelassen“, bestätigte Abwehr-Hüne Nils Kretschmer.

„Wir bekommen zudem neun Abpraller nicht. Das ist vielleicht Matchglück für Lübbecke. Das haben sie sich erarbeitet“, haderte Göde. In seinem Team hätte nahezu alles passen müssen, um den Favoriten nochmals zu foppen – wie im Hinspiel. „Die Mannschaft spielt völlig berechtigt um den Aufstieg. Im Moment stimmt die Leistung dafür“, gab Göde seinem Kollegen mit auf den Rückweg.

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Gleichwohl muss sich der ehemalige Kreisläufer auch um seinen Rückraum Gedanken machen. Da kam besonders in den vergangenen beiden Partien zu wenig „Performance“, wie es Göde nannte. Daran kann er mit seinem Team in einer kurzen Pause – die Nationalmannschaft spielt um die Olympiaqualifikation – bis 19. März nun arbeiten. Fest steht: Der Dresdner Höhenflug durch die 2. Liga, der das Team zwischenzeitlich auf Rang vier führte, ist nach zwei Niederlagen in Folge vorerst vorbei. „Vielleicht ist es nicht so schlecht, dass wir jetzt etwas Zeit haben“, meinte Göde. Er will seinen Schützlingen aber auch Zeit zur Entspannung und Regeneration geben.

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