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Gladbach verpasst Sensation gegen Real

Die Borussia führt klar gegen Madrid und gewinnt nicht. Der Fußball-Bundesligist erlebt in der Champions League erneut bittere Schlussminuten.

Die beiden Tore von Marcus Thuram genügen nicht.
Die beiden Tore von Marcus Thuram genügen nicht. © dpa/Marius Becker

Von Morten Ritter und Jan Mies

Mönchengladbach. Marco Rose stapfte bitter enttäuscht auf den Rasen. Seine Spieler machten sich mit leerem Blick auf in Richtung Kabinengang. Borussia Mönchengladbach hat in der Champions League gegen Real Madrid erneut bittere Minuten erlebt. Das Rose-Team führte am Dienstagabend kurz vor Schluss mit zwei Toren. Doch nach fahriger, unglücklicher Endphase reichte es gegen die Königlichen nur zu einem 2:2 (2:0). Marcus Thuram (33./58.) war nach Vorlagen des starken Alassane Pléa erfolgreich. Karim Benzema (87.) und Casemiro (90.+3) trafen für das Starensemble um Toni Kroos.

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"Es ist immer scheiße, wenn du spät den Ausgleich bekommst", sagte Christoph Kramer. "Direkt nach dem Spiel ist es sehr ärgerlich." Es gebe "logischerweise aber auch viel Positives". Torwart Yann Sommer sagte: "Natürlich sind wir enttäuscht. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und die kleinen Schwächen von Real ausgenutzt. Nur in der Schlussphase - da müssen wir dran arbeiten."

Nach dem 2:2 bei Inter Mailand vor einer Woche haben die Gladbacher weiter gute Chancen auf das Erreichen der K.-o.-Runde. Am nächsten Dienstag steht in der Gruppe B das Spiel bei Spitzenreiter Schachtjor Donezk an. "Wir nehmen diese zwei Punkte mit", sagte Sommer.

Als "Weltklassespieler" bezeichnete Rose Real. "Aber das sind auch nur Menschen", sagte der 44-Jährige. Entsprechend mutig stellte er seine Mannschaft auf. Die Gladbacher versuchten es in der Anfangsphase mit hohem Pressing, mussten aber gegen extrem ballsichere Gegner höllisch aufpassen, nicht mit zwei, drei schnellen Pässen überspielt zu werden.

Real, das mit dem Selbstvertrauen des 3:1-Sieges im Clasico beim FC Barcelona nach Deutschland kam, bestimmte - angetrieben von Kroos - zunächst das erste Aufeinandertreffen der beiden Klubs seit 1985. Den Gladbacher Spielaufbau störten meist gleich drei bis vier Real-Profis nah am Strafraum von Sommer. "Ruhig spielen", rief Rose energisch von der Seitenlinie auf den Platz.

Gegen die Königlichen reicht es in der Königsklasse für Stefan Lainer und Gladbach nicht zum Sieg.
Gegen die Königlichen reicht es in der Königsklasse für Stefan Lainer und Gladbach nicht zum Sieg. © dpa/Marius Becker

Casemiro (7.) und Benzema (16.) gaben erste Torschüsse in Richtung Sommer ab, der Kroos' Fernschuss stark parierte (29.). Real wurde stärker, spielte schneller und stellte die Abwehr der Borussia mit der individuellen Klasse vor allem von Marco Asensio vor Probleme, und dann kam Thuram. Der 23-Jährige, dessen Vater Lilian mit Real-Trainer Zinédine Zidane 1998 Weltmeister wurde, vollendete einen blitzartig vorgetragenen Angriff nach Ballverlust des Madrider Starensembles.

Bis dahin war die Gladbacher Offensive fast zum Erliegen gekommen. Rose hatte im Vergleich zum 3:2-Sieg beim FSV Mainz 05 fünf Stammspieler zurück in die Startformation beordert, die nach Thurams erstem Tor in der Königsklasse Sicherheit gewannen gegen die erneut gekränkten Königlichen. Vor einer Woche verlor Real mit 2:3 gegen Donezk. Der ukrainische Meister trennte sich am Dienstagabend von Inter 0:0.

In Mönchengladbach war Sommer gegen Asensio zur Stelle (38.), der nach dem Wiederanpfiff den Pfosten traf (46.). Die Gladbacher lauerten in dieser Phase auf Konter - einen hätte Kramer beinahe genutzt (54.) - und kamen erneut durch Thuram zum Torerfolg. Der Franzose stand beim Schuss von Pléa goldrichtig und staubte ab. Im Anschluss drehte die Borussia auf. Lars Stindl schoss knapp am Pfosten vorbei (65.).

Real antwortete mit wütenden, aber fahrig gespielten Angriffen. Zidane reagierte mit einem Doppelwechsel (71.). Kroos ging für Luka Modric vom Platz. Der eingewechselte Eden Hazard traf das Außennetz (74.), Benzema artistisch zum Anschlusstreffer und Casemiro zum Ausgleich. (dpa)

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