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Leipzigs Schwede glänzt in neuer Rolle

Emil Forsberg hat großen Anteil am Sieg gegen das Starensemble von Paris Saint-Germain. Sogar dessen Trainer lobt RB danach.

Emil Forsberg (Mitte) bejubelt mit Nordi Mukiele (links) und Christopher Nkunku sein Tor zum 2:0. Der Schwede gehört bei RB Leipzig schon zum Inventar.04.11.2020, Sachsen, Leipzig: Fußball: Champions League, Gruppenphase, Gruppe H, 3. Spieltag: RB Leipz
Emil Forsberg (Mitte) bejubelt mit Nordi Mukiele (links) und Christopher Nkunku sein Tor zum 2:0. Der Schwede gehört bei RB Leipzig schon zum Inventar.04.11.2020, Sachsen, Leipzig: Fußball: Champions League, Gruppenphase, Gruppe H, 3. Spieltag: RB Leipz © dpa/Jan Woitas

Von Tom Bachmann

Leipzig. Eine Sache hat bei RB Leipzig bereits Tradition. Für die wichtigen Tore ist Emil Forsberg zuständig. Der Siegtreffer zum 2:1 gegen Paris Saint-Germain und die dadurch gestiegenen Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League war das neueste Kapitel in der Reihe. „Das war ein wichtiger Sieg für uns. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben mit Mut gespielt. Wir waren hungrig. Jetzt wollen wir auch in Paris gewinnen. Wir haben immer Bock auf Siege“, sagte der überragende Schwede. Ein Erfolg bei PSG wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vorentscheidung im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale.

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„Wir können gegen jedes Spitzenteam bestehen, wenn wir unsere Leistung abrufen“, sagte er. „Wir haben nach dem 0:1 Moral und unseren absoluten Willen bewiesen und gezeigt, dass mit uns immer zu rechnen ist. Wir haben Lust auf mehr.“

Der Edeltechniker glänzte bei der geglückten Revanche für die Halbfinal-Niederlage aus der vergangenen Saison – bei der Endrunde im August in Lissabon verlor der Fußball-Bundesligist mit 0:3 gegen die Franzosen – einmal mehr in seiner neuen Rolle als hängende Spitze, die ihm Trainer Julian Nagelsmann seit einigen Wochen verordnet hat. Erst war Forsberg an der Entstehung des Ausgleichs durch Christopher Nkunku beteiligt. Dann setzte er PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe so unter Druck, dass der den Ball im Strafraum mit der Hand spielte und Forsberg per Elfmeter zum Matchwinner avancierte.

„Ich übernehme gern Verantwortung in einer solchen Situation“, sagte Forsberg. „Ich bin eigentlich kein richtiger Stürmer. Aber der Trainer gibt mir immer gute Tipps.“ Dass er der Mann für wichtige Tore ist, hat der seit Januar 2015 bei RB unter Vertrag stehende Spielmacher schon häufig bewiesen. Im Mai 2016 schoss er den Klub gegen den Karlsruher SC mit 1:0 in Führung und die Leipziger beim 2:0-Erfolg in die Bundesliga. Gut ein Jahr später erzielte Forsberg gegen die AS Monaco das erste Tor für den Verein in der europäischen Eliteliga. Im vergangenen Jahr bescherte sein Doppelpack gegen Benfica Lissabon RB den erstmaligen Einzug in die K.-o.-Runde der kontinentalen Königsklasse.

Der Trainer macht aus ihm die Version 2.0

Doch um sich seinen Platz im aufgemotzten Kader der Leipziger langfristig zu sichern und wieder eine tragende Rolle zu spielen, musste er sich trotz seiner herausragenden Fähigkeiten immer wieder neu erfinden. Oder besser beschrieben: Nagelsmann machte aus ihm Emil Forsberg 2.0. In der neuen Rolle als „falsche Neun“ ist der skandinavische Freigeist wieder immens wichtig für die Mannschaft. „Emil ist sehr viel unterwegs, sehr schwimmend und schwer zu greifen“, sagte der Trainer. „Er hat viele Bälle vorn gehalten, Fouls gezogen und viel Gefahr ausgestrahlt. Er ist ein guter Fußballer.“ Vor allem hat Forsberg in Dani Olmo einen kongenialen Partner gefunden. „Es ist gut, wie beide zusammenspielen. Diese Konstellation gibt es in dieser Saison sicherlich noch einige Male“, sagte Nagelsmann. Mit Forsberg als zentralem Angreifer und Dribbler Olmo daneben fehlt Leipzig zwar die Kopfballgefahr, doch laut Nagelsmann „sind auch mal andere Dinge gefragt“.

Das zeigte sich gegen das ersatzgeschwächte PSG. Forsberg und Olmo setzten die Abwehr der Franzosen nach einer schwierigen Anfangsphase letztlich immer wieder unter Stress. Auch Thomas Tuchel zeigte sich von der RB-Spielweise beeindruckt und setzte zum großen Vergleich an. „Es gibt Mannschaften wie Ajax Amsterdam, den FC Liverpool und Leipzig, die sehr körperlich spielen. Das müssen wir akzeptieren. Es ist schwierig, ein Spiel gegen so ein Team zu kontrollieren“, sagte der PSG-Trainer.

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Trotz des jetzt gestiegenen Drucks in der Champions League und der Debatten über die ausstehende Verlängerung seines im Sommer 2021 auslaufenden Vertrages, bleibt er ungebrochen optimistisch. „Wir haben noch alle Möglichkeiten, das direkte Duell gegen Leipzig zu gewinnen.“ Dafür genügt PSG aufgrund des Auswärtstores bereits ein 1:0. (dpa mit sid)

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