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Sport

RB erlebt Debakel bei Manchester United

Leipzig geht in der Champions League mit 0:5 unter und kassiert die erste Saisonniederlage. Borussia Dortmund gewinnt gegen Zenit St. Petersburg.

Mason Greenwood (rechts) schiebt an RB-Torhüter Peter Gulacsi vorbei zur Führung für Manchester ein.
Mason Greenwood (rechts) schiebt an RB-Torhüter Peter Gulacsi vorbei zur Führung für Manchester ein. © dpa/Dave Thompson

Von Frank Kastner und Wolfgang Müller

Manchester. Auch RB Leipzig hat die beinahe zwei Jahrzehnte andauernde Dominanz von Manchester United im Old Trafford gegen deutsche Klubs nicht stoppen können. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann ging am Mittwochabend beim englischen Fußball-Rekordmeister mit 0:5 (0:1) unter und musste mit der ersten Pflichtspiel-Niederlage der Saison auch die Tabellenspitze in der Gruppe H der Champions League abgeben. RB ist nach dem Auftaktsieg gegen Basaksehir jetzt punktgleich mit Paris Saint-Germain. Die Franzosen gewannen 2:0 in Istanbul. Der letzte Erfolg eines Bundesligisten in der Spielstätte von ManU gelang dem FC Bayern München mit 1:0 in der Saison 2000/2001.

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"Es ist schwer, Worte zu finden, wenn du 0:5 verloren hast", sagte Emil Forsberg, der nach der höchsten Auswärtsniederlage in der Königsklasse gleich in die Analyse überging: "Wir sind gut reingekommen ins Spiel. Das Spiel mit Ball war in der ersten Halbzeit gut, doch im letzten Drittel müssen wir bessere Lösungen finden. Wir haben auch ihre Verteidigung in der Box zu wenig unter Druck gesetzt."

Anders die Red Devils. Mason Greenwood (21. Minute), mit 19 Jahren der jüngste Spieler auf dem Platz, schoss sie vor der Geisterkulisse in Führung, bevor Marcus Rashford mit einem Dreierpack (73./78./90.+2) und Anthony Martial per Foulelfmeter (87.) den ersten Heimsieg in dieser Saison perfekt machten. Davor gab es es in der Premiere League ein 1:3 gegen Crystal Palace, ein 1:6 gegen Tottenham Hotspur und ein 0:0 gegen den FC Chelsea.

Nagelsmann, der an der Seitenlinie mit einem grau karierten Sakko auffiel, ließ die zuletzt leicht angeschlagenen Marcel Sabitzer und Tyler Adams zunächst auf der Bank. In der Dreierkette der Innenverteidigung bekam der Franzose Ibrahima Konaté den Vorzug vor Willi Orban. Manchester-United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer überraschte mit Paul Pogba auf der linken Seite sowie Donny van de Beek im Mittelfeld und verzichtete auf Rashford in der Startelf. Dafür setzte er auf Greenwood. Das zahlte sich gleich aus.

Anthony Martial (Mitte) von Manchester United setzt sich gegen Leipzigs Kevin Kampl durch.
Anthony Martial (Mitte) von Manchester United setzt sich gegen Leipzigs Kevin Kampl durch. © dpa/Dave Thompson

Der Stürmer lief nach einem Pogba-Pass in abseitsverdächtiger Position halblinks kurz Dayot Upamecano davon und schob an RB-Torhüter Peter Gulacsi vorbei zur Führung ein. Trotz Gegencheck der Video-Referees wurde der Treffer nicht zurückgenommen. Für die Sachsen war es ein Wachrüttler: Erst testete Christopher Nkunku (21.) Manchester-United-Torwart David de Gea. Dann blieb Kevin Kampl (24.) mit seinem Schuss in der Abwehr hängen. RB bemühte sich, konnte spielerisch aber gegen laufbereite Gastgeber wenig Akzente setzen.

Nach dem Wechsel erhöhte RB das Tempo, spielte die Bälle direkter und hatte somit mehr Freiräume in Umschaltsituationen. Meistens war jedoch an der Strafraumgrenze Endstation. Manchester United blieb in den Zweikämpfen enorm präsent und spielte in der Offensive genauer. Nach gut einer Stunde brachte Nagelsmann erst Kapitän Sabitzer, dann den Norweger Alexander Soerloth und Solskjaer gleichzeitig Rashford.

Den Ausgleich für RB verhinderte in der 65. Minute de Gea mit einer Glanzparade nach einem Kopfball von Konaté aus Nahdistanz. Auf der Gegenseite stand Gulacsi (71.) nach einer Standardsituation gegen den hereinspringenden Anthony Martial goldrichtig. Anschließend startete die Show des eingewechselten Rashford, der gleich dreimal eiskalt verwandelte. "Wir haben eine große Team-Performance gezeigt und uns auch ohne Ball sehr gut bewegt. Alle Jungs von der Bank waren sofort da", sagte er.

Die Torschützen Jadon Sancho (links) und Erling Haaland bejubeln ihre Treffer und den BVB-Erfolg.
Die Torschützen Jadon Sancho (links) und Erling Haaland bejubeln ihre Treffer und den BVB-Erfolg. © dpa/Bernd Thissen

Derweil hat Borussia Dortmund mit viel Geduld, aber wenig Glanz die Sorgen vor einem frühen Aus vorerst vertrieben. Beim mühseligen 2:0 (0:0) gegen ein extrem defensives Zenit St. Petersburg waren Jadon Sancho (79./Foulelfmeter) und Erling Haaland (90.+2) spät erfolgreich. Im tristen ersten Geisterheimspiel der langen BVB-Europapokal-Geschichte blieb den Gastgebern nach dem Fehlstart bei Lazio Rom (1:3) eine neuerliche Enttäuschung erspart.

"Wir hatten oft den Ball und mussten schnell spielen", sagte Haaland. "Wir wussten, dass die Chance kommt. Am Ende sind es drei wichtige Punkte." Trainer Lucien Favre verglich die Abwehr der Gäste mit "zwei Bussen vor dem Tor. Es war sehr schwer." Sportdirektor Michael Zorc äußerte: "Wir sind zufrieden, weil wir das Spiel mehr als verdient gewonnen haben." Mit einem weiteren Erfolg am nächsten Mittwoch beim FC Brügge (vier Punkte) wäre der BVB (drei Zähler) wieder im Soll. Im Parallelspiel trennten sich der nächste Dortmunder Gegner und Tabellenführer Lazio Rom 1:1.

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