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RB Leipzig in Budapest gegen Liverpool

Der Fußball-Bundesligist hat ein Stadion fürs Heimspiel in der Champions League gefunden. Politiker stoßen eine Debatte über Fußball-Reisen an.

In der Bundesliga bejubeln die Spieler von RB Leipzig den 3:0-Sieg auf Schalke. Nun steht auch fest, dass sie ihr Heimspiel gegen Liverpool in Ungarn austragen.
In der Bundesliga bejubeln die Spieler von RB Leipzig den 3:0-Sieg auf Schalke. Nun steht auch fest, dass sie ihr Heimspiel gegen Liverpool in Ungarn austragen. © dpa-POOL/Rolf Vennenbernd

Von Gerald Fritsche

In der Fußball-Bundesliga hat RB Leipzig die Pflichtaufgabe locker gelöst und mit dem 3:0-Sieg bei Schlusslicht Schalke 04 den zweiten Platz hinter Spitzenreiter Bayern München verteidigt. Aber das war beinahe nur Nebensache, denn die eigentliche Aufgabe für den Klub bestand darin, eine Lösung für das Spiel in der Champions League gegen den FC Liverpool zu finden. Und die heißt: Puskás- statt Red-Bull-Arena.

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Das Hinspiel im Achtelfinale der Königsklasse wird am 16. Februar in der ungarischen Hauptstadt Budapest ausgetragen. Das gab die Europäische Fußball-Union Uefa am Sonntag bekannt. „Die Gespräche mit allen Beteiligten, allen voran der Uefa und dem FC Liverpool, aber auch dem ungarischen Fußballverband waren ausnahmslos konstruktiv und lösungsorientiert. Allen war wichtig, dass das Spiel stattfinden kann“, sagt Ulrich Wolter, RB-Direktor Operations. Zuschauer dürfen aber auch in Ungarn nicht ins Stadion.

Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen hatte die Bundespolizei einen Antrag auf eine Sondergenehmigung für die Einreise des englischen Fußball-Meisters am vorigen Donnerstag abgelehnt. Großbritannien zählt wegen der als besonders ansteckend eingestuften Coronavirus-Mutation als Hochrisikoland, aus dem eine Einreise nach Deutschland bis mindestens 17. Februar untersagt ist. Eine Ausnahme für Profisportler, die in einer Blase mit strengen Hygieneregeln agieren, schlossen die deutschen Behörden aus.

Klopp reagiert mit Unverständnis

Das rief bei Liverpools Trainer Jürgen Klopp Unverständnis hervor. „Ich denke, es wäre absolut angemessen, eine Ausnahme zu machen“, hatte Klopp gesagt und auf die Maßnahmen verwiesen, die Liverpool ergreife, um das Team vor dem Coronavirus zu schützen. „Wir sind wirklich in einer Blase, und wir könnten gegen Leipzig spielen, ohne das Virus zu verbreiten“, hatte der 53-Jährige betont.

Nachdem zunächst Salzburg oder London als Optionen galten und auch die polnischen Städte Danzig und Krakau geprüft wurden, bekam Budapest den Zuschlag. Für Ungarn gelten zwar bis mindestens zum 1. März Binnengrenzkontrollen und ebenfalls strenge Einreisebestimmungen. Für Profisportler sind aber Ausnahmen vorgesehen. „Es müssen Bescheinigungen über negative PCR-Tests vor Einreise nach Ungarn und vor Wiedereinreise in die Bundesrepublik vorgehalten werden. Mit diesem Prozedere sind wir aus vergangenen Reisen vertraut“, sagt Wolter.

Möglich wäre auch ein anderer Termin gewesen, doch momentan geht niemand davon aus, dass ab 17. Februar die Beschränkungen gelockert werden könnten. Der Tausch des Heimrechts wurde von den Engländern abgelehnt. Im schlimmsten Fall wäre die Partie ausgefallen und mit 3:0 für Liverpool gewertet worden, was nahezu gleichbedeutend mit dem Ausscheiden der Leipziger gewesen wäre. In jedem Fall müssen die Leipziger die Kosten für die Verlegung bezahlen. Diese liegen im niedrigen sechsstelligen Bereich.

SPD-Politiker gegen Fußball-Reisen

Derweil ist eine Debatte um diese Reisen zu internationalen Fußballspielen entbrannt, zumal auch Borussia Mönchengladbach für eine Partie gegen Manchester City acht Tage später einen Spielort „außerhalb von Deutschland“ sucht, wie Sportchef Max Eberl im ZDF-Sportstudio bestätigte. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Austragung der Europacup-Partien für „das falsche Signal“, wie der SPD-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte. „Wir sollen derzeit alle auf Reisen verzichten, diesen Appell hat auch die Bundeskanzlerin gesetzt, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum wir da für einen Profizirkus eine Ausnahme machen sollten“, sagte Lauterbach.

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Die Gefahr, das Virus einzuschleppen, sei gegeben. Ähnlich sieht es die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags, Dagmar Freitag (SPD). „Aufgrund der bekannten Mutationen des Virus ist jegliche Ein- und Ausreise in und aus anderen Ländern eine zu viel“, sagte Freitag. „Ich halte auch die Reisen von Fußballspielern für unangemessen.“ Dies gelte erst recht für Vereine aus Hochrisikoländern wie Großbritannien. Der Uefa und den Vereinen gehe es „allein um das Geld“, meinte Freitag. (dpa)

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