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Was macht der DFB in Dresden?

Ein Bus wurde mehrmals in der Landeshauptstadt gesichtet. Darin sitzt das Frauen-Nationalteam, das zwei Mal in der Region spielt.

Die Spielerinnen der Frauenfußball-Nationalmannschaft stehen in der Gläsernen Manufaktur neben Danny Auerswald (l), dem VW-Standortleiter, vor einem Volkswagen ID.3.
Die Spielerinnen der Frauenfußball-Nationalmannschaft stehen in der Gläsernen Manufaktur neben Danny Auerswald (l), dem VW-Standortleiter, vor einem Volkswagen ID.3. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Ein Bus sorgt derzeit in der Landeshauptstadt für einige Aufregung. Vor allem mit der Aufschrift DFB. Mit den entsprechenden Vermutungen. Hansi und seine Jungs? Die haben ihren Qualifikations-Soll zunächst mal erfüllt. Die Nationalmannschaft der Frauen aber ist derzeit tatsächlich für knapp acht Tage in Dresden.

Aber nicht wegen einer Partie im Harbig-Stadion. Die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg absolviert in diesen Tagen zwei WM-Qualifikationsspiele: Am Samstag in Cottbus gegen Bulgarien, am Dienstag in Chemnitz gegen Serbien – jeweils vor maximal 5.000 Zuschauern. „Wir haben einen großen Staff und sehr viele Spielerinnen, denen wollen wir professionelle Bedingungen bieten“, unterstreicht Maika Fischer.

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Die gebürtige Freibergerin, die in Döbeln aufgewachsen ist, ist seit Anfang 2020 Teammanagerin der DFB-Frauen. „Wir haben auch bestimme Ansprüche an Hotels. Wir haben überlegt, dass es logistisch nicht sinnvoller ist, von Ort zu Ort umzuziehen, weil das auch immer eine Herausforderung ist", erklärt die 35-Jährige.

Auch Marketing spielt eine Rolle

Das Team hat deshalb im Hyperion Hotel in direkter Nähe zur Frauenkirche eingecheckt und bestreitet seine Trainingseinheiten im Ostra-Sportpark auf Naturrasen, in direkter Nachbarschaft zum Nachwuchszentrum von Zweitligist Dynamo Dresden. „Wir reisen jeweils am Spieltag von Dresden nach Cottbus beziehungsweise Chemnitz an und fahren dann abends wieder zurück“, sagt Freitag. „Dresden hat uns einen exklusiven Trainingsplatz in Top-Qualität vorbereitet, dafür sind wir sehr dankbar“, erklärt Freitag.

Natürlich hat der Stopp in Dresden auch einen marketingstrategischen Hintergrund. Bei einem Besuch in der Gläsernen Manufaktur am Donnerstag lassen sich prima Bilder beim DFB-Sponsor VW produzieren. Der Autokonzern lässt sich das Engagement schätzungsweise 30 Millionen Euro pro Jahr kosten. Dabei werden die DFB-Kickerinnen ständig von zwei Männern mit Videokameras umkreist.

Seit knapp einem Jahr begleitet eine Crew der Film- und Fernsehgesellschaft Warner Bros die Fußballerlinnen. Daraus soll eine sechsteilige Doku entstehen. „Welcher Sender das zeigt, ist noch offen. Unsere Bedingung war, dass es im Free-TV läuft“, sagt Sabrina Dirks, die Social-Media-Verantwortliche bei den DFB-Frauen.

Überzeugender Verschraubung: Sara Däbritz (l.) von Paris SaintGermain und Torhüterin Merle Frohms bei der praktischen Einheit in der Gläsernen Manufaktur. Montagemitarbeiter Gilbert Schulze beaufsichtigte die Aktion.
Überzeugender Verschraubung: Sara Däbritz (l.) von Paris SaintGermain und Torhüterin Merle Frohms bei der praktischen Einheit in der Gläsernen Manufaktur. Montagemitarbeiter Gilbert Schulze beaufsichtigte die Aktion. © dpa/Sebastian Kahnert

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Eine Doku soll helfen, dass die Frauen-Nationalmannschaft mehr Sichtbarkeit erhält. Die Spiele in Cottbus und Chemnitz zeigen, dass noch viel zu tun ist.

Möglich, dass dann auch Bilder aus der Gläsernen Manufaktur Verwendung finden. Sara Däbritz und Merle Frohm haben zumindest medienwirksam ein paar Schrauben bei der Hochzeit eines VW-Modells eingedreht – also wenn Motor und Karosse verbunden werden.

Am Sonntag will das DFB-Team noch eine 90-minütige Stadttour durch Dresden unternehmen. Im Optimalfall mit drei Punkten im Gepäck.

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