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Viertligist erreicht DFB-Pokal-Achtelfinale

Rot-Weiss Essen wirft den Zweitligisten Düsseldorf raus. Auch zwei Bundesliga-Vertreter sind bei der Auslosung Anfang Januar nicht mehr dabei.

Essens Sandro Plechaty (2.v.l) freuen sich nach dem 3:2 Sieg.
Essens Sandro Plechaty (2.v.l) freuen sich nach dem 3:2 Sieg. © dpa/Marcel Kusch

Essen. Nach der Pokal-Überraschung von Rot-Weiss Essen sind die Weihnachtsfeiern der Spieler-Familien in Gefahr. Der erstmalige Einzug des ehemaligen Fußball-Bundesligisten in ein Achtelfinale des DFB-Pokals seit zwölf Jahren endete in einer Mannschaftsparty, die lange andauern sollte.

"Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen sich zu Hause schonmal abmelden. Weihnachten wird ein bisschen später gefeiert", sagte Essens Erfolgscoach Christian Neidhart nach dem 3:2 (2:1)-Coup des Viertligisten gegen den Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf bei Sky.

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"Irgendwie muss ich noch nach Hause kommen morgen. Natürlich wird noch was gefeiert", scherzte Marco Kehl-Gomez, der Kapitän und Torschütze zum 2:1 (39. Minute). "Wir wollten ums Verrecken gewinnen heute und das hat man dann auch gesehen."

Damit beendete der Traditionsclub aus dem Revier das Jahr 2020 ohne eine einzige Niederlage in dieser Saison. Der in 20 Ligaspielen noch ungeschlagene Tabellenführer der Regionalliga West hatte in der ersten Pokalrunde bereits den Bundesligisten Arminia Bielefeld ausgeschaltet (1:0). Nun hofft RWE wieder auf ein machbares Los fürs Achtelfinale. "Am liebsten jemand, den man auch schlagen kann", sagte Simon Engelmann, der das 1:0 (15.) besorgt hatte.

Für den Zweitliga-Fünften waren zwei Tore von Rouwen Hennings (36./87., Foulelfmeter) zu wenig, weil der eingewechselte Oguzhan Kefkir (70.) zuvor einen Konter in der zweiten Halbzeit eiskalt ausgenutzt hatte. Überhaupt war die Chancenverwertung der Essener nahezu perfekt: Die einzigen echten Torchancen führten auch zu Toren.

Damit scheiterte die Fortuna mit ihrem Trainer Uwe Rösler, dem früheren Dynamo-Profi, wie schon in der Vorsaison an einem Viertligisten. Im März hatte die Fortuna als Bundesligist das Viertelfinale beim 1. FC Saarbrücken nach Elfmeterschießen verloren.

Wolfsburg und Bremen souverän, Stuttgart knapp

Auch die Bundesligisten VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart und Werder Bremen zogen am Mittwochabend in die dritte Runde ein. Im einzigen Bundesliga-Duell gewann der VfB Stuttgart mit 1:0 (1:0) gegen den SC Freiburg. Wolfsburg setzte sich daheim souverän mit 4:0 (3:0) gegen den SV Sandhausen durch und Bremen hatte beim 3:0 (2:0)-Auswärtssieg bei Hannover 96 keine Probleme.

In Stuttgart entschied Sasa Kalajdzic das baden-württembergische Derby gegen den SC Freiburg (15.). Die Gäste steigerten sich nach einem fahrigen Beginn, aber in einer hitzigen Partie bewiesen die Schwaben letztendlich die besseren Nerven. Damit kassierten die Breisgauer nach drei Pflichtspielsiegen nacheinander wieder eine Niederlage, obwohl sie in der Schlussphase einige gute Möglichkeiten hatten.

Stuttgarts Nicolas Gonzales (l-r), Torschütze Sasa Kalajdzic, Mateo Klimovicz und Gonzales Castro jubeln nach dem Tor zum 1:0.
Stuttgarts Nicolas Gonzales (l-r), Torschütze Sasa Kalajdzic, Mateo Klimovicz und Gonzales Castro jubeln nach dem Tor zum 1:0. © dpa/Marijan Murat

Weitaus deutlicher gewann der Bundesliga-Vierte Wolfsburg. Yannick Gerhardt (27.), Wout Weghorst (30./90. +1) und Joao Victor (41.) brachten die personell gebeutelten Wölfe auf die Siegerstraße. Beim kriselnden SVS, der chancenlos war, musste unmittelbar vor dem Anpfiff Kapitän Dennis Diekmeier wegen muskulären Problemen passen.

In einem weiteren Duell zwischen einem Erst- und einem Zweitligisten profitierten die favorisierten Bremer von einem Doppelschlag in der ersten Halbzeit. Theodor Gebre Selassie (30.) und Josh Sargent (32.) trafen. Jean-Manuel Mbom machte nach einer Stunde alles klar.

Der Bremer Theodor Gebre Selassie (M) jubelt nach seinem Treffer zur 1:0-Führung mit Tahith Chong (l) und Jean Manuel Mbom (r).
Der Bremer Theodor Gebre Selassie (M) jubelt nach seinem Treffer zur 1:0-Führung mit Tahith Chong (l) und Jean Manuel Mbom (r). © dpa/Ronny Hartmann

Dagegen musste der FSV Mainz 05 nach personellen Chaos-Tagen einen weiteren sportlichen Tiefschlag einstecken. Der Tabellenvorletzte der Bundesliga verlor sein Zweitrundenspiel gegen den Zweitliga-Vierten VfL Bochum mit 0:3 im Elfmeterschießen und schied aus. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Für FSV-Trainer Jan-Moritz Lichte dürfte es das letzte Spiel auf der Bank gewesen sein.

Jean-Paul Boëtius in der 7. Minute und Danny Latza (55.) brachten die Hausherren in der regulären Spielzeit mit 2:0 in Führung, doch Bochum schlug durch den Ex-Mainzer Gerrit Holtmann (66.) und Robert Tesche (90.+4) zurück. In der Verlängerung sah VfL-Torwart Manuel Riemann (95.) die Rote Karte, doch Mainz konnte die Überzahl nicht nutzen und zog im Nervenduell vom Punkt den Kürzeren.

Zweitligist Jahn Regensburg zog dagegen zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte ins Achtelfinale ein. Die Bayern siegten am Mittwochabend beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden im Elfmeterschießen mit 4:2. Nach 120 Minuten stand es 0:0. Bei Wehen verschossen Phillip Tietz und Dominik Prokop.

Bereits am Dienstag hatten die Erstligisten Borussia Dortmund, RB Leipzig, FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln das Weiterkommen geschafft. Aus der 2. Liga sind der SC Paderborn, die SpVgg Greuther Fürth und der SC Darmstadt 98 eine Runde weiter. Komplettiert wird die zweite Runde mit den Partien Bayer Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt am 12. Januar und Holstein Kiel gegen Titelverteidiger Bayern München einen Tag später.

Das Pokal-Achtelfinale wird dann am 2. und 3. Februar gespielt. Die Auslosung findet am 3. Januar während der ARD-"Sportschau" statt. Losfee ist der frühere Skispringer Sven Hannawald. (dpa)

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