merken
Sport

Dörner feiert mit Weltmeistern von 1990

30 Jahre nach dem WM-Sieg in Italien trifft sich die Mannschaft von damals in der Toskana, mit dabei auch frühere DDR-Nationalspieler wie Dixie und Ulf Kirsten.

Dynamo-Legende und -Aufsichtsrat Hans-Jürgen Dörner war mit bei der Party in der Toskana.
Dynamo-Legende und -Aufsichtsrat Hans-Jürgen Dörner war mit bei der Party in der Toskana. © Matthias Rietschel

Franz Beckenbauer stand im Mittelpunkt des emotionalen Höhepunkts der dreitägigen Feier der Weltmeister von 1990, die sich ohne Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes in der Toskana getroffen hatten – initiiert unter anderem vom damaligen Kapitän und Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. Bei der abschließenden Gala wurde Beckenbauer mit stehenden Ovationen gefeiert. Der Weltmeister-Teamchef von 1990 und Kapitän der WM-Titelträger von 1974 in München revanchierte sich, in dem er sein Lieblingslied „Gute Freunde kann niemand trennen“ anstimmte. Beckenbauer hatte am 11. September sein 75. Lebensjahr vollendet.

15 der 22 WM-Champions von 1990, die am 8. Juli 1990 im Endspiel in Rom gegen Argentinien durch ein Foulelfmetertor von Andreas Brehme mit 1:0 gewannen, das Betreuerteam und der Trainerstab hatten sich in der Toskana getroffen. „Wir waren 1990 ein perfektes Team, mit vielen Charakterköpfen, die sich alle dem Teamgeist untergeordnet haben“, sagte Matthäus.

Anzeige
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner

Die sportlich elegante 29er Casual aus dem Hause Mühle-Glashütte gibt es ab sofort in der auf 300 Stück limitierten Sonderedition „30 Jahre Deutsche Einheit“.

Bundestrainer Joachim Löw meinte in Kiew: „Das sind ja alles Legenden, wahnsinnig tolle Persönlichkeiten. Jürgen Klinsmann hat mir ein Bild geschickt vom tollen Essen, da stand auch Wein auf dem Tisch, da hat man gesehen, dass sie Freunde fürs Leben sind.“

Es knirscht zwischen Erfolgsteam und Verband

Matthäus hatte im Vorfeld von einem „kleinen Bruch“ zwischen der Mannschaft von 1990 und dem Verband gesprochen und sagte: „Wir wollen den DFB nicht dabei haben.“ Er beklagte, dass ehemalige Nationalspieler keine Freikarten mehr für Länderspiele bekommen. Dies sei aus „steuerlichen und rechtlichen Gründen nicht mehr möglich“, erklärte DFB-Präsident Fritz Keller und versicherte: „Wir wissen aber, was wir an unseren Sieger-Nationalmannschaften haben.“

Laut Darstellung der Organisatoren wurden in der Toskana alle Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 eingehalten. Alle Gäste unterzogen sich unmittelbar vor Abflug der eigenen Chartermaschine einem Schnelltest, der bei allen negativ ausfiel.

Weiterführende Artikel

Wieso Ballack? Und warum nicht Streich?

Wieso Ballack? Und warum nicht Streich?

Die Ruhmeshalle des deutschen Fußballs hat fünf neue Mitglieder. Alles große Namen – die auch reichlich Stoff für neue Ost-West-Debatten liefern.

Neben den Weltmeistern von 1990 waren auch vier WM-Titelträger von 1974, Uli Hoeneß, Sepp Maier, Berti Vogts und Rainer Bonhof sowie der Weltmeister-Kapitän von 2014, Philipp Lahm, der Einladung gefolgt. Mit dabei waren auch als Geste für die Wiedervereinigung vor drei Jahrzehnten die einstigen DDR-Auswahlspieler Dixie Dörner, Ulf Kirsten, Andreas Thom, Thomas Doll, Eberhard Vogel, Perry Bräutigam und Jürgen Sparwasser sowie Ex-Sprinterin Katrin Krabbe.

Matthäus: „Im Sommer 1990 wurden wir Weltmeister, im Herbst feierten wir die Wiedervereinigung Deutschlands, auch deshalb freut es mich, dass so viele der deutschen Fußballfamilie den Weg in die Toskana gefunden haben.“ (sid)

Mehr zum Thema Sport