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Sport

Erinnerungen an das Wunder von Bern

Das EM-Spiel gegen Ungarn lässt viele deutsche Fußballfans an das legendäre WM-Finale 1954 denken. Damals war Ungarn klarer Favorit, heute Deutschland.

Die Weltmeister-Elf von 1954 (v.o.l.n.r.u.): Fritz Walter, Helmut Rahn, Jupp Posipal, Horst Eckel, Werner Liebrich, Ottmar Walter, Hans Schäfer, Max Morlock, Karl Mai, Toni Turek und Werner Kohlmeyer.
Die Weltmeister-Elf von 1954 (v.o.l.n.r.u.): Fritz Walter, Helmut Rahn, Jupp Posipal, Horst Eckel, Werner Liebrich, Ottmar Walter, Hans Schäfer, Max Morlock, Karl Mai, Toni Turek und Werner Kohlmeyer. © Archivbild: dpa/Richard Kroll

Von Wolfgang Stephan

München. „... aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt. Tooor, Tooor, Tooor! Tor für Deutschland“ – wer die Gnade der frühen Geburt erlebt hat, wird diese legendäre Reportage vom Radio-Reporter Herbert Zimmermann irgendwie schon einmal gehört haben.

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Dynamo will nicht brav sein
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Obwohl es beim Termin fürs Mannschaftsfoto diesmal eher unspektakulär zuging, wollen die Schwarz-Gelben Liga 2 mit mutigem Spiel rocken.

Im Hamburger Musical „Das Wunder von Bern“ hat sie jahrelang für Gänsehaut-Stimmung gesorgt. Mit 3:2 hatte Deutschland 1954 den WM-Titel gewonnen – gegen Ungarn.

In der Tat: Der Gegner der deutschen Mannschaft im letzten Gruppenspiel dieser EM löst bei vielen deutschen Fußball-Fans immer noch besondere Gefühle aus. Das 3:2 im WM-Finale 1954 in der Schweiz war tatsächlich das letzte Pflichtspiel gegen die Ungarn. #

Es war der 4. Juli 1954, ein Sonntag, an dem sich angeblich ganz Deutschland vor den Radiogeräten versammelt hat, um Herbert Zimmermann aus dem Berner Wankdorf-Stadion zu hören.

Deutschlands Geburtsstunde nach dem Krieg

Um 17.30 Uhr, so ist überliefert, überschlug sich seine Stimme. Helmut Rahns Treffer aus dem Hinterhalt war das spielentscheidende 3:2 für die Herberger-Elf, der WM-Titel für den Außenseiter Deutschland, der in der Vorrunde gegen die favorisierten Ungarn noch mit 3:8 verloren hatte.

Viele Historiker sehen in diesem WM-Titel das Symbol für ein Zeichen des Aufbruchs für das geschundene Land nach dem grausamen Weltkrieg. Als krasse Außenseiter waren die Deutschen in das Turnier gegangen.

Spielführer Fritz Walter und gleich vier weitere Spieler vom 1. FC Kaiserslautern (Horst Eckel, Werner Liebrich, Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer) bildeten den Betzenberg-Block der Weltmeister-Mannschaft, die das „Wunder von Bern“ vollbracht hatte.

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Doch die Bilanz gegen Ungarn ist fast ausgeglichen: 35 Spiele, 13 Siege, zehn Unentschieden, zwölf Niederlagen gab es für Deutschland. Joachim Löw hat als Bundestrainer zwei Mal gegen Ungarn gewonnen.

Die letzte Niederlage einer deutschen Elf gab es vor der EM 2004 mit 0:2 – ausgerechnet in Kaiserslautern. Trainer der Ungarn damals: Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.

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