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EM: Alaba leitet Österreichs Pleite ein

Die Alpenrepublik verliert gegen die Niederlande 0:2, Dänemark erhält nach 1:2 gegen Belgien viel Lob, Ukraine holt ersten Sieg - unser EM-Newsblog.

Die Entstehungsgeschichte des 1:0 für die Niederlande: Österreichs David Alaba tritt Denzel Dumfries auf den Fuß. Nach Sichtung des Videomaterials gibt der Schiedsrichter Elfmeter.
Die Entstehungsgeschichte des 1:0 für die Niederlande: Österreichs David Alaba tritt Denzel Dumfries auf den Fuß. Nach Sichtung des Videomaterials gibt der Schiedsrichter Elfmeter. © Koen Van Weel/EPA Pool/AP/dpa

Die Fußball-EM 2021 - das Wichtigste in Kürze:

22:53 Uhr: Niederlande nach Sieg gegen Österreich nächster Achtelfinalist

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Nach 13 Jahren Wartezeit ist Oranje im Eiltempo in die K.o.-Runde der Fußball-EM gestürmt - mit dem 2:0 (1:0) gegen Österreich im zweiten Vorrundenspiel in Amsterdam zogen die Niederlande auf dem schnellsten Weg als Gruppensieger ins Achtelfinale ein.

Memphis Depay (11., Foulelfmeter) und Denzel Dumfries (67.) sorgten mit ihren Toren vor 16.000 Zuschauern in der Johan Cruyff ArenA für das Ende einer Durststrecke. Denn die Elftal hatte es zuletzt 2008 aus der EM-Vorrunde heraus geschafft, 2012 war sie als Vize-Weltmeister in der deutschen Gruppe gescheitert, 2016 wie bei der WM 2018 gar nicht qualifiziert. Gegner im Achtelfinale könnte die deutsche Nationalmannschaft sein, wenn sie Gruppendritter werden sollte.

Die Niederlage der Österreicher leitete ausgerechnet Kapitän David Alaba ein. In seinem 83. Länderspiel, mit dem er mit der Legende Herbert Prohaska gleichzog, verursachte der langjährige Bayern-Star schon früh einen Elfmeter. Sein Foul gegen Dumfries an der Strafraumkante ahndete Schiedsrichter Orel Grinfeeld (Israel) aber erst nach Videobeweis. In 298 Bundesligaspielen hatte Alaba nie einen Elfmeter verursacht.

Im zweiten Spielabschnitt verwertete Dumfries dann eine Vorlage des eingewechselten Donyell Malen eiskalt.

21:36 Uhr: Eriksen schreibt Nachricht an dänisches Team

Dänemarks Fußball-Star Christian Eriksen hat sich nach der 1:2-Niederlage seines Teams bei der Europameisterschaft gegen Belgien schon kurz nach dem Schlusspfiff bei seinen Kollegen gemeldet. "Christian hat uns eine Nachricht in die WhatsApp-Gruppe geschrieben. Er schrieb uns, dass wir unglaublich waren", berichtete der Stürmer Martin Braithwaite vom FC Barcelona nach der Partie.

Aufgrund der starken emotionalen Belastung der vergangenen Tage nach Eriksens Herzstillstand erhielten die Dänen viel Lob für ihren Auftritt. "Ich spiele zwar für den besten Club der Welt. Aber ich muss sagen: Die beste Mannschaft der Welt hat heute Abend im Parken gespielt", sagte Barcelona-Stürmer Braithwaite.

19.56 Uhr: Im ersten Spiel nach Eriksen-Drama: Dänemark verliert gegen Belgien

Dänemarks Fußball-Nationalelf hat ihr erstes Spiel nach dem dramatischen Zusammenbruch ihres Mittelfeldstars Christian Eriksen verloren. Das Team von Trainer Kasper Hjulmand unterlag in seiner zweiten Vorrundenpartie bei dieser EM gegen Belgien am Donnerstag mit 1:2 (1:0). Der Leipziger Yussuf Poulsen brachte die Dänen vor 25 000 Zuschauern in Kopenhagen bereits in der zweiten Minute in Führung, der Dortmunder Thorgan Hazard (55.) und der eingewechselte Kevin De Bruyne (70.) bei seinem ersten Turniereinsatz drehten das Spiel noch zugunsten der Belgier. Die sind mit sechs Punkten schon so gut wie weiter, Dänemark hingegen droht mit aktuell null Zählern als Tabellenletzter der Gruppe C das frühe Aus.

In der zehnten Minute wurde die Partie zu Ehren von Eriksen kurzzeitig unterbrochen. Alle Spieler und Zuschauer applaudierten für den Profi von Inter Mailand, dazu ertönten Sprechchöre für ihn. Eriksen hatte am vergangenen Samstag während des EM-Auftakts der Dänen gegen Finnland (0:1) im gleichen Stadion einen Herzstillstand erlitten und musste auf dem Platz wiederbelebt werden. Er liegt seit diesem Abend in einem Kopenhagener Krankenhaus, sein Zustand ist nach Angaben des dänischen Verbands stabil und gut.

18.20 Uhr: Zu Ehren Eriksens: Spiel Dänemark gegen Belgien kurz unterbrochen

Zu Ehren von Christian Eriksen ist das EM-Vorrundenspiel zwischen Dänemark und Belgien am Donnerstag nach zehn Minuten unterbrochen worden. Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers stoppte die Partie in Kopenhagen für einige Momente, in denen alle Spieler und die rund 25.000 Zuschauer im Parken-Stadion lautstark applaudierten. Dazu ertönten Sprechchöre "Christian Eriksen, Christian Eriksen".

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: In der 10. Minute ist das Spiel unterbrochen. Fans und Spieler, wie hier der Belgier Leander Dendoncker, klatschen zu Ehren des dänischen Spielers Christian Eriksen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: In der 10. Minute ist das Spiel unterbrochen. Fans und Spieler, wie hier der Belgier Leander Dendoncker, klatschen zu Ehren des dänischen Spielers Christian Eriksen. © AP Pool

Der 29 Jahre alte Spielmacher von Inter Mailand hatte am vergangenen Samstag während des EM-Auftakts der Dänen gegen Finnland einen Herzstillstand erlitten und musste auf dem Spielfeld wiederbelebt werden. Eriksen liegt seit diesem Abend in einem Kopenhagener Krankenhaus, sein Zustand ist nach Angaben des dänischen Verbands stabil und gut.

Ein riesiges Trikot zu Ehren des dänischen Spielers Christian Eriksen wird vor dem Spiel auf den Rasen gebracht.
Ein riesiges Trikot zu Ehren des dänischen Spielers Christian Eriksen wird vor dem Spiel auf den Rasen gebracht. © dpa/Hannah Mckay

17.32 Uhr: Dänemarks Nationalteam schon beim Aufwärmen lautstark gefeiert

Die dänische Nationalmannschaft ist vor dem ersten EM-Spiel nach dem Zusammenbruch ihres Topstars Christian Eriksen schon beim Aufwärmen mit lautem Jubel im Parken-Stadion in Kopenhagen empfangen worden. Zahlreiche Zuschauer kamen am Donnerstag mit Eriksens Rückennummer 10 auf ihren Nationaltrikots in die Arena. Die Fans riefen schon 45 Minuten vor dem Anpfiff immer wieder laut "Danmark, Danmark". Bei der Verkündung der Mannschaftsaufstellung wurde der dänische Kapitän Simon Kjaer besonders lauf bejubelt, weil er am Samstag nach Eriksens Kollaps erste Hilfe geleistet hatte.

Schon bei der Platzbegehung wird die dänische Nationalmannschaft von den 25.000 Zuschauern gefeiert. Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand (M.) applaudiert den dänischen Fans.
Schon bei der Platzbegehung wird die dänische Nationalmannschaft von den 25.000 Zuschauern gefeiert. Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand (M.) applaudiert den dänischen Fans. © AP POOL/AP

17.10 Uhr: DFB: Klostermann fällt aus

Jetzt ist es klar: Bundestrainer Joachim Löw muss im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Portugal am Samstag (18 Uhr/ARD und Magenta-TV) in München auf Lukas Klostermann verzichten. Der Leipziger hat sich im Training am Mittwoch eine Muskelverletzung im hinteren rechten Oberschenkel zugezogen und war bei der Einheit am Donnerstag in Herzogenaurach nicht dabei. Laut kicker handelt es sich bei der Verletzung um einen kleinen Muskelfaserriss. Damit würde Klostermann auch das letzte Gruppenspiel gegen Ungarn (23. Juni) und ein mögliches Achtelfinale verpassen.

16.53 Uhr: Ukraine besiegt Nordmazedonien: Weiter Chance auf EM-Achtelfinale

Die Nationalmannschaft der Ukraine hat bei der Europameisterschaft ihre Chance gewahrt, das Achtelfinale zu erreichen. Mit dem 2:1 (2:0) über Nordmazedonien holte das vom einstigen Stürmerstar Andrej Schewtschenko trainierte Team die ersten drei Punkte in der Gruppe C.

Andrej Jarmolenko (29.) und Roman Jaremtschuk (34.), die schon beim 2:3 in den Niederlanden getroffen hatten, sorgten am Donnerstag in Bukarest für die 2:0-Pausenführung. Ezgjan Alioski (57.) verkürzte nur noch. Torwart Stole Dimitiresvski hielt noch einen Handelfmeter des Ukrainers Ruslan Malinowski (84.).

Nordmazedonien droht nach der zweiten Niederlage das Aus. Letzter Vorrundengegner sind die Niederlande, die Ukraine trifft am Montag auf Österreich.

16.43 Uhr: Geburt seines Kindes: Coman verlässt französisches Quartier

Mittelfeldspieler Kingsley Coman vom FC Bayern München hat das Quartier der französischen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Budapest wegen der Geburt seines Kindes verlassen. Das teilte der französische Verband FFF nach Rücksprache mit der Europäischen Fußball-Union Uefa mit. Das französische Team befand sich bereits in Budapest zur Vorbereitung auf das zweite Gruppenspiel gegen Ungarn am Samstag (15.00 Uhr/ARD und MagentaTV).

Ähnlich wie Coman hatte auch der Schweizer Nationaltorwart Yann Sommer unmittelbar nach der 0:3-Niederlage gegen Italien am Dienstag das Team verlassen. Der 32-Jährige wird in den kommenden Tagen zum zweiten Mal Vater und will bei der Geburt des Kindes dabei sein.

16.02 Uhr: Nach Ronaldos und Pogbas Flaschen-Tausch: Uefa erinnert an EM-Teilnehmer an Pflichten

Nach den für die Turniersponsoren wenig erfreulichen Aufräumaktionen von Cristiano Ronaldo und Paul Pogba hat die Uefa die EM-Teilnehmer an deren Verpflichtungen erinnert. "Wir haben mit den Team gesprochen, das ist wichtig, weil die Einnahmen durch die Sponsoren wichtig für das Turnier und den europäischen Fußball sind", sagte Turnierdirektor Martin Kallen am Donnerstag während einer Medienrunde.

Auf die Spieler sei der Dachverband nicht direkt zugegangen, bei wiederholtem Fehlverhalten könnten aber Strafen für die nationalen Verbände drohen. "Das ist immer eine Möglichkeit", sagte Kallen.

Ronaldo (36) hatte vor dem EM-Auftakt der Portugiesen in Budapest gegen Ungarn vor Beginn einer Pressekonferenz die Flaschen des Sponsors Coca-Cola beiseite gestellt und durch eine Wasserflasche ersetzt. Der Franzose Pogba (28) hatte nach dem 1:0 gegen Deutschland am Dienstagabend eine Flasche alkoholfreies Bier des EM-Sponsors Heineken aus dem Sichtfeld der Kameras geräumt. Wenn das aus religiösen Gründen geschehe, habe die Uefa kein Problem damit, sagte Kallen. Es ist bekannt, dass Pogba Anhänger des Islam ist.

15.48 Uhr: Erstes EM-Zwischenfazit: Uefa "alles in allem sehr zufrieden"

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat ein positives Zwischenfazit nach knapp einer EM-Woche gezogen. "Alles in allem sind wir sehr zufrieden", sagte Turnierdirektor Martin Kallen am Donnerstag: "Wir haben in allen elf Spielorten keine großen Probleme. Wir sind glücklich mit der Rückkehr der Zuschauer und wir haben einen guten Kontakt zu allen offiziellen Stellen."

Mit Blick auf die nicht ausgeschöpften Zuschauer-Kapazitäten in zahlreichen Stadien verwies Kallen auf die Corona-Problematik. "Es wurden alle Tickets verkauft. Aber es sind schwierige Zeiten für alle Zuschauer mit Blick auf die Logistik und die Reisen", äußerte der Schweizer: "Unter diesen Umständen sind wir sehr glücklich mit den Zuschauer-Zahlen."

Mit Blick auf die Halbfinals und das Finale in London glaubt Kallen nicht, dass die erlaubte Kapazität für das Wembleystadion auf über 50 Prozent steigen wird. Als Grund nannte der 57-Jährige die Deltavariante des Coronavirus, die sich derzeit in Großbritannien ausbreitet.

Die geringere Zuschauer-Kapazität in den Stadien ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Uefa ihre Erwartungen an die Einnahmen heruntergeschraubt hat. Statt der kalkulierten 2,2 Milliarden Euro rechnet die UEFA laut Kallen nun mit deutlich unter zwei Milliarden.

15.30 Uhr: Ex-Fußballprofi Pfannenstiel rät Eriksen: "Szene nicht nochmal anschauen"

Der 2003 auf dem Platz kollabierte Lutz Pfannenstiel hat dem Dänen Christian Eriksen geraten, sich die Bilder seines Zusammenbruchs nicht nochmal anzuschauen. "Das hat mir sehr geholfen. Ich gucke mir auch die Bilder meines Unfalls von damals nicht an", schrieb der ehemalige Bundesliga-Manager in einer Kolumne beim Nachrichtenportal t-online.

Ex-Torhüter Pfannenstiel war während seiner Zeit in Bradford bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler so schwer verletzt werden, dass er auf dem Spielfeld dreimal wiederbelebt werden musste. Eriksen stehe nun vor der "großen Herausforderung, in sich zu gehen und herauszufinden, wie er das Ganze am besten verarbeitet", erklärte Pfannenstiel.

Pfannenstiel selbst hat damals besondere Konsequenzen gezogen: "Mein Leben hat das total verändert. Ich war einfach unglaublich dankbar, eine zweite Chance bekommen zu haben. Da merkt man dann wirklich, was einem im Leben wichtig ist. Da wird der Fußball zur Nebensache."

13.59 Uhr: Zwei Positiv-Befunde auf Corona bei Slowaken

Spitzenreiter Slowakei ist vor dem zweiten Spiel in der Gruppe E von zwei Corona-Fällen betroffen. Trainer Stefan Tarkovic bestätigte am Donnerstag bei der Pressekonferenz in St. Petersburg zu der Partie am Freitag (15 Uhr/Magenta-TV) gegen Schweden, dass bei Abwehrspieler Denis Vavro von Lazio Rom ein positiver Befund vorliege. "Ich habe mit ihm gesprochen, er zeigt keine Symptome", sagte Tarkovic. Vavro habe sich wie die zweite Person, die aus dem Betreuerstab stammt und nicht namentlich genannt wurde, umgehend in Selbstisolation begeben. Beim 2:1-Auftaktsieg gegen Polen kam der 25 Jahre alten Vavro nicht zum Einsatz.

13.19 Uhr: Dänischer Kapitän: Für Eriksen zu spielen "ist die größte Motivation"

Dänemarks Kapitän Simon Kjaer hat vor der Partie gegen Belgien nochmals bekräftigt, dass die Mannschaft nun für ihren kollabierten Mittelfeldspieler Christian Eriksen spielen will. "Wir werden das Spielfeld gegen Belgien mit Christian in unseren Herzen und Gedanken betreten", schrieb der 32-Jährige in einer emotionalen Botschaft in den sozialen Netzwerken.

"Er gibt uns Ruhe in unseren Gedanken, was uns erlaubt, uns auf das Fußballspiel zu konzentrieren", ergänzte Kjaer: "Wir werden für Christian spielen, und wie immer für ganz Dänemark. Das ist die größte Motivation für uns alle." Der Schock werde zwar "für immer" bleiben, doch das einzig Wichtige sei, "dass es Christian gut geht", führte der Innenverteidiger aus.

Er sei "stolz darauf, wie wir als Team agiert haben und wie wir in dieser schwierigen Zeit zusammengehalten haben. Ich bin gerührt und sehr dankbar für die ganze Unterstützung", schrieb Kjaer weiter.

12.58 Uhr: Nach riskanter Protestaktion: Greenpeace sucht Kontakt zu Verletzten

Nach der missglückten Protestaktion von Greenpeace vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bemüht sich die Umweltorganisation eigenen Angaben zufolge um Kontaktaufnahme mit den Verletzten. "Wir möchten unbedingt mit den zwei Männern sprechen und uns persönlich entschuldigen", sagte Greenpeace-Sprecherin Simone Miller am Donnerstag. Seit Dienstagnacht habe es deswegen zahlreiche Telefonate gegeben. "Zig Anrufe bei Polizei und Behörden", sagte sie - bislang ohne Erfolg.

Ein 38 Jahre alter Mann aus Pforzheim in Baden-Württemberg war kurz vor dem Anpfiff des Spiels zwischen Deutschland und Frankreich (0:1) am Dienstagabend auf dem Platz der Arena gelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen. Eigentlich wollte Greenpeace damit gegen Sponsor Volkswagen protestieren.

11.43 Uhr: DFB-Auswahl: Klostermann droht auszufallen - Besuch von Bahnrad-Olympiasiegerin Vogel

Bundestrainer Joachim Löw muss womöglich im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Portugal am Samstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in München auf Lukas Klostermann verzichten. Der Leipziger zog sich eine zunächst nicht näher definierte Verletzung zu und trainierte am Donnerstag in Herzogenaurach nicht mit.

Klostermann war beim EM-Fehlstart gegen Weltmeister Frankreich (0:1) ohne Einsatz geblieben. Der 25-Jährige wäre aber eine Alternative für die rechte Außenbahn, falls Löw sich dazu entscheiden sollte, Joshua Kimmich gegen den Titelverteidiger wieder ins Zentrum zu ziehen.

Der Spaß sollte in der Trainingseinheit am Donnerstag im Vordergrund stehen. In der lockeren Einheit musste die Mannschaft, wie hier Leon Goretzka, Emre Can, Kevin Volland und Christian Günter (v.r.n.l.), einen Technikparkour absolvieren.
Der Spaß sollte in der Trainingseinheit am Donnerstag im Vordergrund stehen. In der lockeren Einheit musste die Mannschaft, wie hier Leon Goretzka, Emre Can, Kevin Volland und Christian Günter (v.r.n.l.), einen Technikparkour absolvieren. © dpa/Federico Gambarini

Verzichten muss Löw gegen Portugal auf Jonas Hofmann. Der Gladbacher trainierte nach seiner Knieverletzung auch am Donnerstag individuell im Fitnesszelt am Rande des Rasenplatzes im Adi-Dassler-Stadion.

Während der Übungseinheit im Sonnenschein erhielt die DFB-Auswahl Besuch. Die zweimalige Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel schaute vorbei. Die nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmte Vogel hatte die Nationalmannschaft schon einmal im Oktober 2018 besucht. "Das war schon ein bewegender Abend", hatte Thomas Müller danach berichtet. Manuel Neuer bezeichnete die fußballbegeisterte Vogel als "große Persönlichkeit" und "tolle Kämpferin".

11.34 Uhr: Eriksens Ex-Teamkollege Vertonghen: "Chris, du hast uns alle erschreckt"

Belgiens Fußball-Nationalspieler Jan Vertonghen hat seinem langjährigen Teamkollegen Christian Eriksen nach dessen Kollaps eine Botschaft hinterlassen. "Chris, du hast uns alle erschreckt. Jeder im Team und in Belgien hat großes Mitgefühl mit dir", sagte der 34-Jährige in einem Videoclip, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. In Kopenhagen treffen Dänemark und Belgien an diesem Donnerstag (18.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) aufeinander. Es ist das erste angesetzte Dänemark-Spiel nach dem Kreislaufstillstand von Eriksen, der inzwischen auf dem Weg der Besserung ist.

Zwischen 2010 und 2020 hatten Vertonghen und Eriksen erst gemeinsam bei Ajax Amsterdam und später bei Tottenham Hotspur gemeinsam gespielt. "Viel Glück für Dich und Deine Familie", hieß es von Vertonghen, der inzwischen zu Benfica Lissabon gewechselt ist.

11.00 Uhr: Engländer Taylor pfeift zweites Deutschland-Spiel

Der Engländer Anthony Taylor pfeift das zweite EM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft am Samstag (18 Uhr/ARD und Magenta-TV) in München gegen Titelverteidiger Portugal. Das gab die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Donnerstag bekannt.

Für den international sehr erfahrenen 42-Jährigen ist es der zweite Einsatz bei diesem Turnier. Taylor erlebte in seinem ersten Spiel das Drama um den Dänen Christian Eriksen mit. Nach dessen Kollaps in der Begegnung gegen Finnland (0:1) erhielt Taylor viel Lob für seine gute Kommunikation mit beiden Mannschaften.

Der große Bayern-Block in der DFB-Auswahl hat gute Erinnerungen an Taylor, der das europäische Supercup-Endspiel gegen den FC Sevilla im September 2020 (2:1 n.V.) pfiff.

Der Engländer Anthony Taylor wird das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal pfeifen.
Der Engländer Anthony Taylor wird das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal pfeifen. © Getty Pool/AP

10.23 Uhr: Eriksen bekommt nach Zusammenbruch ICD-Defibrillator eingesetzt

Der dänische Fußball-Star Christian Eriksen bekommt wenige Tage nach seinem Zusammenbruch während des EM-Spiels gegen Finnland einen ICD-Defibrillator eingesetzt. Das gab der dänische Verband am Donnerstag bekannt. Dieses kleine Gerät ähnelt einem Herzschrittmacher und wird bei Menschen implantiert, die ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen haben.

"Bei Christian wurden verschiedene Herz-Untersuchungen durchgeführt. Danach wurde entschieden, dass er ein ICD bekommen sollte. Diese Entscheidung ist nötig, nachdem Herzrhythmusstörungen bei ihm eine Herzattacke ausgelöst hatten", wird der dänische Mannschaftsarzt Morten Boesen in der Mitteilung des Verbands zitiert. Boesen stand danach in den vergangenen Tagen regelmäßig in Kontakt mit den Herzspezialisten des behandelnden Krankenhauses in Kopenhagen.

Eriksen selbst habe dieser Behandlung bereits zugestimmt, teilte der dänische Verband mit. Die Einsetzung eines ICD-Defibrillators bedeutet nicht automatisch, dass der 29-Jährige damit seine Profikarriere beenden muss. Der niederländische Nationalspieler Daley Blind oder die deutsche Stabhochspringerin Katharina Bauer betreiben damit weiterhin Leistungssport.

Dänemarks Star Christian Eriksen hatte sich am Dienstag zum ersten Mal seit seinem Zusammenbruch an die Öffentlichkeit gewandt
Dänemarks Star Christian Eriksen hatte sich am Dienstag zum ersten Mal seit seinem Zusammenbruch an die Öffentlichkeit gewandt © Instagram

10.06 Uhr: Wegen Geburt: Schweizer Nationaltorwart reist nach Deutschland ab

Der Schweizer Nationaltorwart Yann Sommer ist nach dem 0:3 (0:1) im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Italien nach Deutschland abgereist. Seine Frau Alina erwartet in den kommenden Tagen das zweite Kind. Der 32-Jährige will bei der Geburt des Mädchens dabei sein. Ob der Keeper von Borussia Mönchengladbach den Eidgenossen am Sonntag beim Gruppenfinale in Baku gegen die Türkei wieder zur Verfügung steht, ist offen.

Wegen der strengen Coronavirus-Schutzmaßnahmen der Europäischen Fußball-Union Uefa war zunächst fraglich gewesen, ob Sommer die so genannte EM-Blase verlassen darf. Der Gladbacher Keeper, der zweimal geimpft ist, hat aber die entsprechende Erlaubnis.

9.43 Uhr: TV-Quoten für EM-Spiele weiter unter 2016-Niveau

Auch am sechsten Tag der Fußball-Europameisterschaft sind die TV-Einschaltquoten unter dem Niveau vorheriger Turniere geblieben. Trotzdem war die Live-Übertragung des 3:0-Sieges von Italien gegen die Schweiz mit 8,19 Millionen Zuschauern in der ARD und einem Marktanteil von 33,6 Prozent die erfolgreichste Fernsehsendung am Mittwoch. Die Partie Türkei gegen Wales sahen 4,90 Millionen (27,6 Prozent).

Die Spiele der Euro 2016 in Frankreich hatten nach Angaben der AGF Videoforschung eine durchschnittliche Sehbeteiligung von 11,741 Millionen Zuschauern. Alle Partien des laufenden Turniers sind auch auf Magenta-TV zu sehen, die Telekom veröffentlicht jedoch keine Zuschauerzahlen.

8.22 Uhr: Unterbrechung geplant: Fans und Spieler wollen für Eriksen klatschen

Die Zuschauer in Kopenhagen sowie die Nationalmannschaften von Dänemark und Belgien planen am Donnerstagabend bei ihrem EM-Spiel in Kopenhagen offenbar eine besondere Aktion zu Ehren des vor fünf Tagen zusammengebrochenen Christian Eriksen. "Wir werden den Ball ins Aus kicken, um das Spiel kurz zu unterbrechen", kündigte der belgische Stürmer Romelu Lukaku am Vorabend an. In diesem Moment, der nach Medienangaben für die zehnte Spielminute geplant ist, sollen alle Fans und Spieler im Parken Stadion eine Minute für Eriksen applaudieren. Das Spiel zwischen Dänemark und Belgien beginnt am Donnerstag um 18.00 Uhr (ZDF und MagentaTV).

6.08 Uhr: Portugals Nationalcoach Santos: DFB-Elf mit "enormer Qualität"

Portugals Nationaltrainer Fernando Santos spricht mit Hochachtung vom nächsten EM-Gegner Deutschland. "Deutschland ist ein sehr starker Gegner mit Spielern von enormer Qualität und mit einem hervorragenden Trainer", sagte der 66-Jährige nach dem Auftaktsieg gegen Co-Gastgeber Ungarn (3:0) in Budapest.

Deutschland gewann das letzte EM-Duell gegen Cristiano Ronaldos Mannschaft 2012 in der Vorrunde durch ein Tor von Mario Gomez mit 1:0. Am Samstag (18.00 Uhr) treffen beide Mannschaften in München erneut aufeinander.

Die Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo hat gut lachen. Das erste Spiel gewannen die Portugiesen mit 3:0 gegen Ungarn. Am Sonnabend treffen sie um 18 Uhr in München auf Deutschland.
Die Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo hat gut lachen. Das erste Spiel gewannen die Portugiesen mit 3:0 gegen Ungarn. Am Sonnabend treffen sie um 18 Uhr in München auf Deutschland. © dpa/Robert Michael

5.27 Uhr: Deutsches EM-Spiel lässt Mobilfunk-Datennutzung nach oben schnellen

Während des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich hat Telefónica einen Datennutzungs-Höchstwert in seinem Mobilfunknetz gemessen. Im Zeitraum 21 Uhr bis 23 Uhr am Dienstagabend seien im mobilen O2-Netz mehr als 800.000 Gigabyte transportiert worden - und damit 50 Prozent mehr als in den zwei Stunden rund um den Jahreswechsel 2020/21, teilte Telefónica mit.

5.02 Uhr: Notarzt: Eriksen nach einem Elektroschock wieder bei Bewusstsein

Der dänische Fußball-Profi Christian Eriksen ist nach Angaben des Notarztes im EM-Stadion von Kopenhagen nach seinem Zusammenbruch nach einem Elektroschock wieder bei Bewusstsein gewesen. Wie der Intensivmediziner Jens Kleinefeld aus Köln im Interview den Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichtete, sei bei dem 29-Jährigen bereits nach wenigen Minuten Herzmassage der Defibrillator eingesetzt und einmalig der Elektroschock ausgelöst worden.

"Etwa 30 Sekunden später hat der Spieler die Augen geöffnet und ich konnte direkt mit ihm sprechen. Das war ein sehr bewegender Moment, weil bei solchen medizinischen Notfällen im Alltag die Erfolgsaussichten doch deutlich geringer sind", sagte Kleinefeld.

Kleinefeld sagte, dass er sich noch im Stadion zu 99 Prozent sicher gewesen sei, dass der Däne stabil im Krankenhaus ankomme und dort auch stabil bleibe. "Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handelt es sich meistens um eine Art Kurzschluss, der das Kammerflimmern auslöst. Der Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls, dass das Herz wieder schlägt. Bei so jemandem ist - anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen - die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehen bleibt", erläuterte der Mediziner.

Das passierte am Mittwoch, dem 16. Juni:

22:54 Uhr: Italien nach Sieg gegen Schweiz erster Achtelfinalist

Mit einem erneuten Gala-Auftritt hat Italien als erstes Team das Ticket für das Achtelfinale gelöst und die Titel-Träume der Tifosi weiter genährt. Die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini bestand am Mittwoch vor 12.445 Fans im Olympiastadion in Rom beim 3:0 (1:0) gegen die Schweiz den ersten Turnier-Härtetest bravourös und untermauerte ihre Ambitionen auf den zweiten EM-Triumph nach 1968.

Ein Doppelpack von Manuel Locatelli (26./52. Minute) und ein spätes Tor von Ciro Immobile (89.) machten den zweiten Sieg im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A und damit den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde perfekt.

Hier freut sich Italiens Doppeltorschütze Manuel Locatelli (l) über seinen Treffer zum 1:0 gegen die Schweiz.
Hier freut sich Italiens Doppeltorschütze Manuel Locatelli (l) über seinen Treffer zum 1:0 gegen die Schweiz. © Alfredo Falcone/LaPresse/AP/dpa

Italien, das zur Turniereröffnung die Türkei ebenfalls mit 3:0 bezwungen hatte, ist seit nunmehr 29 Spielen ungeschlagen und hat die letzten zehn Partien zu Null gewonnen. Die Squadra Azzurra, die am kommenden Sonntag gegen Wales (4 Punkte) um den Gruppensieg spielt, ist in dieser Form ein heißer Anwärter auf den EM-Pokal. Die Schweiz muss dagegen nach einem Punkt aus zwei Spielen um das Achtelfinale bangen und das letzte Gruppenspiel gegen die noch punktlose Türkei unbedingt gewinnen.

19.54 Uhr: Wales nach Sieg gegen Türkei vor Einzug ins EM-Achtelfinale

Dank eines 2:0 (1:0)-Sieges gegen die Türkei steht Wales bei der Europameisterschaft vor dem Einzug ins Achtelfinale. Der Halbfinalist von 2016 hat nach dem 1:1 gegen die Schweiz in der Gruppe A vier Punkte auf dem Konto und damit beste Chancen, mindestens als einer der vier besten Drittplatzierten aus den sechs Vorrundengruppen weiterzukommen.

Aaron Ramsey in der 42. Minute und Connor Roberts (90.+5) erzielten am Mittwoch in Baku die Tore für die Waliser, für die Gareth Bale (61.) einen Foulelfmeter vergab. Letzter Vorrundengegner der Briten ist am kommenden Sonntag EM-Mitfavorit Italien. Die noch punktlosen Türken treffen dann auf die Schweiz.

18.42 Uhr: Belgien plant Aktion für Eriksen

Die belgische Nationalmannschaft plant vor dem EM-Spiel gegen Dänemark eine besondere Aktion für Christian Eriksen. "Es soll ein Fest für Christian werden", sagte Trainer Roberto Martinez. "Es ist eine Intention, dass wir unsere besten Wünsche für Christian zeigen. Die Spieler werden etwas vorbereiten für den Spielbeginn. Unsere Botschaft ist, dass Fußball nicht dasselbe ist, wenn Christian nicht auf dem Feld steht."

Starangreifer Romelu Lukaku nahm in den Tagen vor dem Duell am Donnerstag (18 Uhr/ZDF und Magenta-TV) Kontakt zu seinem Vereinskollegen Eriksen auf. "Ich habe ihm geschrieben, dass er sich Zeit nehmen soll, sich zu erholen. Ich habe ihm versprochen, dass er sich jederzeit bei mir melden kann, wenn er reden möchte", sagte der Profi von Inter Mailand.

Außerdem plädierte Lukaku angesichts des Kollapses von Eriksen für Erste-Hilfe-Kurse im Profifußball. "Es wäre vielleicht gut, wenn jeder lernen würde, wie man reanimiert", sagte der 28-Jährige: "Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen. Weil du nie weißt, wann es passiert."

17.41 Uhr: Ballack kritisiert Löws System mit der Dreierkette

Nach der 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich hat der 98-​malige Nationalspieler Michael Ballack das deutsche System mit der Dreierkette kritisiert. „Vielleicht sollte man auch über das System nachdenken. Es war eine Option, aber man hat auch gesehen, nach vorne hin sind wir doch ein bisschen limitiert gewesen“, sagte der gebürtige Görlitzer in seiner Funktion als Experte bei Magenta-TV.

Er glaubt, dass sich in diesem System „noch nicht alle wohlfühlen“. Der ehemalige Weltklasse-Fußballer sagte außerdem: „Wir finden noch keine Lösung. Es sind sicherlich hier und da gute Ballpassagen, aber gerade vorne hin, wenn Havertz oder Müller in Ballbesitz kommen, dann fehlen so ein bisschen die Anspielstationen.“

17.20 Uhr: 30.000 Zuschauer in Baku erwartet - Türkei-Fahnen werden vor dem Stadion verschenkt

Die türkische Nationalmannschaft kann sich im zweiten Gruppenspiel gegen Wales in Baku auf große optische und verbale Unterstützung freuen. Laut dem euopäischen Fußballverband Uefa sind für die Partie an diesem Mittwoch 30.000 Tickets verkauft worden.

Sowohl die angereisten Fans aus der Türkei als auch die meisten einheimischen Zuschauer sind auf der Seite des Teams von Trainer Senol Günes. Aus Wales werden nur wenige Anhänger erwartet. Aserbaidschan und die Türkei stehen sich sehr nahe und bezeichnen sich auch als "Brüder".

Vor dem Stadion in Baku bekamen die Fans türkische und aserbaidschanische Fahnen geschenkt. Fahnen von Wales wurden nicht verteilt.

Vor dem Stadion in Baku werden Fahnen der Türkei und von Aserbaidschan kostenfrei an Zuschauer verteilt.
Vor dem Stadion in Baku werden Fahnen der Türkei und von Aserbaidschan kostenfrei an Zuschauer verteilt. © dpa

16.59 Uhr: Russland siegt gegen EM-Neuling Finnland

Co-Gastgeber Russland hat seine Chance auf die Qualifikation für das EM-Achtelfinale gewahrt. Die Auswahl von Trainer Stanislaw Tschertschessow, der von 1993 bis 1995 bei Dynamo Dresden aktiv war, gewann am Mittwoch gegen den Turnier-Neuling Finnland mit 1:0 (1:0). Vor rund 25.000 Zuschauern erzielte Alexej Mirantschuk (45.+2) das einzige Tor der Partie in St. Petersburg.

Die Finnen spielten wie schon beim vom Kollaps von Christian Eriksen überschatteten 1:0-Sieg in Dänemark mutig und hatten ihre Szenen, ließen diesmal aber die letzte Konsequenz vermissen. Mit jeweils drei Punkten haben beide Nationen am letzten Spieltag den Einzug ins Achtelfinale in eigener Hand.

In der Gruppe B haben die Russen und Finnen nach ihren jeweils zwei Spielen wie Belgien drei Punkte auf dem Konto. Die Belgier spielen am Donnerstag in Kopenhagen gegen Schlusslicht Dänemark ihre zweite Partie.

Russlands Dmitri Barinow (l.) stoppt Finnlands Teemu Pukki unfairen Mitteln. Am Ende gewinnt Russland 1:0.
Russlands Dmitri Barinow (l.) stoppt Finnlands Teemu Pukki unfairen Mitteln. Am Ende gewinnt Russland 1:0. © dpa/Dmitri Lovetsky

16.05 Uhr: Eriksen verfolgt Dänemark-Spiel im Krankenhaus

Mittelfeldspieler Christian Eriksen wird das zweite EM-Spiel der dänischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Belgien aus dem Krankenhaus verfolgen. "Ich denke, er wird die Partie ansehen und vielleicht sogar sein Trikot anziehen", sagte Nationaltrainer Kasper Hjulmand: "Es ist sehr verrückt. Das Krankenhaus ist direkt neben dem Parken, vielleicht wird er die Stimmung sogar hören."

Eriksen befindet sich seit seinem Kollaps im Spiel gegen Finnland im Kopenhagener Rigshospitalet. Der 29-Jährige ist wach und stabil, allerdings stehen noch weitere Untersuchungen an. "Er fühlt sich gut", sagte Hjulmand.

15.41 Uhr: Nach Eriksen-Drama: Dänische Spieler wollen gegen Belgien auflaufen

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch ihres Teamkollegen Christian Eriksen sind offenbar alle dänischen Nationalspieler bereit, am Donnerstag beim zweiten EM-Spiel gegen Belgien aufzulaufen (Donnerstag, 18.00 Uhr/ZDF und Magenta TV).

Trainer Kasper Hjulmand hatte jedem von ihnen zwar noch am Vortag freigestellt, auf einen Einsatz im Parken Stadion in Kopenhagen zu verzichten, falls er sich dazu noch nicht in der Lage sieht. Bei der Pressekonferenz am Mittwoch sagte der Nationalcoach jedoch: "Es sieht bei allen gut aus. Das Training gestern war wieder ein wichtiger Schritt. Wir haben ein starkes Team. Wir sind bereit für morgen."

Diese Einschätzung gilt ausdrücklich auch für den dänischen Kapitän Simon Kjaer, der von allen Teammitgliedern am engsten mit Eriksen befreundet ist und der am Samstag beim EM-Auftakt gegen Finnland (0:1) noch vor der Wiederbelebung des Spielmachers Erste Hilfe bei ihm leistete. "Das war hart für Simon. Aber er hat Charakter und ist ein großartiger Mensch. Natürlich ist es fair, dass er jetzt viel Anerkennung bekommt", sagte der Mittelfeldspieler Thomas Delaney von Borussia Dortmund. Kjaer wird seit seinem Einsatz für Eriksen als "Held von Kopenhagen" gefeiert, ist im Gegensatz zu anderen Führungsspielern des Teams seitdem aber nicht öffentlich aufgetreten.

14.55 Uhr: Finnen setzen erstes Zeichen beim Aufwärmen

Die finnische Fußball-Nationalmannschaft hat beim Aufwärmen vor dem EM-Spiel gegen Russland am Mittwoch (15.00 Uhr/Magenta-TV) ein erstes Zeichen gesetzt. "Get well Christian" stand in blauer Schrift auf den weißen Aufwärmshirts, die Torwart Lukas Hradecky und seine Kollegen vor der Partie in St. Petersburg trugen.

Der dänische Fußballprofi Christian Eriksen hatte am Samstag beim Spiel gegen Finnland in Kopenhagen einen Kreislaufstillstand erlitten und war wiederbelebt worden. Inzwischen ist Eriksen aber auf dem Weg der Besserung.

Finnlands Torwart Lukas Hradecky von Bayer Leverkusen trägt vor dem Spiel gegen Russland ein T-Shirt mit der Aufschrift "Get well Christian".
Finnlands Torwart Lukas Hradecky von Bayer Leverkusen trägt vor dem Spiel gegen Russland ein T-Shirt mit der Aufschrift "Get well Christian". © Reuters Pool

14.48 Uhr: Österreichs Arnautovic wegen Beleidigung für ein EM-Spiel gesperrt

Der Österreicher Marko Arnautovic ist wegen Beleidigung eines Gegenspielers für ein Spiel bei der EM gesperrt worden. Das teilte die Europäische Fußball-Union Uefa am Mittwoch nach einer Entscheidung ihrer zuständigen Kammer mit. Damit steht der frühere Bundesligaprofi nicht für das Spiel gegen die Niederlande am Donnerstag (21.00 Uhr) in Amsterdam zur Verfügung.

Dem 32 Jahre alten Arnautovic war vorgeworfen worden, nach seinem Tor zum 3:1-Endstand gegen Nordmazedonien am Sonntag seinen Gegenspieler Ezgjan Alioski beleidigt und dabei auch rassistische Äußerungen getätigt zu haben. Die Uefa stufte die Äußerungen nicht als Rassismus ein.

14.37 Uhr: Deutscher Wetterdienst empfiehlt EM-Spiele am Mittag von zu Hause anzusehen

Nicht nur die Temperaturen steigen, auch die UV-Strahlung nimmt zu. Die ultraviolette Strahlung erhöht die Gefahr von Sonnenbrand. Hitze könne zudem das Herz-Kreislauf-System belasten, sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizinisch-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Freiburg. Für Donnerstag und Freitag warne der DWD in weiten Teilen Deutschlands vor großer Hitze.

Sport und körperliche Anstrengungen sollten am besten in den frühen Morgenstunden und abends ausgeübt werden, sagte Matzarakis. Mittags sollte ein Aufenthalt im Freien möglichst vermieden werden. "Bei Hitzewarnung sollten Zuschauer in der Mittagszeit EM-Spiele am besten von zu Hause verfolgen."

14.03 Uhr: EM-Zuschauer: Auch Münchner Kapazität nicht voll genutzt

Die Zuschauer drängen nicht so zahlreich in die EM-Stadien, wie sich die Europäische Fußball-Union Uefa das gewünscht hätte. Wie schon an anderen Spielorten zuvor wurde die Kapazität auch beim Auftakt der deutschen Mannschaft gegen Frankreich (0:1) am Dienstag in München nicht voll ausgelastet.

Laut des offiziellen Spielberichts der Uefa befanden sich 13.000 Zuschauer in der Arena. Zugelassen waren 14.500 Fans. Vor der Partie in München wurde bereits in Baku, Bukarest, Kopenhagen, Sevilla, Glasgow und St. Petersburg die erlaubte Kapazität nicht voll ausgeschöpft.

Turnierdirektor Martin Kallen will sich am Donnerstag zu diesem Thema äußern. Im EM-Vorfeld hatte die UEFA trotz der anhaltenden Corona-Pandemie eine Zuschauer-Garantie von jedem EM-Gastgeber gefordert.

Zugelassen waren 14.500 Zuschauer, doch nur 13.000 kamen am Dienstag in die Münchner EM-Arena.
Zugelassen waren 14.500 Zuschauer, doch nur 13.000 kamen am Dienstag in die Münchner EM-Arena. © dpa

13.39 Uhr: Kritik an der Titelseite der französische Sportzeitung L'Equipe nach Deutschland-Spiel

"Comme en 18" ("Wie 18"): Diese knappe Titelzeile der französischen Sportzeitung L'Équipe zum EM-Auftakt-Sieg der französischen Nationalmannschaft gegen Deutschland hat heftige Debatten ausgelöst. In sozialen Netzwerken gab es am Mittwoch in Frankreich Kritik, dass mit der Zeile nicht nur der Weltmeistertitel der Bleus im Jahr 2018 gemeint sei, sondern unterschwellig auch der Sieg Frankreichs und anderer Großmächte im Ersten Weltkrieg einhundert Jahre früher - also im Jahr 1918.

Auch der deutsche Botschafter in Frankreich, Hans-Dieter Lucas, schaltete sich via Twitter in die Debatte ein. Die Erinnerung an die Weltmeisterschaft 2018 bleibe schmerzhaft, "aber glücklicherweise haben unsere Freunde, die "Bleus", uns in dem Jahr große Emotionen beschert", schrieb der Top-Diplomat auf Französisch. "Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!" An seinen Tweet war ein Bild der umstrittenen Titelseite der bekannten Sportzeitung angehängt.

Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) ist in Frankreich noch sehr präsent. Des Waffenstillstandes vom 11. November 1918, der in der Nähe von Compiègne abgeschlossen wurde, wird jährlich gedacht. Der 11. November ist im Land ein offizieller Feiertag.

Comme en 18 ( zu Deutsch: Wie 18): Diese Titelzeile der französischen Sportzeitung L'Équipe löste nach dem Sieg der Franzosen gegen Deutschland heftige Debatten aus.
Comme en 18 ( zu Deutsch: Wie 18): Diese Titelzeile der französischen Sportzeitung L'Équipe löste nach dem Sieg der Franzosen gegen Deutschland heftige Debatten aus. © L'Equipe/Twitter-Screenshot

12.28 Uhr: Deutscher Schiedsrichter Siebert hat zweiten EM-Einsatz

Schiedsrichter Daniel Siebert hat die Europäische Fußball-Union Uefa bei seiner EM-Premiere offenbar überzeugt. Der Berliner Unparteiische darf am Freitag (15.00 Uhr/MagentaTV) in St. Petersburg das Duell in der Gruppe E zwischen Schweden und der Slowakei pfeifen. Das teilte die Uefa am Mittwoch mit.

Dem 37-Jährigen stehen wie schon am vergangenen Montag in Glasgow beim Spiel Schottland gegen Tschechien (0:2) seine Assistenten Jan Seidel (Oberkrämer) und Rafael Foltyn (Wiesbaden) zur Seite. Video-Assistent wird Marco Fritz (Korb) sein.

Dass Siebert für die EM ausgewählt wurde, war im Vorfeld nicht zu erwarten gewesen. Der Referee wird im Gegensatz zu anderen deutschen Unparteiischen nicht in der Elite-Gruppe der UEFA geführt. Beim tschechischen Sieg in Glasgow zeigte Siebert eine gute Leistung, leitete das Spiel großzügig und kam ohne eine Gelbe Karte aus.

12.03 Uhr: Nach Ronaldo-PK: Milliardenschwerer Wertverlust für Coca Cola

Portugals Fußballstar Cristiano Ronaldo hat dem Getränkeriesen Coca Cola offenbar einen Wertverlust in Milliardenhöhe beschert. Nachdem der 36-Jährige bei einer Pressekonferenz vor dem EM-Auftakt Colaflaschen vom Podium entfernte, brach der Aktienkurs des Unternehmens um 1,6 Prozent ein. Zudem sank der Marktwert des EM-Sponsors um vier Milliarden US-Dollar auf 238 Milliarden.

Nachdem der fünfmalige Weltfußballer die Colaflaschen zur Seite gestellt hatte, hielt er eine Wasserflasche hoch und rief mit dem Wort "Agua" deutlich hörbar zum Wassertrinken auf. Ähnliches tat Frankreichs Mittelfeldstar Paul Pogba, als er am Dienstag nach dem 1:0 gegen Deutschland bei der Pressekonferenz eine Flasche des Biersponsors Heineken verschwinden ließ.

11.45 Uhr: Friedrich Merz fordert Überprüfung von Greenpeace

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) fordert nach der hoch umstrittenen Protestaktion im Münchner EM-Stadion eine Überprüfung der Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Nach dem Vorfall von gestern mit einer ernsthaften Gefährdung der Stadionbesucher wird es Zeit, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace zu überprüfen", twitterte Merz am Mittwoch. "Den beiden Verletzten wünsche ich baldige Genesung."

11.26 Uhr: Rüdiger zeigt Reue nach Knabber-Angriff auf Pogba

Nationalspieler Antonio Rüdiger hat nach seinem Knabber-Angriff auf den französischen Star Paul Pogba Reue gezeigt. "Da darf ich mit dem Mund nicht so an seinen Rücken hingehen - gar keine Frage. Das sieht unglücklich aus", sagte der 28-Jährige nach dem 0:1 der DFB-Auswahl im EM-Auftaktspiel gegen den Weltmeister.

"Paul und ich haben uns nach Abpfiff sehr freundschaftlich ausgesprochen", ergänzte der Profi von Champions-League-Sieger FC Chelsea, "und er hat im Gespräch mit mir und dann auch im Interview sowieso bestätigt, dass das kein Biss war, wie der eine oder andere Außenstehende es zuerst meinte."

Eine nachträgliche Sperre befürchtet Rüdiger nicht. Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande (Spanien) habe zu ihm gesagt, "dass er mich bestraft hätte, wenn es für ihn eine Tätlichkeit gewesen wäre", sagte er.

11.04 Uhr: Polizei ermittelt nach missglückter Protestaktion im Münchner Stadion

Nach der missglückten Protestaktion vor dem EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich ermittelt die Polizei wegen verschiedener Delikte nach dem Strafgesetzbuch - und nach dem Luftverkehrsgesetz. Das teilte das Polizeipräsidium München am Mittwoch mit. Ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg war am Vorabend kurz vor dem Anpfiff des Fußballspiels auf dem Platz im Münchner EM-Stadion gelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen. Mehr dazu im Artikel: Zwei Verletzte bei Greenpeace-Protest

10.30 Uhr: Über 22 Millionen sehen EM-Auftakt der deutschen Nationalelf

Der EM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft hat dem ZDF eine gute Quote beschert. 22,55 Millionen Zuschauer sahen ab 21.00 Uhr die 0:1-Niederlage gegen Weltmeister Frankreich. Der Marktanteil lag bei 67,4 Prozent - das heißt, dass zwei von drei Fernsehzuschauern zu der Zeit Fußball geschaut haben. Die Übertragung des 18-Uhr-Spiels zwischen Ungarn und Portugal (0:3) hatte 6,44 Millionen Zuschauer; der Marktanteil lag bei 34,4 Prozent. Beide Teams sind ebenfalls Vorrundengegner der deutschen Nationalelf bei der Europameisterschaft.

Aus der Sportstudio-Arena in Mainz sendet das ZDF während der Europameisterschaft. Am Dienstag bescherte das Deutschland-Spiel dem Sender gute Einschaltquoten.
Aus der Sportstudio-Arena in Mainz sendet das ZDF während der Europameisterschaft. Am Dienstag bescherte das Deutschland-Spiel dem Sender gute Einschaltquoten. © dpa

8.38 Uhr: Pogba nimmt Rüdigers angedeuteten Biss locker

Der französische Fußball-Nationalspieler Paul Pogba will den angedeuteten Biss von Deutschlands Antonio Rüdiger im EM-Spiel am Dienstagabend nicht überbewerten. "Er ist ein Freund von mir. Das war auf dem Platz, wir sind da kurz aneinandergeraten. Das ist jetzt vorbei, das ist Vergangenheit", sagte der Mittelfeldmann nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg des amtierenden Weltmeisters gegen die deutsche Elf im ersten Gruppenspiel in München. "Ich bin da keiner, der nach einer Karte schreit. Ich glaube, er hat mich ein wenig gebissen, das ist freundschaftlich, wir kennen uns gut."

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Champions-League-Sieger Rüdiger vom FC Chelsea seinen Gegenspieler Pogba kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit von hinten bedrängt und eine Art Beißbewegung am Rücken des 28-Jährigen durchführt. "Ich habe das gespürt, ich habe das dem Schiedsrichter mitgeteilt und er trifft dann seine Entscheidung", sagte Pogba zu der kuriosen Szene mit dem deutschen Verteidiger. "Er hat keine Karte bekommen, umso besser für alle. Ich möchte nicht, dass er für sowas gesperrt wird. Wir haben uns am Ende umarmt."

6.45 Uhr: Joachim Löw trotz Niederlage optimistisch

Joachim Löw sieht trotz der Auftaktniederlage des Nationalteams bei der Fußball-EM gegen Frankreich Ansätze, die ihm Hoffnung machen. Gegen Portugal soll im nächsten Spiel offensiv mehr Durchschlagskraft erzeugt werden. Daran will Löw bis zum Samstag intensiv arbeiten. Löw beantwortete nach dem Spiel gegen Frankreich Fragen von Journalisten, nachzulesen hier:

Bundestrainer Joachim Löw sieht trotz der Niederlage gegen Frankreich Ansätze, die ihm Hoffnung machen.
Bundestrainer Joachim Löw sieht trotz der Niederlage gegen Frankreich Ansätze, die ihm Hoffnung machen. © Federico Gambarini/dpa

Mittwoch, 5.55 Uhr: Hummels: "Niederlage schmerzt uns sehr und mich besonders"

Eigentorschütze Mats Hummels hat sich nach seinem Missgeschick bei der 0:1-Niederlage der deutschen Mannschaft zum EM-Start gegen Frankreich zu Wort gemeldet. "Die Niederlage schmerzt uns sehr und mich besonders, weil mein Eigentor das Spiel am Ende entschieden hat", schrieb der Innenverteidiger von Borussia Dortmund in der Nacht zu Mittwoch in einem Beitrag auf Instagram. "Wir haben alles reingeworfen und einen tollen Kampf geliefert. Dass wir spielerisch noch Luft nach oben haben wissen wir natürlich auch. Aber man hat gesehen, dass wir uns zerreißen wollen bei diesem Turnier, dass wir Euch wieder begeistern und erfolgreich sein wollen."

Hummels war in der 20. Minute das Eigentor unterlaufen. Von Hummels' rechtem Schienbein sprang der scharfe Flankenball von Lucas Hernandez unhaltbar für Manuel Neuer oben links ins Tor. Hummels bedankte sich für die vielen Nachrichten. Es seien zwar nicht nur aufmunternde Worte gekommen, aber so viele wie wohl noch nie zuvor. "Und das tut gut, weil es mir so unglaublich viel bedeutet, wieder für Deutschland am Ball zu sein."

Das passierte am Dienstag, dem 15. Juni:

22.55 Uhr: Niederlage für DFB-Team zum EM-Start: 0:1 gegen Frankreich

Mit einer Niederlage gegen Weltmeister Frankreich ist der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Start in die Europameisterschaft missglückt. Gegen den Turnierfavoriten verlor die DFB-Auswahl am Dienstagabend in München 0:1 (0:1). Mats Hummels unterlief in der 20. Minute ein Eigentor zum französischen Sieg.

Nächster deutscher Gegner ist am Samstag Titelverteidiger Portugal, der am Dienstag 3:0 in Ungarn siegte. Die Ungarn sind am 23. Juni dritter Kontrahent des DFB-Teams, das alle Vorrundenspiele in München bestreitet. Für Joachim Löw ist es das letzte Turnier als Bundestrainer. Mehr zum Spiel im Artikel EM-Fehlstart für Deutschland

21.50 Uhr: Gefährliche Motorschirm-Aktion vor EM-Auftakt der DFB-Elf

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich hat ein Motorschirm-Flieger sich selbst und die Fußball-Fans in der Münchner Arena in Gefahr gebracht. Der Mann schwebte über dem Stadion und versuchte, einen gelben Ball in die Arena zu werfen. Dabei kam ins Trudeln und konnte nur mit Mühe einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace - mehr dazu im Artikel Gefährliche Greenpeace-Aktion in München

Sicherheitskräfte führen den Mann nach seiner Landung vom Spielfeld.
Sicherheitskräfte führen den Mann nach seiner Landung vom Spielfeld. © Franck Fife/AFP Pool/AP/dpa

20.55 Uhr: Sachsens Ministerpräsident drückt Deutschland die Daumen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wird beim Spiel Deutschland gegen Frankreich besonders einer Person die Daumen drücken: Zeugwart Thomas Mai. Der Chemnitzer arbeitet seit 1991 als Zeugwart der Fußball-Nationalelf.

Über Twitter schrieb Kretschmer: "Das Spiel gegen Titel-Favorit Frankreich wird besonders schwer - doch mit einem sächsischen Zeugwart im Betreuerstab kann nichts schiefgehen. Ich drück unserer Nationalmannschaft die Daumen!"

20.00 Uhr: Aufstellung: Deutsche Mannschaft spielt gegen Frankreich wie erwartet

Die deutsche Nationalmannschaft startet mit der erwarteten Elf in die Europameisterschaft. Bundestrainer Joachim Löw bietet am Dienstagabend in der Münchner Arena gegen Weltmeister Frankreich exakt jene Formation auf, die im letzten Testspiel gegen Lettland mit 7:1 gewonnen hatte. Joshua Kimmich rückt damit erneut im Mittelfeld auf die rechte Außenbahn. Innen spielen Ilkay Gündogan und Toni Kroos, links Turnierneuling Robin Gosens von Atalanta Bergamo.

Champions-League-Sieger Kai Havertz vom FC Chelsea beginnt in der Offensive zusammen mit dem Bayern-Duo Thomas Müller und Serge Gnabry. Angeführt wird das DFB-Team im 50. Spiel bei einer EM-Endrunde von Torwart und Kapitän Manuel Neuer. Die Dreierkette davor wird gebildet von Matthias Ginter, Mats Hummels und Antonio Rüdiger.

Deutsche Aufstellung im Überblick: Neuer - Ginter, Hummels, Rüdiger - Kimmich, Gündogan, Kroos, Gosens - Havertz, Gnabry, Müller

19.55 Uhr: Später EM-Sieg für Ronaldo und Portugal: 3:0 in Ungarn

EM-Rekordspieler Cristiano Ronaldo hat mit Portugal dank später Tore einen erfolgreichen Start bei der Fußball-EM hingelegt. Der Titelverteidiger kam bei Außenseiter Ungarn in Budapest am Dienstag mit etwas Mühe zu einem 3:0 (0:0) und hat damit vor den schweren Gruppenspielen gegen Deutschland und Weltmeister Frankreich die Pflichtaufgabe erledigt.

Der Dortmunder Raphael Guerreiro mit einem abgefälschten Schuss (84.) sowie zweimal Ronaldo (87. per Foulelfmeter/90.+2) sorgten vor 55.662 Zuschauern in der vollbesetzten und stimmungsvollen Puskas Arena für den späten Sieg.

Ronaldo kürte sich mit nun insgesamt elf EM-Treffern zum alleinigen Rekordtorschützen vor dem Franzosen Michel Platini. Zudem ist er seit Dienstag auch Rekordteilnehmer. Der fünfmalige Weltfußballer ist der einzige Spieler, der bei fünf Europameisterschaften zum Einsatz kam.

Hier sehen Sie die Highlights des Spiels als Video.

18.15 Uhr: Volle Arena in Budapest - Kaum Abstand von Fans bei Stadion-Marsch

Vor augenscheinlich voll besetztem Stadion in Budapest ist das Gruppenspiel von EM-Titelverteidiger Portugal und Co-Gastgeber Ungarn angepfiffen worden. Lautstark feuerten die Zuschauer in der Puskas Arena am Dienstagabend vor allem die heimische Nationalmannschaft an. Die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo wurden schon beim Aufwärmen ausgepfiffen.

Das Stadion gilt nach Uefa-Angaben mit 61.000 Zuschauern als voll ausgelastet. Fans hatten sich zuvor ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz in großer Zahl unter freiem Himmel am Heldenplatz getroffen und waren von dort zum Stadion marschiert.

Tausende ungarische Fans sind auf dem Weg zur Puskas-Arena in Budapest. Das Stadion wird mit 61.000 Zuschauern ausverkauft sein - trotz Corona-Pandemie.
Tausende ungarische Fans sind auf dem Weg zur Puskas-Arena in Budapest. Das Stadion wird mit 61.000 Zuschauern ausverkauft sein - trotz Corona-Pandemie. © MTI

18.01 Uhr: Cristiano Ronaldo bricht EM-Rekord

Cristiano Ronaldo ist EM-Rekordteilnehmer. Der Superstar ist der erste Spieler, der bei fünf Europameisterschaften eingesetzt wurde. Der Stürmerstar von Juventus Turin führte Titelverteidiger Portugal am Dienstagabend wie gewohnt als Kapitän in das erste Gruppenspiel gegen Ungarn in der Puskas Arena von Budapest. Der 36-Jährige absolvierte seine 22. EM-Partie und baute diesen Rekord weiter aus. Insgesamt steht der Angreifer nun bei 176 Länderspielen für Portugal.

Der fünfmalige Weltfußballer hatte seine erste EM-Partie am 12. Juni 2004 bestritten. Damals wurde er bei der Heim-Endrunde in Portugal zur Halbzeit eingewechselt und erzielte das einzige Tor seiner Mannschaft beim 1:2 gegen Otto Rehhagels Griechenland, den späteren Europameister.

Mit seinem Einsatz gegen Ungarn im Gruppenspiel hat Portugals Cristiano Ronaldo einen neuen EM-Rekord aufgestellt. Er ist der erste Spieler, der bei fünf Europameisterschaften eingesetzt wurde.
Mit seinem Einsatz gegen Ungarn im Gruppenspiel hat Portugals Cristiano Ronaldo einen neuen EM-Rekord aufgestellt. Er ist der erste Spieler, der bei fünf Europameisterschaften eingesetzt wurde. © dpa/Robert Michael

17.14 Uhr: Nach Kritik der Innenministerin: Englands Spieler werden wieder knien

Ungeachtet der Kritik der britischen Innenministerin Priti Patel werden Englands Fußballer auch vor ihren nächsten Spielen bei der Europameisterschaft niederknien. "Die Innenministerin ist einer von vielen, vielen Menschen, die es ablehnen, dass wir niederknien. Sie lehnt es zumindest ab, es zu verteidigen", sagte Nationalspieler Tyrone Mings am Dienstag. "Wir haben unsere eigenen Sichtweisen, was wir tun können, um zu helfen - und was Einfluss haben kann. Wir stehen gewissermaßen für das ein, an das wir glauben."

Die Three Lions gehen vor ihren Spielen für wenige Sekunden mit einem Knie auf den Boden, um gegen Rassismus zu protestieren. Innenministerin Patel hatte das als "Gesten-Politik" bezeichnet. Von einigen Fans wurden Kapitän Harry Kane und seine Mitspieler dafür auch am vergangenen Sonntag beim EM-Auftakt in London gegen Kroatien (1:0) ausgebuht, viele andere klatschten lautstark Beifall. Laut Patel haben die englischen Anhänger das Recht auf Buhrufe gegen die eigene Mannschaft. "Wenn du so fest an etwas glaubst, dann gibt es immer Gegner", sagte Mings.

17.01 Uhr: Uefa ermittelt gegen Österreicher Arnautovic nach beleidigendem Torjubel

Dem österreichischen Nationalspieler Marko Arnautovic droht nach seinem beleidigenden Torjubel im EM-Spiel gegen Nordmazedonien eine Sperre. Der eurpäische Fußball-Verband Uefa teilte am Dienstag mit, ein Ethik- und Disziplinarverfahren gegen den 32-Jährigen eingeleitet zu haben - schon im Spitzenspiel der Gruppe C am Donnerstag in den Niederlanden könnte Arnautovic fehlen.

Dem serbisch-stämmigen Stürmer wird vorgeworfen, nach seinem Tor zum 3:1-Endstand während der Partie am Sonntag den gegnerischen albanisch-stämmigen Spieler Ezgjan Alioski beleidigt und dabei auch rassistische Äußerungen getätigt zu haben. Serben und Albaner gelten seit Jahrzehnten als verfeindet.

13.34 Uhr: Kronprinz Frederik schaut bei dänischem EM-Training vorbei

Nach dem Zusammenbruch von Spielmacher Christian Eriksen im EM-Spiel gegen Finnland hat Dänemarks Thronfolger Frederik (53) dem dänischen Nationalteam einen Besuch abgestattet. Der sportaffine Kronprinz schaute am Dienstagvormittag beim Training der Dänen in Helsingör nördlich von Kopenhagen vorbei, um der Mannschaft um die Bundesliga-Profis Thomas Delaney und Yussuf Poulsen bei der Vorbereitung auf das Gruppenspiel gegen Belgien am Donnerstag (ZDF und Magenta-TV/18.00 Uhr) die Unterstützung des Königshauses zu zeigen. Dabei wechselte er auch ein paar Worte mit Nationaltrainer Kasper Hjulmand.

13.08 Uhr: Dänemarks Trainer kritisiert Uefa scharf: "Gefühl, dass wir unter Druck gesetzt wurden"

Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand hat seine Vorwürfe gegen den europäischen Fußball-Verband Uefa nach der Fortsetzung des EM-Spiels gegen Finnland noch einmal erhärtet. "Ich hatte das Gefühl, dass wir und die Spieler unter Druck gesetzt wurden", sagte der 49-Jährige am Dienstagmorgen bei einer Pressekonferenz im dänischen EM-Quartier in Helsingör. "Es ist unbestreitbar, dass wir von der UEFA zwei Optionen bekommen haben. Ich war dabei. Ich weiß es. Es gab nur die beiden Möglichkeiten. Und es war sehr, sehr klar."

Dänemarks Spielmacher Christian Eriksen war am Samstagabend während des Spiels zusammengebrochen und wiederbelebt worden. Als klar war, dass der 29-Jährige bei Bewusstsein ist und in ein Krankenhaus gebracht wurde, stellte die Uefa beide Teams vor die Entscheidung, entweder noch am selben Abend oder am Sonntagmittag um 12.00 Uhr weiterzuspielen. Der europäische Dachverband bestätigte dies mehrfach, weist jedoch den Vorwurf zurück, vor der Entscheidung Druck ausgeübt zu haben. Die UEFA wird auch dafür massiv kritisiert, dass sie die Fortsetzung des Spiels am Samstagabend ausschließlich so darstellte, als sei dies der Wunsch beider Mannschaften gewesen.

12.56 Uhr: Fast neun Millionen sehen im ZDF spanische Nullnummer

Der erste Auftritt der spanischen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM-Endrunde hat bei der Live-Übertragung im ZDF 8,90 Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte gelockt. Der Marktanteil beim 0:0 der Furia Roja gegen Schweden in Sevilla betrug 35,6 Prozent.

Das Spiel Polen-Slowakei (1:2) am frühen Montagabend sahen in der ARD 5,03 Millionen (MA: 28,3 Prozent). Die 20-minütige Zusammenfassung der Partie zwischen Schottland und Tschechien mit dem 45,5-m-Tor des Leverkuseners Patrik Schick sahen im Ersten 2,16 Millionen (MA: 20,4 Prozent). Diese Begegnung war auch live vom Streamingdienst Magenta-TV übertragen worden.

12.43 Uhr: Bei deutschem EM-Titel steht "Fish and Chips" auf dem Speiseplan

Team-Koch Anton Schmaus würde die deutschen Fußball-Nationalspieler im Falle eines EM-Titelgewinns mit einem speziellen Gericht belohnen. Dabei orientiert sich der 39 Jahre alte Sternekoch aus Regensburg am Schauplatz der letzten Turnierspiele.

"London ist nicht nur der Spielort der beiden Halbfinals, sondern auch des Endspiels. Wenn wir das erreichen, dürfte es zur Feier des Tages dann sicher ausnahmsweise auch mal Fish and Chips geben, was ansonsten kein typisches Sportlergericht ist", sagte Schmaus der "Mittelbayerischen Zeitung" vor dem EM-Auftakt der DFB-Auswahl am Dienstagabend in München gegen Weltmeister Frankreich.

Schmaus sorgt seit knapp vier Jahren für das leibliche Wohl von Kapitän Manuel Neuer und Co. bei Länderspielen und Turnieren. Er ist nicht nur im Turnierquartier in Herzogenaurach als Koch im täglichen Einsatz, sondern reist auch mit den zu Turnierspielen. In Regensburg in der Oberpfalz betreibt er Restaurants und ein Café.

12.03 Uhr: Mitten in Kopenhagen: Graffiti und Grußbotschaften für Eriksen

Im Zentrum von Kopenhagen haben hunderte Menschen in den vergangenen Tagen eine weiße Wand mit Graffiti und Genesungswünschen für den am Sonnabend kollabierten dänischen Fußball-Star Christian Eriksen bemalt. Über mehrere Meter ist die Wand mit Grußbotschaften übersät. Sie wurde am Ofelia-Platz in der Nähe des berühmten Hafens Nyhavn in der dänischen Hauptstadt errichtet, wo sie eine der Fanzonen dieses EM-Spielorts begrenzt.

Menschen schreiben an eine Wand in der Fanzone in Kopenhagen gute Wünsche für den dänischen Spieler Christian Eriksen.
Menschen schreiben an eine Wand in der Fanzone in Kopenhagen gute Wünsche für den dänischen Spieler Christian Eriksen. © AP

11.54 Uhr: Dänemark-Trainer stellt Spielern den Einsatz gegen Belgien frei

Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand stellt es seinen Spielern frei, ob sie nach dem Zusammenbruch ihres Topstars Christian Eriksen beim nächsten EM-Spiel gegen Belgien dabei sein wollen oder nicht. "Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob jeder Spieler mental bereit sein wird, das Spiel am Donnerstag zu spielen. Und es ist in Ordnung, wenn es einige Spieler gibt, die emotional nicht bereit sind, gegen Belgien zu spielen", sagte der frühere Bundesliga-Coach von Mainz 05 am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Hjulmand selbst blickt nach den positiven Nachrichten von Eriksen allerdings wieder zuversichtlicher auf das nächste Spiel. "Die letzten 24 Stunden waren gut für die Gruppe. Wir wissen, dass es Christian gut geht. Und wir sind zurück auf dem Trainingsplatz. Es war wieder ein Lächeln im Gesicht der Spieler zu sehen", sagte er.

11.15 Uhr: Prognose: England wird Europameister

Wenn es nach Berechnungen von Volkswirte, Mathematiker und Sportsoziologen geht, wird in diesem Jahr England Europameister. Mit viel Sachverstand und einer gehörigen Portion Begeisterung berechnen sie die Ergebnisse von EM-Spiele. Und welche Chancen hat Deutschland auf den Europameistertitel?

11.00 Uhr: Die Fans sind zurück - was nun?

Heute wird in Budapest das EM-Gruppenspiel der Ungarn gegen Portugal steigen. Es ist die erste große internationale Partie in der Corona-Pandemie vor ausverkauftem Haus – mit mehr als 67.000 Zuschauern. Nirgendwo sind mehr Fans zugelassen.

Nach mehr als einem Jahr mit Geisterspielen sind in jedem EM-Stadion wieder Zuschauer dabei. Es war eine Bedingung der Uefa. Dass wieder Fans in den Stadien sind, ist jedoch nicht unproblematisch.

10.40 Uhr: EM-Finale im Wembley-Stadion vor 40.000 Zuschauern

Das EM-Finale im Londoner Wembley-Stadion erhält einen stimmungsvolleren Rahmen. Im Zuge einer Ausweitung von Pilotprojekten durch die britischen Behörden kann das Endspiel am 11. Juli vor 40.000 Zuschauern gespielt werden.

Die Lockerungen gelten auch für die beiden Halbfinals (6. und 7. Juli) sowie das Achtelfinale am 29. Juni, für das sich die deutsche Nationalmannschaft als Gruppenzweiter qualifizieren würde. Den EM-Auftakt der Engländer gegen Kroatien (1:0) in London hatten 22.500 Zuschauer verfolgt.

10.28 Uhr: Matthäus tippt auf Remis bei Deutschland gegen Frankreich

Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus traut der Nationalmannschaft im ersten EM-Gruppenspiel gegen Weltmeister Frankreich zumindest einen Teilerfolg zu. "Der Titel geht nur über Frankreich, alles andere wäre eine Überraschung. Allein Kanté und Mbappé sind Spieler der Extraklasse und der Rest ist auch spitze. Und trotzdem tippe ich auf ein 1:1", schrieb der 60-Jährige in seiner EM-Kolumne für den Pay-TV-Sender Sky.

Im Duell mit der Équipe Tricolore, an der das Team von Bundestrainer Joachim Löw bei der EM 2016 im Halbfinale gescheitert war, an diesem Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München spreche trotz der Klasse des Gegners auch einiges für die DFB-Auswahl. "Wir haben den besten Torwart der Welt, eine gute Defensive und im Vorwärtsgang großartige Qualität", befand Matthäus.

9.55 Uhr: Eriksen-Nachricht aus dem Krankenhaus: "Ich fühle mich okay"

Dänemarks Fußball-Star Christian Eriksen hat sich zum ersten Mal seit seinem Zusammenbruch am Samstagabend an die Öffentlichkeit gewandt. "Großer Dank für eure lieben und großartigen Grüße und Nachrichten aus der ganzen Welt. Das bedeutet mir und meiner Familie viel", schrieb der 29 Jahre alte Spielmacher von Inter Mailand in einer Instagram-Botschaft, die auch der dänische Verband am Dienstagmorgen veröffentlichte. Zu der Nachricht gehört auch ein Foto, das Eriksen lächelnd und mit erhobenem Daumen in seinem Krankenhaus-Bett zeigt.

"Mir geht es gut - unter diesen Umständen", schrieb Eriksen weiter. "Ich muss immer noch durch einige Untersuchungen im Krankenhaus, aber ich fühle mich okay. Jetzt werde ich bei den nächsten Spielen mit den Jungs des dänischen Teams jubeln. Spielt alle für Dänemark!"

Eriksen war am Samstagabend während des EM-Vorrundenspiels zwischen Dänemark und Finnland (0:1) kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit auf dem Rasen zusammengebrochen und wiederbelebt worden. Er wurde noch am Abend in ein Krankenhaus gebracht, wo sich sein Zustand nach Angaben des dänischen Verbandes stabilisierte.

Das passierte am Montag, dem 14. Juni:

22.59 Uhr: Überlegene Spanier mit Nullnummer - Olmo lässt den König verzweifeln

Spaniens Trainer Luis Enrique zog die rote Maske vor das Gesicht und marschierte restlos bedient in die Kabine, auf der Tribüne schaute König Felipe VI. sparsam drein. Trotz teilweise absurder Dominanz hat sich der Mitfavorit mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Schweden selbst unter Druck gesetzt - der Leipziger Dani Olmo und seine Offensivkollegen boten ein Festival der ausgelassenen Großchancen, die auch immer wieder der schwedische Schlussmann Robin Olsen vereitelte.

Vor 12.500 Zuschauern im Estadio Olimpico de la Cartuja, in dem die Spanier noch im November die DFB-Elf mit 6:0 überrollt hatten, machte der dreimalige Europameister auch aus 75 Prozent Ballbesitz und 842 erfolgreichen Pässen - bei 106 der Schweden - rein gar nichts. "Wir haben wirklich gekämpft, aber nicht das Glück gehabt", sagte der ebenfalls reichlich glücklose Koke: "Wir müssen weiterkämpfen."

Immerhin: Das Zusammenspiel funktionierte, obwohl Spaniens Trainer Luis Enrique auch wegen der Corona- und Verletzungs-Probleme den Kader weitreichend umgebaut hatte. Vom Personal der enttäuschenden Turniere von 2014 bis 2018, bei denen die Nachfahren der Goldenen Generation nicht über das Achtelfinale hinauskamen, findet sich kaum noch jemand im Euro-Aufgebot wieder.

Hier sehen Sie die Highlights des Spiels als Video.

Spaniens Dani Olmo versucht, Schwedens Torwart Robin Olsen zu überwinden - vergeblich.
Spaniens Dani Olmo versucht, Schwedens Torwart Robin Olsen zu überwinden - vergeblich. © dpa

20.05 Uhr: Nach Eriksen-Drama: Erinnerungen an Kameruner Foé

Das EM-Drama um den dänischen Mittelfeldstar Christian Eriksen hat auch Winfried Schäfer emotional extrem getroffen und ihn schmerzhaft ins Jahr 2003 zurückgeführt. „Ich hatte einen Knoten im Magen, ganz schlimm. Da kommt alles wieder hoch“, sagte der deutsche Trainer dem Sport-Information-Dienst am Sonntag.

Der 71-Jährige hatte vor 19 Jahren in Frankreich beim Confed-Cup Kamerun trainiert, als im Halbfinale sein Spieler Marc-Vivien Foe kollabierte und im Alter von 28 Jahren an Herzversagen verstarb. „Eriksen, der Junge hat Glück gehabt. Alles, was man braucht, um am Leben zu bleiben, war im Stadion“, sagte Schäfer: „Das hatten wir damals bei Marc-Vivien Foe nicht.“

Damals habe gegen Kolumbien in Lyon ein Defibrillator gefehlt. „Wir haben damals nichts mitbekommen. Marc wurde abtransportiert, niemand wusste, wo er war. Wir kamen in die Kabine, alle haben gejubelt“, berichtete Schäfer, den die Erinnerung merklich mitnahm. „Da habe ich die Mannschaft rausgeschickt und gehofft, dass wir den Finaleinzug mit Marc feiern können. Dann kamen die Spieler alle weinend zurück, das war eine Katastrophe. Er war ein überragender Leader.“

Umso erleichterter war Schäfer am Sonnabend, als bekannt wurde, dass Eriksen überlebt hat. „Alle sind froh, dass er lebt und dass es ihm gut geht. Man sagt, die Fußballer hängen nur am Geld. Gestern hat man aber etwas anderes gesehen: den Zusammenhalt, sehr viel Herzblut, die menschliche Seite.“

Kamerun setzte das Turnier 2003 fort und spielte das Finale gegen Frankreich (0:1 nach Golden Goal). „Niemand hat uns gedrängt, noch anzutreten, auch FIFA-Präsident Sepp Blatter nicht“, sagte Schäfer. „Marcs Frau hat uns damals gesagt: Spielt für ihn.“

19.53 Uhr: Fehlstart für Lewandowski - Polen verliert 1:2 gegen die Slowakei

Weltfußballer Robert Lewandowski hat mit Polen einen Fehlstart in die Fußball-Europameisterschaft hingelegt. Das Team um den Topstürmer vom FC Bayern München verlor am Montag in St. Petersburg gegen die Slowakei mit 1:2 (0:1) und steht damit in der Vorrundengruppe E bereits mächtig unter Druck.

Schiedsrichter Ovidiu Hategan zeigt Polens Grzegorz Krychowiak (r.) Gelb-Rot. In Unterzahl verliert Polen dem EM-Auftakt gegen die Slowakei 1:2.
Schiedsrichter Ovidiu Hategan zeigt Polens Grzegorz Krychowiak (r.) Gelb-Rot. In Unterzahl verliert Polen dem EM-Auftakt gegen die Slowakei 1:2. © dpa

Ein unglückliches Eigentor von Polens Torwart Wojciech Szczęsny (18. Minute) und ein Treffer von Milan Škriniar (69.) bescherten den Slowaken den überraschenden Sieg. Für die Polen, die das Spiel nach einer Gelb-Roten Karte für Grzegorz Krychowiak (62.) in Unterzahl beendeten, traf Karol Linetty (46.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Hier sehen Sie die Highlights des Spiels als Video.

Slowake Milan Skriniar jubelt mit seinen Teamkollegen Ondrej Duda (l.) und Robert Mak über seinen Treffer zum 1:2.
Slowake Milan Skriniar jubelt mit seinen Teamkollegen Ondrej Duda (l.) und Robert Mak über seinen Treffer zum 1:2. © dpa

18.30 Uhr: Löw schließt Goretzka-Einsatz nicht aus - Leno als Neuer-Vertreter

Leon Goretzka könnte nach seinem auskurierten Muskelfaserriss doch noch in den Kader für den EM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft rutschen. „Er hat insgesamt einen guten Eindruck gemacht, was die Belastung betrifft. Es ist kein Risiko laut der medizinischen Abteilung“, sagte Joachim Löw am Vorabend der Partie gegen Weltmeister Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV). Eine Entscheidung werde in einem Gespräch nach dem Abschlusstraining erfolgen, sagte der Bundestrainer. Ein Kandidat für die Startelf sei Goretzka aber definitiv nicht.

Löw kann nur 23 seiner 26 Akteure für den Spiel-Kader nominieren und muss somit immer drei Spieler aus dem Aufgebot pro Partie streichen. Als Ersatzmann für Manuel Neuer wird gegen Frankreich Bernd Leno die Nummer zwei sein. Kevin Trapp fällt somit für das Spiel aus dem Aufgebot raus. Ebenfalls nicht im Kader wird der Gladbacher Jonas Hofmann sein. Er fällt wegen einer Knieverletzung aus.

Die deutsche Mannschaft beim Abschlusstraining in der Münchener EM-Arena - mit dabei Leon Goretzka.
Die deutsche Mannschaft beim Abschlusstraining in der Münchener EM-Arena - mit dabei Leon Goretzka. © dpa

17.07 Uhr: Schiedsrichter Siebert ohne Probleme bei EM-Premiere

Schiedsrichter Daniel Siebert hat ein gutes Debüt bei einer Euro gegeben. Der 37-Jährige aus Berlin leitete das Vorrunden-Duell zwischen Schottland und Tschechien (0:2) ohne große Probleme und stand nur selten vor kniffligen Entscheidungen. Als die Spieler und Fans der Schotten kurz vor der Pause nach einem angeblichen Foul an Scott McTominay Elfmeter forderten, ließ Siebert zurecht weiterspielen.

Die erstmalige Nominierung für das Kontinentalturnier war auch für den Unparteiischen überraschend gekommen. „Das war Wahnsinn - und das musste ich auch erst mal verarbeiten“, hatte er über den Moment berichtet, als er die Nachricht erhielt. „Es fühlt sich an wie ein Traum.“ Siebert hat nach DFB-Angaben 122 Spiele in der Bundesliga geleitet und ist seit 2014 FIFA-Schiedsrichter. Das erste Mal in der Champions League kam er im Oktober 2018 zum Einsatz.

16.55 Uhr: Tschechien besiegt zum Auftakt Schottland

Tschechiens Fußball-Nationalmannschaft ist dank Bundesliga-Stürmer Patrik Schick erfolgreich in die Europameisterschaft gestartet. Beim 2:0 (1:0) gegen Mit-Gastgeber Schottland erzielte der Profi von Bayer Leverkusen am Montag in Glasgow beide Tore.

Nach dem Kopfball zur Führung in der 42. Minute war der 25-Jährige mit einem spektakulären Treffer erfolgreich. Schick zog in der 52. Minute knapp hinter der Mittellinie ab und überwand den weit vor dem Tor stehenden schottischen Torwart David Marshall. Im anderen Spiel der Gruppe D hatte England am Sonntag 1:0 gegen Kroatien gewonnen.

Hier sehen Sie die Highlights des Spiels als Video.

Tschechiens Patrik Schick (l.) erzielte beim 2:0-Sieg seiner Mannschaft gegen Schottland beide Treffer. Sein zweites Tor war das bisher schönste im Turnier.
Tschechiens Patrik Schick (l.) erzielte beim 2:0-Sieg seiner Mannschaft gegen Schottland beide Treffer. Sein zweites Tor war das bisher schönste im Turnier. © PA Wire

16.38 Uhr: Spanier pfeift deutsche Partie

Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande leitet das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich am Dienstag in München. Das gab die Europäische Fußball-Union bekannt.

Der 45-Jährige pfeift seit 2013 international und ist in Deutschland kein Unbekannter. Del Cerro Grande hat in der abgelaufenen Saison in der Champions League Spiele von Borussia Dortmund (1:2 gegen Manchester City) und RB Leipzig (4:3 bei Basaksehir) geleitet.

Die DFB-Auswahl hatte zuletzt beim 6:1 gegen Nordirland in der EM-Qualifikation im November 2019 mit der Cerro Grande zu tun, während ihm die Franzosen zuletzt in der Nations League im November 2020 beim 0:0 gegen Europameister Portugal begegneten.

16.30 Uhr: Über 2,5 Millionen Erwähnungen: Eriksen Top-Thema bei Twitter

Der Zusammenbruch des dänischen Mittelfeldspielers Christian Eriksen hat auch in den sozialen Netzwerken hohe Wellen geschlagen. In der Zeit von 18 bis 22 Uhr gab es am Samstag bei Twitter weltweit zum Thema Eriksen über 2,5 Millionen Erwähnungen. Die Nutzer drückten dabei vor allem ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung für den 29-Jährigen und dessen Familie aus.

Der meist verbreitete Tweet kam vom ehemaligen Starangreifer Didier Drogba. „Kämpfe um dein Leben, wir beten für dich“, schrieb der Ivorer und setzte einen Emoji mit betenden Händen dahinter. Insgesamt wurde der Post über 11.000-mal retweetet.

In der deutschen Twitter-Community wurden vor allem der schnell handelnde Dortmunder Thomas Delaney, die ersten Hilfe-Maßnahmen und der Zusammenhalt im Fußball über Sprachen und Nationen hinweg sehr gelobt.

16.21 Uhr: EM-Spiele in München: Maskenpflicht auch am Platz

Bei den EM-Spielen in München gilt für die zugelassenen Zuschauer eine Maskenpflicht auch am Platz. Das bestätigte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag. In den anderen EM-Stadien haben die Zuschauer bei den bisherigen Partien an ihren Plätzen zumeist keine Masken getragen.

Zuletzt hatte eine Studie auf die Gefahr einer Corona-Infektion durch das Absetzen der Maske auf den Rängen hingewiesen. Für die Spiele in München sind 14.500 Zuschauer zugelassen, die alle getestet, geimpft oder genesen sein müssen. Im Münchner Stadion gilt zudem ein Alkoholverbot.

15.48 Uhr: Essener macht Straße zum Flaggenmeer

Eine Straße in Schwarz-Rot-Gold: Achim Klimmeck aus Essen hat für Deutschland-Flair vor seiner Haustür gesorgt. In der Rullichstraße hängte er zwischen den Häusern Hunderte Flaggen von Deutschland und anderen Fußball-Nationen sowie von Europa auf.

Schon seit der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 sorgt der Essener mit seinem Fahnenmeer in dem Wohngebiet für Stimmung. Auch dieses Mal saß er lange an der Dekoration - mehr als 500 Flaggen seien es, schätzt er, genau gezählt habe er sie nicht.

Der fußballverrückte Achim Klimmeck aus Essen hat zur Europameisterschaft die Straße mit über 500 Fahnen geschmückt.
Der fußballverrückte Achim Klimmeck aus Essen hat zur Europameisterschaft die Straße mit über 500 Fahnen geschmückt. © dpa/Roland Weihrauch

15.34 Uhr: Nach Eriksen-Kollaps: Erste-Hilfe-Kurse für Profis in Italien

Nach dem Zusammenbruch von Dänemarks Christian Eriksen während des Spiels gegen Finnland will Italien verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse für Fußball-Profis einführen. In Zukunft sollten alle Spieler der ersten drei Ligen des Landes entsprechend geschult werden, gab Verbandspräsident Gabriele Gravina am Montag im Camp der italienischen Nationalmannschaft in Florenz bekannt und bezog sich dabei explizit auf den Einsatz von Dänemarks Kapitän Simon Kjaer. Der Profi von AC Mailand hatte Eriksen nach dessen Kollaps am Samstag sofort in eine stabile Seitenlage gebracht und so verhindert, dass dieser seine Zunge verschlucken konnte.

Die italienischen Nationalmannschaft soll schon in den kommenden Tagen. Erste-Hilfe-Kurse erhalten. Auch für den Amateurbereich in Italien sollen entsprechende Angebote geprüft werden. Dies sei aber deutlich komplizierter, sagte Gravina.

15.00 Uhr: Dänische Spieler und Verantwortliche kritisieren Uefa

Dänemarks Nationaltorhüter Kasper Schmeichel hat nach dem Drama um Mittelfeldspieler Christian Eriksen die Europäische Fußball-Union (Uefa) harsch kritisiert. Der Dachverband hätte die Entscheidung über die Spielfortsetzung nicht auf die Spieler abwälzen dürfen, sagte der 34-Jährige: „Es war keine Situation, in der wir hätten landen sollen. Es hätten andere Leute diese Entscheidung treffen müssen.“

Er hoffe, „die Uefa hat daraus etwas gelernt“. Der Dachverband hatte den Spielern neben einer unmittelbaren Spielfortsetzung nur eine Neuansetzung am Folgetag um 12 Uhr angeboten.

„Natürlich hatte ich nicht das Gefühl, dass es das Beste ist. Wir hatten zwei Möglichkeiten, die beide schlecht waren, und wir nahmen die am wenigsten schlechte“, sagte Angreifer Martin Braithwaite.

„Es gab eine Menge Spieler, die nicht bereit waren zu spielen“, ergänzte der Profi des FC Barcelona: „Natürlich hätte es nicht so sein sollen. Wenn man so etwas erlebt hat, geht man nicht raus und spielt ein Fußballspiel.“

14.14 Uhr: Elefanten-Orakel tippt auf Frankreich-Sieg gegen Deutschland

Erstes schlechtes Omen für Joachim Löw und sein Team: Die Elefantendame Yashoda im Hamburger Tierpark Hagenbeck tippt auf einen Sieg der französischen Nationalmannschaft gegen die deutsche Elf. Die 42 Jahre alte Leitkuh, die während der Euro als Orakel tätig ist, zog am Montag die französische Flagge aus einer Box, wie der Tierpark Hagenbeck mitteilte. Die Elefantin wedelte die Fahne durch die Luft und erhielt als Belohnung eine Ananas als Leckerli.

Die Hamburger Elefantenkuh Yashoda wedelt mit der französischen Fahne, die sie zuvor aus einem Weidenkorb gezogen hatte. Yashoda sollte den Ausgang des ersten EM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich vorhersagen.
Die Hamburger Elefantenkuh Yashoda wedelt mit der französischen Fahne, die sie zuvor aus einem Weidenkorb gezogen hatte. Yashoda sollte den Ausgang des ersten EM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich vorhersagen. © dpa

14.04 Uhr: TV-Experte Ballack erneut Kritik an Fortsetzung des Spiels Dänemark gegen Finnland

Der ehemalige Nationalspieler Michael Ballack hat sein Unverständnis an der Fortsetzung des Spiel zwischen Dänemark und Finnland erneuert. „Es war ein tragischer Moment und auch ein sehr, sehr gefährlicher Moment. Das hat man eben auch diesen Spielern angemerkt und uns auch. Deswegen waren wir uns eigentlich alle einig: man kann so ein Spiel nicht mehr anpfeifen“, sagte er als Experte bei Magenta-TV. „Die Spieler, die betroffen sind, können diese Entscheidung schonmal gar nicht treffen.“

13.55 Uhr: Frankreichs Nationaltrainer sorgt sich nicht um Streit seiner Superstars

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps sorgt sich nach eigener Aussage vor dem Auftakt des Weltmeisters gegen Deutschland nicht wegen des Disputs zwischen seinen Spielern Kylian Mbappé und Olivier Giroud. „Ich kann nicht von Spannungen sprechen, denn das sind keine“, sagte er der Sporttageszeitung L'Equipe. Er habe aber mit beiden gesprochen. „Wenn ich das Gefühl habe, es für kleine Anpassungen tun zu müssen, tue ich es.“ Frankreich startet am Dienstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in München in das Turnier.

Routinier Giroud (34) hatte nach der EM-Generalprobe gegen Bulgarien (3:0) in einem TV-Interview das mangelnde Zusammenspiel im Angriff moniert. Mbappè (22) hatte seinen Unmut darüber auch am Sonntag in einer Pressekonferenz geäußert.

13.39 Uhr: Dänemark-Spieler nach Eriksen-Drama: „Werden für Christian spielen“

Nach dem Zusammenbruch ihres Topspielers Christian Eriksen will die dänische Mannschaft mit einer klaren Botschaft in ihr nächstes Gruppenspiel gegen Belgien gehen. „Wir werden für Christian spielen und für alle, die uns unterstützt haben“, sagte der ehemalige Bayern-Profi Pierre-Emile Höjbjerg am Montag bei einer Medienrunde im Quartier des Teams in Helsingör. Es war das erste Mal, dass sich mehrere Mitspieler von Eriksen seit dessen Kollaps am Samstagabend bei einem Medientermin dazu äußerten.

Auch der Stürmer Martin Braithwaite vom FC Barcelona betonte: „Wir haben die Unterstützung von überall gespürt. Und das wissen wir sehr zu schätzen. Ich weiß, dass Dänemark dafür steht, dass wir in Widrigkeiten zusammenstehen. Und ich habe keine Zweifel, dass die Menschen am Donnerstag im Parken Stadion etwas Besonderes sehen werden.“

13.22 Uhr: Eriksen-Schicksal bewegt Oranje-Star Blind

Die schrecklichen Bilder vom plötzlichen Kollaps des Dänen Christian Eriksen haben bei allen Teilnehmern für Entsetzen gesorgt, für den Niederländer Daley Blind war es aber besonders schlimm.

Der Abwehrspieler der Elftal hat früher bei Ajax Amsterdam mit Eriksen zusammengespielt, war vor ein paar Jahren dabei, als sein Ajax-Teamkollege Abdelhak Nouri bei einem Freundschaftsspiel auf ähnliche Art und Weise zusammenbrach und bekam vor einiger Zeit selbst die Diagnose, an Herzrhythmusstörungen zu leiden.

Ende 2019 sackte der 31-Jährige bei einem Champions-League-Spiel in Valencia ebenfalls zu Boden, die Fortsetzung seiner Karriere schien fraglich. „Für mich waren es bekannte Dinge. Das hat es so heftig gemacht“, sagte Blind zu den Bildern von Eriksen.

Alles Dinge, weshalb Blind ernsthaft überlegt hatte, ob er am Sonntag bei der Partie der Niederländer gegen die Ukraine dabei sein solle. „Ich habe eine mentale Hürde überwinden müssen“, sagte der 31-Jährige nach dem 3:2 des Oranje-Teams. „Ich bin stolz, dass ich es gemacht habe“, sagte Blind, der bei seiner Auswechslung von Tränen übermannt wurde und von Bondscoach Frank de Boer in den Arm genommen wurde.

13.07 Uhr: Brand in Münchner Arena: Deutscher EM-Auftakt nicht gefährdet

Trotz eines Brandes im Münchner Stadion ist der EM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag gegen Weltmeister Frankreich (21.00 Uhr/ZDF und Magenta-TV) nicht gefährdet. „Nach Rücksprache mit einem Verantwortlichen der Allianz Arena gibt es keine Auswirkungen auf den kommenden Spieltag der Europameisterschaft“, teilte die Stadt mit.

Am frühen Montagmorgen war ein Feuer in einer Elektroverteilung ausgebrochen, um 4.48 Uhr löste die Brandmeldeanlage aus. Als die Feuerwehr vor Ort war, stellte sie eine starke Rauchentwicklung in einem Technikraum fest. Der Brand wurde mit einem CO2-Löscher gelöscht, zusätzlich wurden bis 8.00 Uhr Lüftungsmaßnahmen durchgeführt.

Der Schaden kann von der Feuerwehr derzeit nicht beziffert werden. Durch die Früherkennung und die schnell eingeleiteten Löschmaßnahmen konnte das Feuer auf die Elektroverteilung beschränkt werden

In der Münchner Allianz Arena ist am Montagmorgen in er Elektroverteilung ein Feuer ausgebrochen. Das Spiel zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstag kann aber stattfinden.
In der Münchner Allianz Arena ist am Montagmorgen in er Elektroverteilung ein Feuer ausgebrochen. Das Spiel zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstag kann aber stattfinden. © dpa

12.14 Uhr: Aufregung im deutschen EM-Quartier: 14-jähriger Junge wollte Stars sehen

Seine überschwängliche Zuneigung für die Stars der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat einem jugendlichen Fan jede Menge Ärger eingebracht. Der 14-Jährige versuchte nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes am Samstagabend, sich mit einem Kumpel Zugang zum DFB-Teamquartier in Herzogenaurach zu verschaffen. Als er über den Absperrzaun kletterte, schlug der Werkschutz Alarm.

Die Sicherheitsleute waren sofort zur Stelle und schnappten die Unruhestifter. Zuerst hatte die Bild-Zeitung von dem Vorfall berichtet. Von den DFB-Verantwortlichen wurde der kleine Zwischenfall jedoch als harmlos eingestuft, von einer Anzeige wurde abgesehen.

12.02 Uhr: Enttäuschende TV-Quoten für EM-Spiele

Die Begeisterung der TV-Zuschauer für die Fußball-Europameisterschaft hält sich im Vergleich zum vergangenen EM-Turnier in Grenzen. Keine der bisherigen Übertragungen im Fernsehen kam über die Zehn-Millionen-Marke. Das meistgesehene Spiel am Sonntag war Niederlande gegen Ukraine mit durchschnittlich 8,82 Millionen TV-Zuschauern bei der ARD. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 32,3 Prozent.

Zum Vergleich: Die Spiele der Euro 2016 in Frankreich hatten nach Angaben der AGF Videoforschung eine durchschnittliche Sehbeteiligung von 11,741 Millionen Zuschauern. Das ergab einen Marktanteil von 44,3 Prozent. Die Partie Österreich gegen Nordmazedonien sahen am Sonntagnachmittag 5,93 Millionen (30,3 Prozent). Bei England gegen Kroatien saßen 4,88 Millionen vor dem Fernseher (36,2 Prozent).

11.43 Uhr: Europameister-Titel würde den Deutschen Fußball-Bund 10,4 Millionen Euro kosten

Für den vierten EM-Titelgewinn würde der Deutsche Fußball-Bund eine Gesamtprämie von 10,4 Millionen Euro an die 26 Nationalspieler zahlen. Kapitän Manuel Neuer hatte mit dem Verband vor dem Turnierstart an diesem Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich die Rekordsumme von 400.000 Euro pro Mann im Falle des Titelgewinns ausgehandelt. Als bisherige Höchstleistung flossen 300.000 Euro an die 23 Weltmeister 2014 in Brasilien.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff nannte die Titelprämie „hoch, aber ich würde sie als DFB gerne zahlen“. Immerhin fließen bei der EM-Endrunde auch reichlich Uefa-Gelder an die 24 teilnehmenden Nationen. Der Titelgewinner kann bis zu 28,25 Millionen Euro an Preisgeldern kassieren, wenn er schon jedes seiner drei Gruppenspiele gewinnt. Jeder Verband erhält allein ein Startgeld von 9,25 Millionen Euro.

Bierhoff merkte zur Titelprämie von 400.000 Euro auch an, dass die Nationalspieler diesmal keine Prämie für die bereits im November 2019 als Gruppensieger erfolgreich abgeschlossene Qualifikation erhalten hatten. Diese sei nun in den Verhandlungen „eingepreist worden“.

Insofern wären die 10,4 Millionen im Falle des Titelgewinns auch keine Rekordzahlung des DFB an die Spieler. Zu den 6,9 Millionen Titelprämie für die Weltmeister 2014 kamen nämlich damals weitere 4,26 Millionen, die der Verband an insgesamt 31 Nationalspieler zuvor für die erfolgreiche WM-Qualifikation ausgeschüttet hatte. Der Gesamtbetrag betrug damals satte 11,16 Millionen Euro.

11.15 Uhr: Dänemark-Spieler Schmeichel und Kjaer besuchen Eriksen im Krankenhaus

Torhüter Kasper Schmeichel und Kapitän Simon Kjaer haben als Vertreter der dänischen Fußball-Nationalmannschaft ihren Mitspieler Christian Eriksen nach dessen Zusammenbruch im Krankenhaus besucht. „Es war verdammt gut, ihn zu sehen. Ihn lächeln und lachen zu sehen und zu spüren, dass er da ist“, sagte Schmeichel nach seiner Visite im Rigshospitalet: „Wir sprachen über alles und nichts. Es hat mir sehr geholfen, ihn zu sehen.“

Neue Informationen zu Eriksens Gesundheitsstand gab es derweil nicht. „Seine Situation ist die gleiche wie am Sonntag. Es gibt keine Neuigkeiten“, sagte Dänemarks Pressesprecher Jakob Hoyer am Montagmorgen.

Schmeichel und Kjaer hatten auch am Samstag im Kabinentrakt mit Eriksen telefoniert, bevor sich die dänische Mannschaft für die Fortsetzung der Partie gegen Finnland (0:1) entschied. Die Spieler fühlten sich dabei auch ein Stück weit unter Druck gesetzt, wie sie nun bestätigten.

„Uns wurde gesagt, dass wir eine Entscheidung treffen müssen“, sagte Angreifer Martin Braithwaite. Letztlich sei die unmittelbare Fortsetzung „die am wenigsten schlechte Option“ gewesen. „Es gab eine Menge Spieler, die nicht bereit waren zu spielen“, ergänzte der Profi des FC Barcelona.

Auch zwei Tage nach dem dramatischen Zwischenfall zeigten sich die Spieler tief bewegt, doch der Blick gehe nun nach vorne. „Wir müssen nach vorne schauen, um Christians Willen, um der Mannschaft Willen und um Dänemarks Willen“, sagte Mittelfeldspieler Pierre-Emile Höjbjerg. Für manche sei „das einfacher als für andere“, führte der ehemalige Bayern-Profi aus. Er selbst finde „Energie darin, es für Christian zu tun, für seine Familie und diejenigen, die uns unterstützen.“

Dänemarks Christian Eriksen war beim Spiel gegen Finnland kollabiert. Mittlerweile ist der 29-Jährige auf dem Weg der Besserung.
Dänemarks Christian Eriksen war beim Spiel gegen Finnland kollabiert. Mittlerweile ist der 29-Jährige auf dem Weg der Besserung. © Archivbild: Tim Goode/PA Wire/dpa

9.10 Uhr: Berater berichtet: Eriksen "scherzt und ist guter Stimmung"

Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen muss nach seinem Kollaps weiter im Krankenhaus bleiben, ist nach Angaben seines Beraters aber auf dem Weg der Besserung. „Wir haben uns heute Morgen gehört. Er hat gescherzt, er war guter Stimmung, es geht ihm gut“, sagte Martin Schoots der Gazzetta dello Sport (Montag) in einem am Sonntag geführten Interview. „Wir wollen alle verstehen, was ihm passiert ist, das will er auch: Die Ärzte machen gründliche Untersuchungen, das braucht Zeit“, ergänzte Schoots.

Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler Eriksen hatte am Samstagabend kurz vor der Halbzeitpause des Gruppenspiels gegen Finnland einen Herzstillstand erlitten und musste auf dem Rasen wiederbelebt werden. Im Krankenhaus in Kopenhagen stabilisierte sich sein Zustand. „Er war glücklich, weil er gesehen hat, wie viel Liebe er um sich herum hat. Er hat Nachrichten aus aller Welt bekommen“, berichtete Schoots von seinem Besuch beim Profi vom italienischen Meister Inter Mailand.

„Die halbe Welt hat sich gemeldet, alle waren besorgt“, sagte der Berater über die Anteilnahme nach dem öffentlichen Zusammenbruch. „Christian gibt nicht auf. Er und seine Familie wollen sich bei allen bedanken.“ Eriksen werde Montag und „vielleicht auch Dienstag“ unter Beobachtung im Krankenhaus bleiben. „Jetzt muss er sich erholen, seine Frau und die Eltern sind bei ihm“, sagte Schoots. Der Mittelfeldspieler verfolge aber auch die dänischen EM-Spiele weiter: „In jedem Fall will er sein Team gegen Belgien als Fan unterstützen.“

8.04 Uhr: Ex-Coach Frank de Boer über Eriksen: „Ich musste den Raum verlassen“

Der niederländische Nationaltrainer Frank de Boer hat das Drama um seinen Ex-Spieler Christian Eriksen hart getroffen. „Es war sehr schwierig, die Bilder zu sehen. Ich musste den Raum verlassen. Ich habe fünf Jahre mit Christian gearbeitet. Der ganze Abend war für mich eine Achterbahnfahrt“, sagte der Bondscoach nach dem 3:2 (0:0) gegen die Ukraine zum EM-Auftakt.

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De Boer hatte Eriksen bei Ajax sowohl in der Jugend (2008 bis 2010) als auch bei den Profis (2010 bis 2013) trainiert. „Auch einige Spieler aus meiner Mannschaft kennen ihn noch sehr gut von Ajax. Wir hatten für den Abend eigentlich ein Treffen geplant, um über Taktik zu sprechen. Aber das haben wir auf den nächsten Morgen verschoben. Ich wollte nicht über Fußball sprechen. Jeder sollte seinen Gefühlen eigenen Raum geben können“, erklärte de Boer.

Der Däne Eriksen war während des EM-Spiels gegen Finnland kollabiert und musste noch auf dem Rasen reanimiert werden. Inzwischen geht es dem Inter-Profi wieder besser. „Hoffen wir, dass alles gut wird“, sagte de Boer.

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