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Deutschland im Achtelfinale: Das gilt für jubelnde Mieter

Viele Fußballfans verfolgen die EM emotional. Doch damit es keinen Ärger mit den Nachbarn gibt, gilt es einige Regeln zu beachten.

Schwarz-Rot-Gold: Dieser Berliner ist voll im Fußballfieber.
Schwarz-Rot-Gold: Dieser Berliner ist voll im Fußballfieber. © dpa/ Christoph Soeder

Am Dienstag tritt die deutsche Nationalmannschaft im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft gegen England an. Einige Fans haben ihre Wohnung und den Balkon schon in Schwarz-Rot-Gold dekoriert und sich für den Anpfiff um 18 Uhr Freunde eingeladen. Doch Vorsicht: Mieter dürfen trotz aller Fußballfreude nicht feiern und jubeln, wie sie wollen.

Poster der Nationalmannschaft oder Nationalfahnen in die Fenster der Wohnung zu hängen, ist erlaubt. „Sie stören niemanden“, sagt Katrin Kroupová, Juristin beim Mieterverein Dresden und Umgebung. Soweit im Mietvertrag ein Plakat- oder Fahnenverbot verhängt ist, gilt dies allenfalls für Plakate mit politischem Inhalt, für stark polarisierende oder gar verhetzende Meinungsäußerungen.

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Auch auf dem Balkon darf Flagge gezeigt werden. Wenn allerdings eine Halterung montiert werden muss oder aus anderen Gründen in die Bausubstanz eingegriffen wird, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden, warnt Katrin Kroupová: „Unabhängig hiervon hat der Fußballfan sicherzustellen, dass sich Fahnen oder Plakate nicht selbstständig machen, nicht herunterfallen und so Passanten verletzten oder Autos beschädigen können.“ Ist das garantiert, darf die Nationalflagge auch aus dem Fenster wehen – in Normalgröße, sodass die Fenster der Nachbarwohnungen nicht automatisch mitbeflaggt werden.

Ob das Grillen im Hof, im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon eines Mietshauses erlaubt ist oder nicht, dafür gibt es keine verbindliche gesetzliche Regelung. Auch die Richter haben unterschiedliche Auffassungen dazu vertreten. Prinzipiell ist gegen das Grillen dann nichts einzuwenden, wenn im Mietvertrag nichts Gegenteiliges vereinbart wurde, keine Schäden verursacht werden und die Mitbewohner nicht unzumutbar belästigt werden. Derjenige, der einen Grill betreibt, sollte selbstverständlich darauf achten, dass der Brandschutz gewährleistet wird und keine Schäden durch Funkenflug, Ruß oder Ähnliches verursacht werden. Keinesfalls darf ein brennender Grill unbeaufsichtigt gelassen werden.

Wenn im Mietvertrag oder der Hausordnung jedoch ausdrücklich festgelegt ist, dass auf dem Balkon nicht gegrillt werden darf, dann muss sich der Mieter an diese Vereinbarung halten. „Sonst riskiert er eine Abmahnung seitens des Vermieters, im Wiederholungsfalle sogar eine fristlose Kündigung“, erklärt Katrin Kroupová.

Auch, wenn es nach der spannenden Begegnung und vor allem im Falle eines Sieges vielleicht schwerfällt: Die Ruhezeiten müssen berücksichtigt werden. Spätestens ab 22 Uhr (freitags und samstags ab 24 Uhr) muss die Nachtruhe eingehalten und erhöhte Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden. Als Alternative für feierfreudige Fans empfiehlt die Mietrechtsexpertin den Besuch einer Public-Viewing-Veranstaltung oder einen gemeinsamen Fernsehabend in einer Gaststätte. (rnw)

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