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Löw hat Schuld, aber nicht ganz allein

Das EM-Aus war für viele absehbar, nur beim DFB hat das keiner kommen sehen wollen und auch können - kommentiert Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer.

© dpa

Es war nur eine Illusion, ein Wunschtraum, dass der Abschied von Joachim Löw als Fußball-Bundestrainer das gute, erfolgreiche Ende nehmen würde, auf das Spieler, Verantwortliche und auch Fans gehofft hatten. Spätestens seit Dienstagabend aber ist endgültig klar, dass er bereits nach der verpatzten WM 2018 hätte gehen müssen. Ohne Plan B ist Deutschland auch diesmal ausgeschieden, wobei nicht erst gegen biedere Engländer nicht mal ein echter Plan A zu erkennen war.

Der WM-Titel 2014 war Löws Meisterstück, rückblickend betrachtet der Höhepunkt seines Schaffens beim Deutschen Fußball-Bund. Danach ging es zunächst schleichend und dann immer schneller bergab – begleitet von vielen berechtigten Zweifeln, stammtischgetriebenem Spott, aber auch konstruktiver Kritik. Für Außenstehende jedenfalls, und damit sind nicht nur die sogenannten Experten gemeint, war das frühe EM-Aus absehbar.

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Nur beim DFB hat das keiner kommen sehen wollen. Schlimmer noch: Es hat keiner kommen sehen können. Viel zu sehr ist die Verbandsspitze seit Jahren mit sich selbst beschäftigt, vor allem mangelt es an Fußballsachverstand. Wer also hätte dem eigenwilligen Löw erklären sollen, dass es so nicht geht? Der Einzige im Führungszirkel, der als Ex-Profi noch fachlich infrage kommt, ist Oliver Bierhoff. Doch der Auswahlmanager ist mehr Wirtschaftsstratege als alles andere.

Insofern haben alle Beteiligten nun das verdiente Ergebnis erhalten: die nächste Blamage für den deutschen Fußball.

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