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Nächstes Debakel für Aue - der Trainer muss gehen

1:4 verliert der FC Erzgebirge gegen starke Paderborner. Auch der nächste Kontrahent ist stark - gegen den soll nun ein neuer Übungsleiter helfen.

Resignierte Anhänger: Ein Banner mit der Aufschrift "Traurige Geschichte" hängt am Auer Fanblock.
Resignierte Anhänger: Ein Banner mit der Aufschrift "Traurige Geschichte" hängt am Auer Fanblock. © Robert Michael/dpa

Aue. Entsetzte Gesichter bei den Brüdern Leonhardt auf der Ehrentribüne, Pfiffe der Fans schon zur Halbzeit. Der FC Erzgebirge Aue hat auch im siebten Anlauf den ersten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und bleibt mit drei von 21 möglichen Zählern abgeschlagen am Tabellenende. Nach dem 3:8 in der Vorsaison wurden die Sachsen am Sonntag vom SC Paderborn mit 1:4 (0:3) bezwungen. Die Ostwestfalen verdrängten somit den SSV Regensburg von der Tabellenspitze.

Nach der Pleite trennte sich der Gastgeber von Coach Aliaksei Shpileuski. "Ich habe selbst an das Projekt geglaubt, aber so ist es nicht umsetzbar", sagte Präsident Helge Leonhardt am Sonntag auf der Pressekonferenz des Tabellenletzten, der auch nach dem siebten Spieltag noch sieglos ist. "Dann ist es das Beste, dass man diese Entscheidung trifft und diese Entscheidung auch schnell trifft, da wir beide das Gefühl hatten, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nichts bringt. Im Profifußball ist es so", betonte Leonhardt und stand für Nachfragen nicht bereit. Mit Blick auf die kommenden Woche meinte er nur: "Wir müssen ein neues Projekt starten, in der Hoffnung, dass wir wieder auf Kurs kommen." Shpileuski war erst am 7. Juni Trainer in Aue geworden. Er hatte damals einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben.

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Aue muss nun in Regensburg, dann gegen den Hamburger SV antreten.

Aues Trainer Aleksey Shpileuski ist enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft.
Aues Trainer Aleksey Shpileuski ist enttäuscht über die Leistung seiner Mannschaft. © Robert Michael/dpa

Am Sonntag nutzte Marco Stiepermann (4.) den ersten Angriff seines Teams zur Führung, ehe Sven Michel (26.) und Felix Platte (38.) noch vor dem Wechsel erhöhten. Nach Wiederanpfiff traf erneut Stiepermann (48.). Aue konnte vor 5.150 Zuschauern nur durch Babacar Gueye (51.) verkürzen.

"Es hat heute einfach alles gefehlt. Da muss schleunigst was passieren, sonst gibt es hier ein böses Erwachen", meinte der in 69. Minute eingewechselte Auer Dimitrrij Nazarov und betonte: "Ich hoffe, dass hat heute auch der Letzte hier verstanden."

Der Auer Coach Aleksey Shpilevski veränderte seine Startformation auf zwei Positionen. Im Vergleich zum 0:1 gegen Fortuna Düsseldorf brachte er erstmals Neuzugang Nikola Trujic, der zuletzt noch nicht spielberechtigt war, hinter den Spitzen Babacar Gueye und Antonio Mance. Die Veilchen begann engagiert mit viel Druck. Doch die Paderborner waren effektiver. Der von Paderborn-Coach Lukas Kwasniok («Ich erwarte eine Schlacht im Schacht») in die Anfangself rotierte Stiepermann zog aus 17 Metern ab und erzielte mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck die Blitzführung.

"Das schlimmste Spiel im Aue-Dress"

Die Auer antworteten erst zwölf Minuten später mit einem Pfostenschuss durch Ben Zolinski, den abprallenden Ball knallte Mance aus Nahdistanz übers Tor. Besser machte es Paderborn: Michel hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze unter die Latte zum 2:0. Dann sorgten Platte im Nachsetzen und Stiepermann aus Nahdistanz für die Vorentscheidung. Gueye konnte zwar ein Achtungszeichen setzen - mehr aber nicht.

Präsident Helge Leonhardt war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben: Versteinerte Miene bei ihm und Bruder Uwe. Dabei war das Vereinsoberhaupt vor dem Anpfiff noch mehr als zuversichtlich, sprach von alten Auer Tugenden und machte auf Optimismus.

"Wir wussten, dass wir eine geile Mannschaft haben und Zeit brauchen. Wir werden uns auch nicht von Störfeuern abbringen lassen", meinte er beim TV-Sender Sky und gab dem jungen Trainer Aleksey Shpilevski vor Anpfiff Rückendeckung. Das Duo wolle vor allem die Mannschaft in die Pflicht nehmen, hieß es da noch.

Die beiden Selfmade-Millionäre aus dem Erzgebirge sind für ihre klare wie auch harte Linie bekannt. Die beiden Unternehmer, die den Branchen-Zwerg jahrelang mit Mini-Etat im Unterhaus etablierten, scheuen sich nicht vor Konsequenzen. Diese Handlungsweise kennt auch die Mannschaft um Routinier Martin Männel, der vor dem Spiel noch meinte: "Es gilt, den Schalter umzulegen und Wiedergutmachung zu betreiben." Denn die Erinnerungen an das 3:8 schmerzten noch immer. "Das war das schwierigste und schlimmste Spiel, was ich im Aue-Dress erleben musste", meinte der Kapitän. (dpa)

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