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München bleibt EM-Spielort

München bleibt Co-Gastgeber der Europameisterschaft im Sommer. Vier Partien sollen dort vor Zuschauern ausgetragen werden.

München bleibt Co-Gastgeber der EM. In der Allianzarena sollen unter anderem die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen werden.
München bleibt Co-Gastgeber der EM. In der Allianzarena sollen unter anderem die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen werden. © picture alliance / dpa

Nyon. München bleibt Gastgeber von insgesamt vier Partien bei der Fußball-EM. Die Europäische Fußball-Union bestätigte am Freitag die bayerische Landeshauptstadt als Ausrichter der drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie eines Viertelfinales.

Die Entscheidung sei getroffen worden, nachdem die lokalen Behörden bestätigt hätten, dass bei allen Partien mindestens 14.500 Zuschauer in der Allianz Arena möglich seien, teilte die UEFA mit. In München finden die Partien des Teams von Bundestrainer Joachim Löw gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale statt.

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Besonders dieses K.o.-Runden-Spiel am 2. Juli hatte bis zuletzt auf der Kippe gestanden, da sich die UEFA an einem anderen Spielort mehr Zuschauer erhofft hatte. Die DFB-Elf würde laut Spielplan aber nur als Gruppendritter zu einem Viertelfinale nach München zurückkehren.

Weiterhin keine Garantie für Spiele vor Zuschauern

Kurz vor der Entscheidung durch das UEFA-Exekutivkomitee hatte der DFB schon von "positiven Vorzeichen" berichtet. Die Regierung des Freistaats Bayern habe "ihr Einverständnis mit dem Leitszenario erklärt, das der DFB gemeinsam mit der Stadt München und den zuständigen Ämtern und Behörden in den vergangenen Monaten erarbeitet hat", teilte der Verband mit. In diesem Szenario wird eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern für "realistisch" gehalten.

Seitens der bayerischen Staatsregierung gibt es allerdings nach wie vor keine Garantie für Zuschauer im Stadion. "Alles ist vorbehaltlich der pandemischen Lage", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Spiele seien ja erst in rund zwei Monaten und daher müsse dann wie bei allen anderen Dingen vorher geschaut werden, welche Lockerungen möglich seien.

"Aber es gibt keine Garantie, dass die Spiele schon jetzt mit Zuschauern geplant werden können", betonte Herrmann. Gleichwohl begrüße die Staatsregierung die Entscheidung der UEFA und hoffe, dass Spiele mit Fans entsprechend des Hygienekonzepts möglich wären.

Spahn: "Nicht zu viele Erwartungen wecken"

Auch das Bundesinnenministerium betonte, dass das Infektionsgeschehen im Moment "höchste Priorität" habe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte grundsätzlich deutlich, dass Spiele mit reduzierter Zuschauerzahl, Abstand und Hygienemaßnahmen aus heutiger Sicht nicht auszuschließen seien - man sollte aber auch nicht zu viele Erwartungen wecken.

Er sagte am Freitag vor Bekanntwerden der UEFA-Mitteilung: "Wenn wir davon ausgehen, dass es gelingt, diese dritte Welle zu brechen und dann testgestützt Öffnungsschritte zu gehen, würden natürlich auch derartige Veranstaltungen wie auch andere Spiele und Sportveranstaltungen dann drunter fallen." Dazu seien aber noch Beratungen nötig.

Im Gegensatz zu München verlieren Bilbao (Spanien) und Dublin (Irland) ihre jeweils vier EM-Spiele, die beiden Ausrichter konnten keine Garantien für Zuschauer abgeben. Die in der baskischen Stadt geplanten Partien werden nun in Sevilla stattfinden. Die drei Gruppenspiele, die in Dublin geplant waren, gehen nach St. Petersburg, das nun insgesamt sieben Spiele ausrichtet. Das Achtelfinale geht nach London, dort könnte das deutsche Team spielen, wenn es Zweiter seiner Gruppe wird.

Finale möglicherweise in vollem Wembley-Stadion

Die UEFA hatte die Entscheidung über die München-Frage am Montag noch einmal verschoben, um den deutschen Gastgebern eine weitere Chance für Nachbesserungen einzuräumen. Die bayerische Landeshauptstadt hatte eine feste Zusage für Publikum zuletzt noch verweigert und drei mögliche Szenarien veröffentlicht. Diese reichten von maximal 27.000 Zuschauern bis zu Geisterspielen.

London, Glasgow, Amsterdam, Kopenhagen, Budapest, Bukarest, St. Petersburg, Baku und Rom hatte die UEFA bereits mit verschiedenen Angaben zu den möglichen Auslastungen der Stadien aufgelistet. Der Münchner Partnergastgeber Ungarn will in Budapest sogar Spiele vor vollen Rängen ermöglichen, auch die britische Hauptstadt London hofft, das Finale am 11. Juli in einem vollen Wembley-Stadion ausrichten zu können.

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Auswirkungen auf die Vorbereitung von Joachim Löws DFB-Auswahl waren durch die München-Entscheidung zunächst nicht zu erwarten - auch im Falle des EM-Entzugs. Die Nationalmannschaft plant ihr Teamquartier in Herzogenaurach (bei Erlangen). DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte Mitte März betont, dass "alle Planungen" auf München ausgerichtet seien - vom nahen Flughafen Nürnberg könne die Mannschaft aber "überall" hingeflogen werden. (dpa)

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