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Kommentar: Warum nur Geld zu wenig für die Fußballerinnen ist

Warum gleiche Bezahlung von Frauen und Männern im Fußball am eigentlichen Problem vorbeigeht: Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer über den neuen Hype um den Frauenfußball.

Von Tino Meyer
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© dpa/Sebastian Gollnow - Montage: SZ-Bildstelle

Dresden. Über Geld redet man nicht, das hat man. Oder eben nicht, zumindest nicht genügend. Meint Bundeskanzler Olaf Scholz mit Blick auf die deutschen Fußballerinnen und ihre EM-Prämie.

Fast wäre dies das beherrschende Thema des Turniers gewesen, doch mit spielerischer Klasse, Herz und Hirn haben die deutschen Frauen gegengehalten und einen auch in dieser Emotionalität kaum für möglich gehaltenen Siegeszug gestartet, der sie bis ins Finale brachte. Und doch hallen Scholz’ Worte nach.

Statt 60.000 Euro hätte es, so seine Forderung, jene 400.000 Euro pro Spielerin geben sollen, wie sie für die Männer im Vorjahr im Falle des EM-Titels vorgesehen waren.

Gleiche Bezahlung? Klingt gut und gerecht – ist im Fußball aber realitätsfremd und zielt am eigentlichen Problem vorbei. Sagen sogar die Spielerinnen selbst.

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Woran es mangelt, sind gleiche Bedingungen. Dass die Mehrzahl der Spielerinnen neben dem Leistungssport arbeiten muss für den Lebensunterhalt. Dass sich Karriere und Kinder de facto ausschließen. Dass Länderspiele nicht zur besten Sendezeit im Fernsehen laufen. Dass mehr Öffentlichkeit gefordert wird, doch kaum einer ins Stadion geht – das sind die wirklich drängenden Themen.

Reden müssen wir darüber nicht, das passiert seit Jahren. Gehandelt werden muss, und da ist die Politik gefordert, vor allem der Verband, aber auch die Fans. Nur, das gehört zur Wahrheit dazu, wird das ach so große Interesse am Frauenfußball auch diesmal mit dem Abpfiff enden. Leider.