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Der 1. FC Magdeburg erlebt turbulente Tage

Manager entmachtet, Trainer geschwächt: Statt des anvisierten Aufstiegs geht es für das Schlusslicht der 3. Fußball-Liga ums finanzielle und sportliche Überleben.

Sebastian Jakubiak mag nicht mehr hinschauen. 2019 dachte der 1. FC Magdeburg an den Wiederaufstieg bis 2021 oder 2022. Davon redet beim Tabellenletzten der 3. Fußball-Liga keiner mehr.
Sebastian Jakubiak mag nicht mehr hinschauen. 2019 dachte der 1. FC Magdeburg an den Wiederaufstieg bis 2021 oder 2022. Davon redet beim Tabellenletzten der 3. Fußball-Liga keiner mehr. © dpa/Robert Michael

Von Frank Kastner

Magdeburg. Dem 1. FC Magdeburg steht nach sechs Niederlagen in acht Spielen das Wasser bis zum Hals. Am Samstag wartet mit dem FC Bayern München II die nächste schwierige Aufgabe auf das Schlusslicht der 3. Fußball-Liga, das zu Hause bereits dreimal verlor. Mario Kallnik gab nun zu, „dass eine sportliche Trendwende trotz aller intensiver Bemühungen nicht gelungen“ ist. Das Eingeständnis des Sportchefs, der mit den Gesprächen und Maßnahmen in der Mannschaft offenbar scheiterte, macht die Lage noch brisanter.

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Besonders der von ihm geholte Trainer Thomas Hoßmang wurde geschwächt, als Kallnik die vom Coach vorgenommene Suspendierung von Sören Bertram und Jürgen Gjasula bekannt gab, obwohl der Trainer neben ihm saß. Das erkannte auch der Aufsichtsrat des Vereins und gab die Entmachtung des bisher tonangebenden Sportchefs bekannt. „Die schlechte sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen erfordert jetzt eine zeitnahe Lösung“, sagte Lutz Petermann. Der Aufsichtsratsvorsitzende bestätigte bereits Kontakte zu Nachfolgern. „Wir sind in Gesprächen mit potenziellen Kandidaten und gehen in den nächsten Tagen an die Öffentlichkeit.“

Die Aufgabe der Doppelrolle von Geschäftsführer Kallnik löst nicht die hausgemachten Probleme. Es ist vielmehr ein Eingeständnis, dass auch der vierte Trainer nach der erfolgreichen Ära von Jens Härtel kaum noch eine langfristige Zukunft hat. Zur Erinnerung: Hoßmang arbeitete im FCM-Nachwuchs und wurde von Kallnik im Juni zum Interimstrainer ernannt, nachdem mit Claus-Dieter Wollitz bereits der zweite Trainer nach Stefan Krämer in der Saison 2019/2020 freigestellt worden war. Nach dem hart erkämpften Klassenerhalt wurde Hoßmangs Vertrag bis zum Sommer 2022 verlängert. Debatten über seine Person vermeidet der Coach. „Ich bin ein kleines Mosaiksteinchen“, sagt er.

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Die Entscheidung über seine Zukunft bleibt dem neuen Sportchef vorbehalten. Mit U-19-Trainer Petrik Sander hat der Klub eine weitere bundesligaerfahrene Alternative in seinen Reihen. Doch diese Variante ist derzeit schwer vermittelbar bei den Fans. Daher bleibt für Hoßmang nur eine Lösung: punkten. Nach dem Heimspiel gegen die Bayern gastiert der 1. FCM erst beim 1. FC Kaiserslautern und dann beim FC Ingolstadt. Da machte Hoßmang Anfang Juli mit einem sensationellen 2:0-Auswärtserfolg den Klassenverbleib perfekt. (dpa)

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