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Das ist Löws Kader für Leipzig-Länderspiele

Der Fußball-Bundestrainer bleibt in der Corona-Krise seiner Strategie mit der deutschen Auswahl treu. Der sportliche Erfolg steht für ihn nicht an erster Stelle.

Joachim Löw nominiert zwei Debütanten.
Joachim Löw nominiert zwei Debütanten. © dpa/Uwe Anspach

Von Jens Mende und Klaus Bergmann

Berlin. Der zuletzt heftig kritisierte Joachim Löw weicht von seinem Kurs auch zum Abschluss des extrem schwierigen Corona-Jahres 2020 keinen Millimeter ab. Für die letzten drei Länderspiele holt der Bundestrainer mit Felix Uduokhai und Philipp Max zwei Debütanten ohne besondere internationale Erfahrung in seinen 29-köpfigen Kader. Acht Stammkräfte reisen in der nächsten Woche erst als Nachzügler zu den beiden Nations-League-Duellen gegen die Ukraine und in Spanien an.

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Die Partie am nächsten Mittwoch in Leipzig gegen Tschechien erklärte der Weltmeistercoach von 2014 erneut zum Testlauf für Perspektivspieler und Akteure aus der zweiten Reihe. Genau für diese Strategie wurde er im Oktober von einigen ehemaligen Nationalspielern kritisiert. Auch viele Fans schalteten den Fernseher nicht mehr ein. Der sportliche Erfolg war bescheiden. Gleich mehrmals wurde in den vergangenen Länderspielen in letzter Minute ein Sieg verspielt.

"Ich kann die Kritik nachvollziehen. Aber ich muss Entscheidungen treffen, und dies tue ich immer auch auf Basis meiner Überzeugung", betonte Löw am Freitag. Im nächsten Sommer kommt für den 60-Jährigen das Turnier, an dem er sich messen lässt. "Bei der EM brauchen wir Spieler, die nach einer langen Saison frisch sind und heiß auf den Erfolg", unterstrich Löw nochmals. Dazu kommen weiter die besonderen Herausforderungen in der sich wieder verschärfenden Corona-Lage.

Er sei in seiner Rolle als Bundestrainer "in einer ganz sensiblen Position, der ich mir bewusst bin und der ich gerecht werden will", sagte Löw und räumte ein: "Vielleicht gelingt mir da auch nicht immer alles perfekt." Aber eine derartige Gesamtlage, "die uns alle so fordert, haben wir so ja auch noch nicht erlebt." Löw geht die neuen Aufgaben dennoch "mit großer Freude" an, "denn wir haben immer noch die Chance, mit guten und erfolgreichen Spielen ein sportliches Ausrufezeichen zum Abschluss dieses schweren Jahres zu setzen".

Mit Siegen am 14. November in Leipzig gegen die Ukraine und drei Tage später in Sevilla gegen Spanien kann Deutschland in der Nationenliga noch den Gruppensieg schaffen. Der würde zur Finalteilnahme im Oktober 2021 berechtigen und gleichzeitig eine bessere Ausgangsposition für die anstehende WM-Qualifikation sichern.

Der DFB verschärft erneut seine Corona-Maßnahmen

Schon gegen Tschechien sollen der Augsburger Innenverteidiger Uduokhai (23) und der im Sommer vom FCA zur PSV Eindhoven gewechselte Außenverteidiger Max (27) "Erfahrungen sammeln", die für eine weitere Entwicklung wichtig seien, wie Löw anmerkte. Auch an Ersatzkräften wie Nico Schulz von Borussia Dortmund hält Löw fest. Dagegen muss Marco Reus überraschend weiter auf seine Rückkehr warten, obwohl der 31-jährige Offensivspieler beim BVB inzwischen wieder im Spielrhythmus ist.

Torwart Marc-André ter Stegen, der nach langer Verletzungspause beim FC Barcelona gerade sein Comeback gegeben hat, fehlt auch noch. Außerdem stehen aus Verletzungs- und Corona-Gründen Niklas Süle, Kai Havertz, Lukas Klostermann, Julian Draxler, Emre Can und Suat Serdar nicht zur Verfügung. Die im Oktober nicht einsatzbereiten Leroy Sané, Ilkay Gündogan und Thilo Kehrer kehren dagegen wieder zurück.

Erst nach dem Test gegen Tschechien stoßen der Bayern-Block mit Manuel Neuer, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Sané sowie Toni Kroos von Real Madrid, Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach und Timo Werner vom FC Chelsea zum Team. So will Löw die Belastung möglichst gut steuern.

Löw weiß um die Sensibilität der nächsten Auftritte vor allem auch angesichts weiterhin stark steigender Corona-Infektionszahlen, die in Deutschland erstmals die 20.000-Marke an einem Tag überschritten haben. "Die Sorge, gesund zu bleiben, steht über allem", erklärte der Bundestrainer: "Das ist natürlich auch bei den Vereinen zu spüren, bei denen die Spieler unter Vertrag stehen und die sie bezahlen."

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