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400.000 Euro WM-Prämie für deutsche Nationalspieler ist unverschämt

Beim Gewinn der Weltmeisterschaft in Katar würde jeder deutsche Nationalspieler 400.000 Euro an Prämie erhalten. Völlig irre, findet Sportchef Tino Meyer.

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400.000 Euro erhält jeder Spieler im Falle des Titelgewinns – so viel wie noch nie.
400.000 Euro erhält jeder Spieler im Falle des Titelgewinns – so viel wie noch nie. © dpa/Picture Alliance/Sebastian G

Fußball-Nationalspieler in Deutschland müsste man sein. Während die Regierung um Sinn und Unsinn von Entlastungspaketen feilscht, das Land einen heißen, von Protesten begleiteten Herbst erlebt und danach womöglich den von der Energiekrise geprägten kalten Winter, hat sich das führende kickende Personal mit dem Verband mal eben auf die Prämien für die bevorstehende WM in Katar geeinigt. 400.000 Euro erhält jeder Spieler im Falle des Titelgewinns – so viel wie noch nie. Oder wie es DFB-Präsident Bernd Neuendorf nonchalant formuliert: eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten. Bitte was, eine akzeptable Lösung?

Nun ist der Profifußball längst der Wirklichkeit entrückt, Ablösesummen und Gehälter bewegen sich in Sphären, die mit gesundem Menschenverstand wenig zu tun haben. Diese Prämienregelung für die Nationalspieler aber, die durchweg Multimillionäre sind, ist so ziemlich das Unsensibelste, was sich die Branche hierzulande bislang geleistet hat. Zum unpassendsten Zeitpunkt noch dazu.

Denn Zahltag ist im Dezember – wenn bei den Vereinen an der Basis das Flutlicht ausgeschaltet werden könnte. Selbst die im Prinzip lobenswerte Aktion mit der Kapitänsbinde in Regenbogenfarben, wie sie Torwart Manuel Neuer bei der WM als sichtbaren Protest gegen die Menschenrechtslage in Katar tragen will, wirkt nun nur noch heuchlerisch.

Die gute Nachricht: Nach den Eindrücken der jüngsten Länderspiele wird die Titelprämie nicht fällig werden.

E-Mail an Tino Meyer