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Dynamo

Sportgericht ändert Leistners Sperre

Der gebürtige Dresdner erreicht nach seiner Attacke gegen einen Dynamo-Fan einen Teil-Erfolg. Den erhofften Freispruch kann es nicht geben, sagt der Richter.

Nach der 1:4-Niederlage mit dem Hamburger SV im Pokalspiel gegen Dynamo wurde Toni Leistner massiv beleidigt. Er kletterte daraufhin in die Zuschauerränge und wehrte sich.
Nach der 1:4-Niederlage mit dem Hamburger SV im Pokalspiel gegen Dynamo wurde Toni Leistner massiv beleidigt. Er kletterte daraufhin in die Zuschauerränge und wehrte sich. © Jan Huebner

Dresden/Frankfurt. Erfolgreicher Einspruch: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Sperre gegen Toni Leistner abgemildert. Der Innenverteidiger vom Hamburger SV wurde nach seiner Attacke gegen einen pöbelnden Dynamo-Fan auf der Tribüne, bei der er zudem gegen die Hygieneregeln des Verbands verstieß, zunächst für bis zu fünf Ligaspiele gesperrt. Zwei davon waren auf Bewährung ausgesetzt. Der 30-Jährige und sein Verein hatten daraufhin Einspruch eingelegt.

 Am Donnerstag änderte DFB-Richter Hans E. Lorenz in der mündlichen Verhandlung in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main das Strafmaß. 

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Demnach muss Leistner nun "wegen Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach vorangegangener sportwidriger Handlung sowie einem Verstoß gegen das Hygienekonzept" insgesamt vier Spiele aussetzen, jeweils zwei in der Liga und im DFB-Pokal. Zudem erhielt der gebürtige Dresdner eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro, also 2.000 Euro weniger als im ersten Urteil festgelegt. 

An die eigene Nase hat sich Toni Leistner bereits gepackt und sich für seine Attacke gegen einen pöbelnden Dynamo-Fans entschuldigt. Eine harte Strafe vom DFB-Sportgericht erhält er trotzdem.
An die eigene Nase hat sich Toni Leistner bereits gepackt und sich für seine Attacke gegen einen pöbelnden Dynamo-Fans entschuldigt. Eine harte Strafe vom DFB-Sportgericht erhält er trotzdem. © Lutz Hentschel

Nach Gesprächen mit Leistners Anwalt Christoph Schickhardt folgte das Sportgericht schließlich dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses. "Normalerweise werden Übergriffe von Spielern auf Zuschauer härter bestraft. In diesem Fall griffen aber einige Milderungsgründe", erklärte Richter Lorenz danach und führte vor allem an, "dass der Spieler bisher sportgerichtlich nicht in Erscheinung getreten ist und er in hohem Maße provoziert wurde, bzw. glaubte, provoziert worden zu sein. Für eine noch deutliche Reduzierung der Strafe blieb kein Raum, weil von dem Urteil auch eine abschreckende Wirkung ausgehen muss." 

Das Urteil, dem Leistner zugestimmt hat, ist nun rechtskräftig. "Mir war es wichtig, persönlich gehört zu werden. Die Strafe jetzt akzeptiere ich", sagte er danach.

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Der HSV-Profi und gebürtige Dresdner greift einen Fan an. Der hatte ihn beleidigt. Dynamo verteidigt den Spieler, der eine enge Verbindung zu seiner Heimat hat.

Schickhardt hatte im Vorfeld die Reaktion Leistners auf die massive Beleidigung des Zuschauers verteidigt. "Wenn man die emotionale Gesamtsituation berücksichtigt, habe ich zumindest Verständnis", sagte der Anwalt, und erklärte zudem in der Bild am Sonntag: "Es greift leider immer mehr um sich, dass in einem Pulk alle Hemmungen fallen gelassen werden und von dort hemmungslos beleidigt wird, ob nun im Stadion oder auf Demos."

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