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Lewandowski verlässt Bayern München

Ende im Transfer-Theater: Robert Lewandowski verlässt den FC Bayern nach acht Jahren und schließt sich dem FC Barcelona an.

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Robert Lewandowski (33) verlässt den FC Bayern
Robert Lewandowski (33) verlässt den FC Bayern © dpa

München. Jetzt ist der FC Bayern für Robert Lewandowski wirklich "Geschichte": Das monatelange Wechseltheater um den Weltfußballer ist beendet, der vom Stürmerstar öffentlich forcierte Transfer zum FC Barcelona endlich perfekt. "Lewa" erhält bei den Katalanen einen Dreijahresvertrag - und die Bayern die gewünschten 50 Millionen Euro.

Diese Summe des Deals - 45 Millionen Euro fixe Ablöse plus mögliche Bonuszahlungen in Höhe von 5 Millionen Euro - hatten in der Nacht zu Samstag Ortszeit mehrere Medien genannt und den zähesten Wechsel der deutschen Fußball-Geschichte zugleich als vollzogen gemeldet. Eine Bestätigung der Klubs stand zunächst aus. Lewandowskis Vertrag bis 2025 soll eine Option auf ein weiteres Jahr besitzen.

Für die Münchner kommt die Einigung gerade rechtzeitig, die Zeit drängte: Der Rekordmeister stellte am Samstag (ab 15.00 Uhr) sein Team offiziell in der Allianz Arena vor, am Montag folgt der Abflug zur Tour in die USA. Statt mit den Bayern nach Washington dürfte Lewandowski beim katalanischen US-Trip nach Miami mit an Bord sein.

Die Personalie des Starspielers hatte an der Säbener Straße zuletzt Tag für Tag mehr Unruhe gesorgt. Beim Trainingsauftakt der aus dem Urlaub zurückgekehrten restlichen Nationalspieler hatte Lewandowski am vergangenen Mittwoch zwar pflichtbewusst mitgewirkt, dabei aber sein Desinteresse zur Schau gestellt. Mit den Gedanken schien er längst in seiner neuen sportlichen Heimat zu sein.

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Im Frühling kam es zum Bruch

Mit Lewandowski verlieren die Bayern ihren absoluten Torgaranten: Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund an die Isar 2014 erzielte er in 375 Spielen für die Münchner stolze 344 Treffer. In dieser Zeit wurde der Pole als erster Bayern-Profi zweimal Weltfußballer (2020 und 2021), gewann die Champions League (2020) und knackte mit 41 Treffern in der Saison 2020/21 den "ewigen" Bundesliga-Torrekord von "Bomber" Gerd Müller.

Doch ein echter Fanliebling wie sein kongenialer Offensivpartner Thomas Müller wurde er nie. Der FC Bayern, so schien es vielen, war Lewandowski immer nur Mittel zum Zweck - mehr Titel, mehr Tore, mehr Ruhm, mehr Geld. Vom Verein bekam er mehr als genug Wertschätzung, die Bosse würdigten ihn und seinen Beitrag zum Erfolg in salbungsvollsten Worten. Doch als sie sich um Juwel Erling Haaland als möglichen Nachfolger bemühten, kühlte die Beziehung merklich ab, bis es im Frühling zum Bruch kam.

Lewandowski soll sich schon im April in Barcelona auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht haben. Damals nannte Vorstandschef Oliver Kahn die Wechsel-Gerüchte noch "Nonsens". Am 15. Mai sprach der Boss bei der Meisterfeier sein inzwischen berühmtes "Basta!" aus, allein: Es half nichts. "Für Robert ist der FC Bayern Geschichte", ätzte dessen Berater Pini Zahavi acht Tage darauf.

"Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei"

Doch die Bayern blieben zunächst stur, pochten auf Einhaltung des Vertrages bis 2023. Lewandowski sah sich gezwungen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen - und gab einige bemerkenswerte Interviews. "Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei", sagte er am 30. Mai, und: "Ich hoffe, sie halten mich nicht auf, nur weil sie es können."

An dieser Haltung änderte weder die verschnupfte Reaktion von Kahn etwas, noch ein Telefonat und späteres Schlichtungsgespräch auf Mallorca mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Lewandowski ließ sich stattdessen auf Ibiza mit Barca-Trainer Xavi sehen. "Ich möchte wirklich mit dir trainieren", soll er ihm zum Abschied zugeflüstert haben. Sein Wunsch wird ihm nun erfüllt - obwohl er eigentlich ja immer zu Barca-Rivale Real Madrid wollte.

30 Millionen Euro, dann 32, später noch einmal 40 Millionen inklusive zehn Millionen an Boni - Barca war zuvor mehrfach bei den Bayern abgeblitzt. Das "Basta!" von Kahn bröckelte sehr langsam, doch jetzt konnten die Münchner nicht mehr nein sagen. Zumal sie das Geld für ihre eigenen Bemühungen auf dem Transfermarkt dringend brauchten.

So dürfte mit den Lewandowski-Millionen nun Geld für den neuen Abwehrchef frei sein. Medienberichten zufolge ist der FC Bayern an einer Verpflichtung des niederländischen Nationalspielers Matthijs de Ligt von Juventus Turin interessiert. Der 22-Jährige soll eine Ablöse in Höhe von bis zu 70 Millionen Euro kosten. (sid)