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Warum Dynamo vor Lübeck gewarnt ist

Die Dresdner spielen am Samstag in der 3. Liga beim Aufsteiger, der bisher sieglos ist. Man dürfe sich von Ergebnissen nicht täuschen lassen, mahnt der Trainer.

Dynamos Trainer Markus Kauczinski ist vor dem Auswärtsspiel guter Dinge, mahnt aber zugleich, den Gegner zu unterschätzen.
Dynamos Trainer Markus Kauczinski ist vor dem Auswärtsspiel guter Dinge, mahnt aber zugleich, den Gegner zu unterschätzen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Mindesten zwei knifflige Personal-Entscheidungen muss Markus Kauczinski treffen. Dynamos Trainer kann für das Auswärtsspiel beim VfB Lübeck wieder auf Tim Knipping zurückgreifen. Der Innenverteidiger fehlte zuletzt beim 1:0-Sieg im Ost-Klassiker gegen den 1. FC Magdeburg wegen einer Gelb-Rot-Sperre. Für ihn spielte Kevin Ehlers von Anfang an - und der 19-Jährige hat das sehr gut gemacht.

Das bestätigt auch Kauczinski. Ehlers habe sich zudem nach seiner Verletzung auch im Training wieder stabilsiert. Allerdings habe Knipping mit Ausnahme des Spieles in München, der 0:3-Schlappe gegen Bayern II, gute Leistungen abgeliefert und sich seinen Platz erkämpft. "Ich kann Argumente für beide finden und habe etwas im Kopf. Das werde ich aber erst mit ihnen besprechen, bevor ich es verkünde."

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Im Sturm hatte er zuletzt auf Philipp Hosiner gesetzt und den Angreifer gelobt, obwohl er gegen den 1. FCM trotz vier guter Chancen kein Tor erzielt hat. Er habe in allen gefährlichen Situationen mit drin gehangen, sagte Kauczinski danach. Zuvor hatte er den 31-Jährigen im Training etwas stärker gesehen als Christoph Daferner, das Pendel tendiere auch jetzt zum Österreicher.

Noch deutlicher legt er sich auf einer anderen Position fest: Für Rechtsverteidiger Robin Becker, der seinen Muskelfaserriss auskuriert hat und seit Mittwoch wieder mit der Mannschaft trainiert, käme ein Einsatz  zu früh. Sein Vertreter Max Kulke wird also sehr wahrscheinlich auch in Lübeck von Anfang an spielen.

Kauczinski: Ein unbequemer Gegner

Die Reise in die Marzipan-Stadt nicht antreten können Luka Stor (Bänderriss), Justin Löwe (Schulter-OP) und Marco Hartmann (muskuläre Probleme), die alle noch ein Aufbautraining absolvieren müssen, sowie Pascal Sohm. Der Offensivspieler arbeitet nach seiner Sprunggelenksverletzung individuell in der Reha.

Der VfB sei ein unbequemer Gegner, sagt Kauczinski. Der Aufsteiger ist noch sieglos, hat in vier Spielen nur zwei Punkte geholt. "Man darf sich von den Ergebnissen nicht täuschen lassen, das waren enge Spiele", betont der 50-Jährige: "Das ist eine Mannschaft, die von Anfang an Feuer macht, schnell nach vorne spielt und versucht, den Gegner zu stressen."

Dynamo in Lübeck einst die Lachnummer der Liga

Dynamo ist also gewarnt. Schließlich soll es den Schwarz-Gelben nicht wieder so passieren wie beim bislang letztes Gastspiel im Stadion "Lohmühle" vor fast 13 Jahren. Am 1. März 2008 waren sie nämlich die Lachnummer der damals noch drittklassigen Regionalliga. Lübeck hatte acht Spiele verloren, insgesamt zehnmal in Folge nicht gewonnen. Doch an diesem stürmischen Nachmittag machten sich die Gastgeber den Wind zunutze und erzielten nach einem Freistoß das Tor zum 1:0-Sieg.

Die VfB-Fans bewiesen damals nicht nur Witz, sondern trafen mit ihren Gesängen den Nagel auf den Kopf: "Ihr seid nur ein Punktelieferant", schallte es aus dem grün-weißen Block, und dankbar stimmte der Chor schon sieben Minuten vor dem Abpfiff an: "Aufbaugegner Dynamo."

Insgesamt waren damals trotz Sturm "Emma" 3.900 Zuschauer im Stadion, diesmal wären bis zu 1.860 erlaubt - nach derzeitigem Stand. Dynamo-Anhänger dürfen allerdings nicht mit an die Ostsee reisen, Gäste-Fans sind wegen der Corona-Pandemie derzeit generell ausgeschlossen.

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Die äußeren Bedingungen allerdings könnten ähnlich schwierig sein wie 2008. Am Mittwochabend sorgt Sturmtief "Gisela" mit Böen der Windstärke 8 bis 9 an der Trave für Überschwemmungen. Dynamos Trainer erwartet ein Kampfspiel. "Der Platz soll generell nicht top sein", meint Kauczinski. "Die 3. Liga ist sowieso vom Kampf geprägt, darauf wird es jetzt noch mehr ankommen."

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