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Dynamo und Hartmann - eine unglaubliche Geschichte

Trotz vieler Verletzungen wird sein Vertrag nach dem Abstieg verlängert. Beim 2:0 gegen Unterhaching zeigt der Ex-Kapitän einmal mehr, wie wertvoll er ist.

Mentalität, Leidenschaft, Führungsstärke: Marco Hartmann ist für Dynamo nach wie vor sehr wichtig..
Mentalität, Leidenschaft, Führungsstärke: Marco Hartmann ist für Dynamo nach wie vor sehr wichtig.. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Was ist das für eine Geschichte, die gerade bei Dynamo geschrieben wird. Also natürlich vor allem der dritte Sieg in Folge mit dem 2:0 (2:0) gegen Unterhaching, durch den sich die Dresdner in der Spitzengruppe der 3. Liga festsetzen. Das ist die Erfolgsgeschichte einer Mannschaft, aber darin steckt auch die ganz besondere eines Einzelnen: Marco Hartmann.

Seit seinem Startelf-Comeback beim 2:1-Sieg gegen 1860 München zeigt der 32-Jährige, wie wertvoll und wichtig er nach wie vor ist für diese Truppe – als Turm in der Abwehr und nun zum zweiten Mal als Torschütze. Wie in Rostock läuft er beim Freistoß von Weihrauch geschickt vor seinen Gegenspieler und trifft nicht etwa mit dem Kopf, was man bei seinen 1,94 Meter vermuten könnte, sondern mit dem rechten Fuß zum 1:0 in der 26. Minute.

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Dieser Hartmann. Er war nur einer von vier Spielern, dessen Vertrag Dynamo nach dem Abstieg verlängert hat. Der neue Sportgeschäftsführer Ralf Becker wollte ihn unabhängig als Persönlichkeit dabei haben für den Neustart, unabhängig von seiner Krankenakte. „Marco lebt Dynamo Dresden zu 100 Prozent und ist zudem ein absoluter Vollprofi“, erklärte Becker. „Er ist auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Nachwuchsspieler und jungen Talente ein wichtiger Baustein unseres Kaders, auf den wir nicht verzichten wollen.“

Dynamo kann jubeln, und Torschütze Marco Hartmann reißt die Arme hoch. Der Abwehrchef trifft nach Freistoß zum 1:0.Fotos: dpa/Robert Michael
Dynamo kann jubeln, und Torschütze Marco Hartmann reißt die Arme hoch. Der Abwehrchef trifft nach Freistoß zum 1:0.Fotos: dpa/Robert Michael ©  dpa/Robert Michael

Eine gute Entscheidung, und verdient ist die Führung spätestens, als eben jener Hartmann, natürlich nach Weihrauch-Freistoß, mit einem Hechtkopfball an Gäste-Torwart Nico Mantl scheitert. Das 2:0 spielen sie dann glänzend heraus, bis der Ball über mehrere Stationen und nach einem Doppelpass zwischen Weihrauch und Jonathan Meier zur Ausgangsstation zurückkommt: Philipp Hosiner erzielt sein viertes Saisontor.

Beruhigender Pausenstand nach einem anfangs zähen Ringen zwischen den Strafräumen, was sicher auch am schlechten Rasen liegt. „Man muss schon gucken, wie der Ball läuft. Die Spieler haben ein Gefühl dafür, was geht und was nicht geht“, sagte Kauczinski. Nach dem nächsten Heimspiel gegen Uerdingen am 5. Dezember wird die Spielfläche ausgetauscht. „Darüber sind wir sehr froh, aber ich habe mich auch nicht beschwert, sondern nur festgestellt.“

Aus einem Konter ergibt sich in der achten Minute die erste Schusschance für Patrick Weihrauch, aber der Ball geht weit drüber. Gefährlicher wird es auf der anderen Seite, aber Dynamos Torwart Kevin Broll pariert gegen Niclas Anspach (14.). Es bleibt die einzige Möglichkeit für Unterhaching vor der Pause.

Stammformation scheint sich zu finden

Die Rand-Münchner hatten zuvor dreimal verloren und einmal unentschieden gespielt. „Das waren alles enge Ergebnisse“, hielt Dynamos Coach dagegen und betonte: „Wir geben nicht so viel auf die Tabelle oder wo eine Mannschaft gerade steht. Man muss die Fähigkeiten sehen, die sie hat.“ Insbesondere hob er die Spielstärke des Gegners hervor und forderte von seinem Team: „Die fußballerische Qualität wird erst zum Vorschein kommen, wenn man den Kampf annimmt.“ Genau so geht’s.

Der eine Wechsel in der Startelf war zu erwarten, auch wenn Kauczinski vorher betont hatte, er müsse nicht unbedingt etwas ändern. Sebastian Mai ersetzte Kevin Ehlers. „Basti ist unser Kapitän, ist vorangegangen, ein körperlich robuster Spieler, der uns noch mal Sicherheit gibt“, begründete der Coach bei Magenta-TV.

Dagegen nahm Marvin Stefaniak, der in Rostock wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte, zunächst auf der Bank Platz. In einer englischen Woche müsse er schauen, ob jemand möglicherweise noch nicht so frisch ist, meinte der Trainer. Im Hinblick auf die nächste Partie am Sonntag in Duisburg könnte das eine größere Rolle spielen.

Andererseits scheint sich gerade eine Stammformation zu finden, nachdem zuvor „immer mal einzelne Leistungen nicht gut waren“, wie Kauczinski sagte. „Wir haben es jetzt geschafft, dass alle nah an ihr Leistungslimit kommen. Dann kann man auch eine geschlossene Mannschaftsleistung abliefern.“

Abwehrchef und Kapitän in der Absprache: Marco Hartmann und Sebastian Mai.
Abwehrchef und Kapitän in der Absprache: Marco Hartmann und Sebastian Mai. ©  dpa/Robert Michael

Nach der Pause kommt es darauf an, den Vorsprung nicht nur zu verwalten, sondern offensiv zu verteidigen. Doch Unterhaching kommt mutiger aus der Kabine, den Schuss von Dominik Stroh-Engel pariert Broll (54.). Der Druck der Gäste nimmt bedrohlich zu. Und es ist es Hartmann, der am Boden wie in der Luft immer wieder abräumt. Allerdings ist der eroberte Ball zu oft zu schnell wieder bei den Roten.

Es dauert bis zur 69. Minute, ehe Dynamo mal wieder ein Zeichen setzt. Diesmal kommt Mai nach Weihrauchs Freistoß an den Ball, trifft ihn aber nicht richtig. Ob Hartmann den …? Die Frage ist natürlich unzulässig, zumal er in der 80. Minute eine Schusschance versemmelt. Wichtiger ist nach der Sturm- und Drangphase von Unterhaching, dass die Dresdner sich aus der Umklammerung befreien, sich weiter nach vorn schieben, wieder die Kontrolle über den Ball gewinnen und den Gegner weghalten vom eigenen Tor. Distanzschüsse bleiben ungefährlich. Hosiner verpasst das 3:0. Dynamo gewinnt am Ende dennoch verdient.

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Entwarnung kann Trainer Kauczinski schließlich für Christoph Daferner geben, der mit einer Platzwunde ausgewechselt werden musste: „Im Moment ist unser Gefühl: Pflaster drauf und weiter geht‘s!“ Ein wenig Sorgen muss man sich im Hinblick auf das Spiel am Sonntag in Duisburg dagegen machen, wenn Kauczinski sagt, dass Hartmann „in der Halbzeit ein paar Probleme“ hatte, sich aber durchgekämpft hat. Vielleicht war er nie so wertvoll wie jetzt.

Hier der Liveticker des Spiels zum Nachlesen.

Mit Leidenschaft und Weihrauch zum nächsten Sieg - die Spieler in der Einzelkritik.

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