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Was vor Dynamos Aufstiegsendspiel wichtig ist

Die Dresdner können am Sonntag mit einem Heimsieg die Rückkehr in die zweite Liga perfekt machen. Das müssen Sie davor wissen - fünf Fragen und Antworten.

Im ausverkauften Stadion und mit einer beeindruckenden Choreographie im gesamten Stadion feierte Dynamo mit den Fans den Aufstieg vor fünf Jahren. Das ist diesmal nicht möglich.
Im ausverkauften Stadion und mit einer beeindruckenden Choreographie im gesamten Stadion feierte Dynamo mit den Fans den Aufstieg vor fünf Jahren. Das ist diesmal nicht möglich. © Robert Michael

Dresden. Die Vorfreude ist riesig, aber auch getrübt. Normalerweise wäre das Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion ausverkauft. Doch es ist nichts normal. Die Corona-Pandemie bestimmt das Leben, ein Virus zwingt zu drastischen Einschränkungen. Die Polizei appelliert an die Fans, zu Hause zu feiern, die Stadt untersagt die Idee einer Dampferparade nach dem Aufstieg. Mit einem Sieg gegen Türkgücü München kann Dynamo am Sonntag die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga bereits perfekt machen – ein knappes Jahr nach dem bitteren und auch durch Corona bedingten Abstieg. „Auf dieses Ziel haben wir hingearbeitet, jetzt wollen wir den Deckel draufmachen“, sagt Offensivspieler Panagiotis Vlachodimos für die Mannschaft.

Wie die Schwarz-Gelben das Spiel angehen und was drum herum wichtig ist – die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Hat die Verlegung des Spiels sportlich einen Einfluss?

Ursprünglich sollte am Samstag gespielt werden, aber wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit verbotenen Querdenker-Demonstrationen wurde das Spiel auf Sonntag verschoben. „Das ist für uns kein Problem“, betont Alexander Schmidt. Der Chefcoach hat den Trainingsplan angepasst und der Mannschaft am Donnerstag einen freien Tag gegönnt, „damit wir am Sonntag topfit sind“. Ansonsten werde er aber in der Vorbereitung nichts Außergewöhnliches machen. Das Video von den Feiern nach dem Aufstieg 2016 wurde ihm und der Mannschaft aber schon gezeigt. „Das hat uns sehr gepusht, überragend“, meint der 52-Jährige. Seine Devise: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dieser Spielfreude, diesen Emotionen und der Energie, die diese Stadt auf uns ausstrahlt, in das Spiel gehen. Dann sieht es sehr gut aus.“

Lediglich Pascal Sohm macht der neue Termin etwas Sorge, denn: „So sitze ich wahrscheinlich am Samstag auf der Couch und fiebere bei den anderen mit“ meint der Stürmer, „aber das muss ich nervlich durchhalten.“ Denn auch er beteuert: „Es ist keine Angst da, sondern die Vorfreude auf dieses Spiel und darauf, etwas Großes erreichen zu können.“

Wie geht Dynamo das erste Endspiel um den Aufstieg an?

Es gehört wohl zu den besonderen Geschichten, die den Fußball so interessant machen: Schmidt kann ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein Türkgücü, bei dem er Anfang Februar entlassen worden ist, den Aufstieg mit Dynamo perfekt machen. „Die Freistellung empfand ich als Witz“, sagt er, aber: „Ich bin sehr, sehr froh, bei Dynamo zu sein. Das ist ein geiler Klub, eine tolle Stadt, überragende Fans.“

Zur Mannschaft von Türkgücü, bei der mit Sercan Sararer der laut Schmidt „vielleicht beste Spieler der 3. Liga“ fehlt, habe er nach wie vor einen guten Draht. „Sie werden uns alles abverlangen“, meint der Chefcoach, sagt aber klipp und klar: „Wir respektieren den Gegner, sollten uns aber nicht zu viel den Kopf über Türkgücü zerbrechen. Unsere Truppe ist so stark, ich habe volles Vertrauen.“

Personell sieht es gut aus. Bis auf Patrick Weihrauch, der im Aufbautraining ist, den Langzeitverletzten Marco Hartmann, Sebastian Mai und Patrick Wiegers sowie Paul Will mit Gelb-Sperre sind alle einsatzbereit, also auch jene, die im Sachsenpokal gegen Bischofswerda am Mittwoch gespielt haben, sowie Julius Kade nach seiner Muskelverletzung.

Bei welchen Konstellationen steigt Dynamo schon auf?

Eigentlich ist es ganz einfach: Dynamo gewinnt – und ist durch. Denn dann wäre mit 72 Punkten mindestens Platz zwei sicher. „Wir wissen um die Bedeutung, aber wir haben alles in der eigenen Hand“, sagt Niklas Kreuzer: „Die Jungs sind heiß genug, da muss man jetzt keine Brandreden mehr halten.“

Allerdings sind die Dresdner vor ihrem Spiel am Sonntag noch nicht durch. Hansa Rostock hat durch einen 1:0-Sieg in Unterhaching am Samstag zunächst mit nun 70 Zählern die Tabellenführung übernommen. Der FC Ingolstadt wahrte seine Chance im Aufstiegsrennen durch ein klares 5:1 beim MSV Duisburg und hat mit nun 68 Punkten den TSV 1860 München von Relegationsrang drei verdrängt. Die "Löwen" spielen am Sonntag zeitgleich mit Dynamo gegen Bayern München II.

Falls es am Sonntag nicht klappen sollte, hätte Dynamo zwei weitere Chancen: am letzten Spieltag in Wiesbaden oder über die Relegation gegen den Drittletzten der zweiten Liga. Das wäre nach derzeitigem Stand Eintracht Braunschweig, aber wenn es sich vermeiden ließe …

Wie reagiert die Polizei auf mögliche Fantreffen?

Die Dynamo-Ultras hatten aufgerufen, sich rund um das Harbig-Stadion zu treffen, um der Mannschaft bei dem vielleicht entscheidenden Spiel möglichst nahe zu sein. Bei Twitter hatten die Ultras über den Account „K-Block Dynamo“ eine „gelbe Zone“ markiert mit dem Kommentar: „Hier brauchen wir keinen einzigen Staatsdiener, um das #Dynamoland vor Querdenkern, Ökos, Aluhüten oder Klimarettern zu schützen – das regeln wir wie immer selbst“.

Von solchen Aussagen hält Polizeisprecher Thomas Geithner jedoch nichts. „Das Gewaltmonopol des Staates liegt nicht ohne Grund ausschließlich bei der Polizei. Das überlassen wir niemanden anderen. Von daher gibt es auch kein ,Dynamoland‘ im Sinne eines rechtsfreien Raumes.“ Die Polizei appelliert an die Fans, verantwortungsbewusst und solidarisch zu sein.

Man werde rund um das Stadion stark präsent sein, um die Regeln der Corona-Schutz-Verordnung konsequent durchzusetzen. „Ich drücke wie viele Fans Dynamo die Daumen, dass die Mannschaft am Sonntag den Aufstieg perfekt macht“, sagt Polizeipräsident Jörg Kubiessa – und er appelliert mit drei Ausrufesätzen an die Anhänger: „Kommt nicht zum Stadion! Setzt die in Aussicht stehenden Lockerungen nicht leichtfertig aufs Spiel! Tragt euren Anteil zum Gesundheitsschutz bei, indem ihr coronakonform zu Hause feiert!“

Wie würde Dynamo den Aufstieg in die zweite Liga feiern?

Dynamo will zumindest für die Mannschaft eine kleine Party organisieren, natürlich coronakonform, wie es heißt. Es gab die Idee für eine Siegesparade auf der Elbe: mit den Spielern und Verantwortlichen an Bord der historischen Dampferflotte und den Fans beiderseits des Ufers und auf den Brücken. Doch am Freitag untersagte die Stadt die „Sonderfahrt“ mit finaler Formation der Schiffe zwischen Königsufer und Terrassenufer. Eine solche Ansammlung von Menschen sei wegen Covid-19 und den geltenden Beschränkungen nicht möglich, hieß es aus dem Rathaus.

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Sächsische.de berichtet wie gewohnt am Sonntag ausführlich hier im Liveticker.

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