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Dynamo

Ex-Dynamo Koch über seinen Chef: „Auf einer Wellenlänge“

Seit dieser Saison ist Ex-Dynamo Robert Koch Co-Trainer in Bischofswerda. Sein Ziel: Rückkehr in den Profifußball. Was der 35-Jährige im Interview noch verrät.

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Robert Koch ist der Co-Trainer an der Seite von Chefcoach Frank Rietschel.
Robert Koch ist der Co-Trainer an der Seite von Chefcoach Frank Rietschel. © Archiv: Rocci Klein

Bischofswerda. Beim Fußball-Oberligisten Bischofswerdaer FV 08 ruht der Trainings- und Spielbetrieb. Für Co-Trainer Robert Koch Gelegenheit, die ersten knapp fünf Monate bei den Schiebockern Revue passieren zu lassen. Der 35 Jahre alte dreifache Familienvater wohnt mit seiner Familie in Melaune (Landkreis Görlitz), hat Finanzmanagement studiert und ist seit 2019 selbstständig als Experte für Rücklagen- und Vermögensschutz tätig.

Der gebürtige Löbauer will als Trainer zurück in den Profibereich. Als Spieler bestritt er unter anderem 100 Zweitligapartien für Dynamo Dresden und Nürnberg.

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Robert, wie kam es zum Kontakt zum BFV?

Ich war A-Junioren-Trainer beim FV Eintracht Niesky, bin 2020 mit den Jungs in die Landesliga aufgestiegen. Dort bekamen wir aber für die Saison 21/22 keine Mannschaft mehr zusammen. Zwangsläufig musste ich mich umschauen und habe bei Frank Terks, dem Geschäftsstellenleiter der Bischofswerdaer, angerufen.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Chefcoach Frank Rietschel?

Wir kannten uns schon vorher, haben sogar noch gegeneinander gespielt - er in Bautzen und ich in Neugersdorf. Zum richtigen Kennenlernen trafen wir uns bei Frank zu Hause, die Chemie stimmte sofort und wir wussten beide, dass wir zusammenarbeiten wollen. Wir liegen auf einer Wellenlänge, sind zu 95 Prozent der gleichen Ansicht, was im Training zu tun ist oder beim Spiel geändert werden muss.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit zum sportlichen Abschneiden aus?

Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen Neuzugängen, das alles muss erst einmal zusammenwachsen. Sicher haben wir in einigen Partien zu viele individuelle Fehler produziert, aber auch die muss man Spielern, die sich weiterentwickeln sollen, zugestehen. Ansonsten sind wir mit der Trainingsbeteiligung sehr zufrieden. Die Jungs geben Gas und trainieren viermal die Woche. Eine Entwicklung ist so langsam zu erkennen. Schade, dass uns Corona jetzt einen Strich durch die Rechnung macht.

Hatten Sie Bedenken, dass nach dem wackligen Punktspielstart eine Trainer-Diskussion beginnt?

Nein, überhaupt nicht. Wir hatten immer die volle Rückendeckung des Präsidiums. Wenn überhaupt, dann haben wir Trainer uns einen gewissen Druck aufgelegt. Die vier Auswärtsniederlagen in Folge haben auch uns gewurmt, zumal die Jungs dann in den Heimspielen unter Druck gerieten.

Wie wird jetzt trainiert?

Individuell. Jeder Spieler bekommt seinen Trainingsplan an die Hand und am Donnerstagabend treffen wir uns zur Videokonferenz.

Der Verein hat Sie auch als Spieler gemeldet. Wird es noch ein Comeback in der Oberliga geben?

Ich habe eigentlich nicht mehr vor zu spielen, aufgrund meiner Rücken- und Knieprobleme. Es war also eher eine Vorsichtsmaßnahme.

Sie besitzen die DFB-Elite-Jugend-Lizenz als Trainer und sind für die Trainer-A-Lizenz beim DFB angemeldet. Wie ist hier der Stand?

Das Ausbildungskonzept wurde vom DFB umgestaltet. Es gibt jetzt einen Lehrgang pro Jahr über sieben bis acht Monate. Ich hoffe, dass ich 2023 teilnehmen kann. Ich möchte als Trainer wieder im Männer-Profibereich landen, schließe aber auch eine Tätigkeit in einem Nachwuchsleistungszentrum nicht aus.

Sie waren Publikumsliebling in Dresden. Welche Spiele mit Dynamo sind Ihnen eigentlich in besonderer Erinnerung geblieben?

Das schon legendäre DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen, als wir nach einem 0:3-Rückstand noch weiterkamen. Ich schoss beim 4:3 zwei Tore. Und dann natürlich die Relegationsspiele gegen Osnabrück im gleichen Jahr, wobei das Rückspiel nach dem 1:1 in Dresden der Höhepunkt war. Wir gewannen 3:1 nach Verlängerung. Ich schoss in beiden Spielen ein Tor.

Im Oktober 2017 hatten Sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen. War das der Auslöser, dass Sie 2018 zum FCO Neugersdorf zurückgekehrt sind und Ihre Profi-Laufbahn beendet haben?

Ja, sonst hätte ich in Zwickau meinen Vertrag verlängert. Ein Angebot lag mir vor. Aber zum Kreuzbandriss kam ein Bandscheibenvorfall hinzu. Das war gesundheitlich nicht zu verantworten. Ich habe es dann noch mal in Neugersdorf in der Regionalliga versucht, mich dann aber für das Ende meiner Profilaufbahn entschieden.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern aus Ihrer Dynamo-Zeit?

Ja, zu Florian Jungwirth, der bis August für San Jose in der Major League Soccer in den USA gespielt hat und jetzt in Kanada bei Vancouver Whitecaps FC unter Vertrag steht. Wenn er mit seiner Familie in Deutschland ist, kommt er uns besuchen. Ich hoffe, wir können 2022 auch mal einen Gegenbesuch einrichten. Auch zu Tobias Jänicke, der jetzt in Saarbrücken kickt, haben wir eine enge Bindung.

Schauen Sie regelmäßig als Zuschauer bei Dynamo Dresden vorbei?

Ja, inzwischen bin ich auch wieder öfter im Stadion. Das hängt auch mit Morris Schröter zusammen, mit dem ich in Zwickau gespielt habe. Damals habe ich immer mal bei ihm übernachtet und es ist eine echte Freundschaft zwischen uns entstanden.

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Wie sieht es mit dem Fußball-Nachwuchs bei Familie Koch aus?

Die Jungs sind sieben, fünf und ein Jahr alt. Die beiden Großen spielen beim SV Meuselwitz in der Oberlausitz. Dort habe ich als kleiner Junge auch mit Fußball begonnen.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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