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Dynamo scheitert an Dortmund und der Chancenverwertung

Im vorletzten Testspiel unterliegt Dynamo dem Vizemeister mit 0:2. Der BVB tritt mit einem verstärkten Nachwuchsteam an. Trainer Markus Anfang ist zufrieden - bis auf einen Punkt.

Von Daniel Klein
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Mats Hummels (3.v.l.) erhält Glückwünsche nach seinem Kopfball-Tor zum 1:0 für Dortmund.
Mats Hummels (3.v.l.) erhält Glückwünsche nach seinem Kopfball-Tor zum 1:0 für Dortmund. © dpa/Robert Michael

Dresden. Beim letzten Pflichtspiel der beiden Profi-Teams unterlag Dynamo im DFB-Pokalachtelfinale Borussia Dortmund mit 0:2. Sieben Jahre später verlieren die Dresdner mit dem gleichen Ergebnis, doch vergleichen lassen sich die Spiele nicht. Am Samstag traf Dynamo eher auf eine Dortmunder B-Elf, zudem wurde auf beiden Seiten wild gewechselt.

Welchen Stellenwert hat die Niederlage?

Das lässt sich nur schwer beurteilen, was vor allem am Gegner aus Dortmund lag. Der Champions-League-Vertreter reiste mit einer sehr jungen Mannschaft an, die sich größtenteils aus U23-Drittliga-Spielern und Talenten aus dem Profikader zusammensetzte. "Aber es waren nicht nur junge Spieler dabei. Wenn ein Mahmoud Dahoud im Mittelfeld aufdreht oder Mats Hummels mit seiner Routine klärt, dann könnte ich mir die bei uns auch gut verstellen", erklärte Dynamo-Trainer Markus Anfang und grinste.

Spielerisch lief bei den Dresdnern vor allem in der ersten Hälfte einiges zusammen, Zählbares sprang jedoch nicht heraus. Letzte Aufschlüsse muss dann der letzte Test in einer Woche gegen FK Teplice liefern.

Die jungen Dortmunder stellten den Absteiger vor allem mit ihrer Technik und Schnelligkeit vor Probleme. Bei der Führung setzte sich jedoch die Routine durch: Nach einem Eckball und einer Kopfballverlängerung nickte Mats Hummels zum 1:0 ein. Noch vor der Pause erhöhte Antonios Papadopoulos mit einem platzierten Schuss aus elf Metern auf 2:0.

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Wie prominent war Dortmund besetzt?

Nicht sonderlich. Bekannte Gesichter im 21-Mann-Kader des Vizemeisters, der mit einer Charter-Maschine am Samstagnachmittag nach Dresden geflogen war und nach Spielende gleich wieder abhob, fanden sich kaum. Einzig Weltmeister Mats Hummels, Mahmoud Dahoud und Youssoufa Moukoko, der mit 16 sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte und damit der jüngste Spieler in der Geschichte der obersten deutschen Spielklasse war, werden wohl auch in der Bundesliga öfter zum Einsatz kommen. Der Rest gehörte zum Teil nicht mal zum Profikader, sondern zur U23, auf die Dynamo in der 3. Liga treffen wird, oder U19. Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Emre Can, Julian Brandt, Marco Reus, Thorgan Hazard sowie der 30-Millionen-Neuzugang Karim Adeyemi fehlten ebenso wie der 35-Millionen-Einkauf und Erling-Haaland-Ersatz Sebastien Haller.

Prominenter besetzt war da fast schon die Tribüne. Auf der saß BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der seit Februar zugleich Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist und Matthias Sammer. Der Dresdner ist externer Berater der Borussen und hatte in einem exklusiven Interview mit Sächsische.de seinem Ex-Verein den sofortigen Wiederaufstieg gewünscht.

BVB-Berater Matthias Sammer (l.) und Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verfolgten das Spiel von der Tribüne aus.
BVB-Berater Matthias Sammer (l.) und Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verfolgten das Spiel von der Tribüne aus. © dpa/Robert Michael

Woran hapert es noch im Dynamo-Spiel?

Immer noch an der Chancenverwertung. Das war schon in der vergangenen Abstiegssaison ein Gründübel, die neu formierte Mannschaft scheint da nahtlos anzuknüpfen. Gleich mehrere Großchancen vergaben die Dresdner in der ersten Halbzeit. RB-Leipzig-Leihgabe Dennis Borkowski kam völlig freistehend an den Ball, scheiterte aber am glänzend reagierenden BVB-Keeper Alexander Meyer (15.), der 2016/17 noch bei Energie Cottbus im Tor stand. Zwei Minuten später eine ähnliche Situation, diesmal vergab Stefan Kutschke. "Die Chancenverwertung war das große Manko", bemängelte auch Anfang. "Wir haben uns viele Möglichkeiten herausgespielt, da muss dann auch mal einer reingehen. Wir hatten im Vorfeld jedenfalls niemandem verboten, ein Tor zu schießen."

Nach dem Seitenwechsel und vielen Wechseln auf beiden Seiten hatten die Gäste die besseren Möglichkeiten, wodurch sich der zur Pause eingewechselte Dynamo-Schlussmann Stefan Drljaca, der von der U23 des BVB gekommen war, wiederholt auszeichnen konnte. "Durch die Wechsel ist es dann bei uns immer schleppender geworden, da hätte Dortmund noch ein, zwei Tore mehr erzielen können", fand Anfang.

Welchen Eindruck machten die letzten Neuzugänge?

Ahmet Arslan, der am Donnerstag verpflichtet worden war, und die am Freitag vorgestellte Werder-Bremen-Leihgabe Kyu-Hyun Park standen beide in Dynamos Startelf, die durchaus große Ähnlichkeit mit der haben könnte, die am 23. Juli den Saisonauftakt gegen 1860 München bestreiten wird. Der von Holstein Kiel ausgeliehene Arslan machte im defensiven Mittelfeld eine gute Figur, Park überzeugte als Linksverteidiger vor allem läuferisch. "Beide kenne ich ganz gut. Da wir nicht mehr viel zeit haben, müssen sie sofort Spielpraxis bekommen. Sie haben - wie die anderen - ein ordentliches Spiel gemacht", erklärte der Dynamo-Trainer.

In den letzten Minuten und nach dem Schlusspfiff hatten einige Flitzer ihren Auftritt, konnten nur mit Mühe von den Ordnern eingefangen werden.

Dynamo Dresden - Borussia Dortmund 0:2 (0:2)

Dynamo: Müller (46. Drjaca) - Becker (46. Melichenko), Ehlers, Knipping, Park (72. Lehmann) - Arslan (80. Kammerknecht) - Conteh (61. Batista Meier), Kade (61. Weihrauch), Akoto (80. Seo), Borkowski (80.Kulke) - Kutschke (61. Harres).
SR: Kempel (Leipzig). Zu.: 23.816. Tore: 0:1 Hummels (13.), 0:2 Papadopoulos (41.).