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Welche Folgen Löwes Corona-Ausfall für Dynamo hat

Außenverteidiger Chris Löwe muss für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Der Corona-Fall kommt für Dynamo zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Von Daniel Klein
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Chris Löwe fällt aufgrund einer verordneten Quarantäne für das Spiel am Freitag in Kiel aus.
Chris Löwe fällt aufgrund einer verordneten Quarantäne für das Spiel am Freitag in Kiel aus. © dpa-Picture Alliance/Robert Michael

Dresden. Es war nur eine Frage der Zeit: Die in die Höhe schnellenden Corona-Zahlen haben nun auch Dynamo erreicht. Am Mittwoch bestätigte der Verein mit einer Twitter-Nachricht den Fall, der „eine Person“ betreffe. Wen genau, teilte der Zweitligist nicht mit. Die SZ beantwortet die fünf wichtigsten Fragen:

Was bedeutet das für die Vorbereitung auf das Kiel-Spiel?

Zunächst einmal nur, dass der betroffene Profi nicht mittrainieren kann und auch am Freitag fehlen wird. Ein Freitesten ist frühestens nach fünf Tagen möglich. Der Rest der Mannschaft darf normal trainieren. Dies habe das Amt für Gesundheit und Prävention der Stadt Dresden dem Verein so mitgeteilt, twitterte Dynamo.

Welcher Spieler muss jetzt in Quarantäne?

Die Bild-Zeitung, die zuerst über den Fall berichtet hatte, nennt den Namen Chris Löwe. Der 32-jährige Außenverteidiger sei komplett geimpft, deshalb könne er sich auch vergleichsweise schnell freitesten. Ob er Symptome zeigt, ist unklar.

Ist die Austragung des Spiels am Freitag nun in Gefahr?

Erst einmal nicht. Damit Dynamo eine Verlegung des Spiels bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beantragen kann, müssten weniger als 16 Spieler zur Verfügung stehen. Davon müssen mindestens neun Lizenzspieler inklusive ein Torwart sein. Maximal sieben Talente von den A- oder B-Junioren dürften also nachnominiert werden. So sehen es die DFL-Richtlinien vor. In der Bundesliga traf es in der laufenden Saison schon mehrere Vereine deutlich härter als jetzt Dynamo. So fielen beim FSV Mainz beim Saisonstart gleich elf Spieler aus, beim VfB Stuttgart war es zuletzt sechs Fälle innerhalb einer Woche. Beide Klubs bestritten die anstehenden Spiele.

Wie hoch ist die Impfquote bei der Dynamo-Mannschaft?

Trainer Alexander Schmidt hatte zuletzt von einer „hohen Quote“ gesprochen, nach SZ-Informationen liegt sie bei über 90 Prozent. Das liegt im Schnitt der Bundesliga. DFL-Chef Seifert hatte die Impfquote für die oberste Liga kürzlich auf 94 Prozent beziffert. Die letzten Fälle bei Dynamo liegen schon einige Monate zurück. Im April hatte es Ransford-Yeboah Königsdörffer und Pascal Sohm getroffen, daraufhin wurden zwei Spiele verschoben.

Welche Folgen hat der Ausfall von Löwe am Freitag?

Der Routinier gehörte in dieser Saison zu den absoluten Leistungsträgern. In der ohnehin schwierigen Situation mit der Negativserie und dem Abrutschen an die Abstiegszone ist das ein weiterer Rückschlag für die Schwarz-Gelben. Für Löwe wird voraussichtlich der Mitte August ausgeliehene georgische Nationalspieler Guram Giorbelidze auflaufen. Schmidt hatte kürzlich zu besonderer Vorsicht aufgerufen und erklärt: „Es wäre eine extreme Schwächung, wenn auf einmal zwei, drei, vier Leistungsträger ausfallen würden.“ Bisher ist es nur Löwe. Der hatte unmittelbar nach einer Niederlage in Kiel am Ende der Saison 2019/20, die quasi den Abstieg in die 3. Liga besiegelt hatte, mit einem Wutauftritt für Aufsehen gesorgt. Dynamo musste damals nach einer Mannschafts-Quarantäne viele Spiele innerhalb kürzester Zeit bestreiten, die sie fast alle verlor. Dies hatte Löwe als Ungerechtigkeit empfunden und sehr emotional kritisiert.