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Dynamos "Geisterspiel" virtuell ausverkauft

Die 30.000 Tickets für das Pokalspiel gegen Darmstadt sind alle weg, aber die Aktion geht weiter - und jetzt winkt ein Rekord. Das sagen Trainer und Spieler.

30.000 Geister für Dynamo? Mittelfeldspieler Jannick Stark präsentiert das Ticket, das bei den Fans reißenden Absatz findet.
30.000 Geister für Dynamo? Mittelfeldspieler Jannick Stark präsentiert das Ticket, das bei den Fans reißenden Absatz findet. © SGD/Steffen Kuttner

Dresden. Der Trainer findet es "sensationell", der Spieler "absolut klasse". Als Markus Kauczinski und Robin Becker am Donnerstagmittag bei der Pressekonferenz vor Dynamos Spiel in Halle auf die Aktion angesprochen werden, ist der Erfolg bereits garantiert. Unter dem Motto "30.000 Geister für Dynamo" hatte der Verein am Mittwoch den Verkauf von "Geistertickets" für das Heimspiel im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 am 22. Dezember gestartet, schon am ersten Abend waren 17.500 Karten weg.

Nun meldet die SGD: Alle Tickets sind vergriffen, das Rudolf-Harbig-Stadion ist virtuell ausverkauft. Die Zuschauer müssen natürlich trotzdem zu Hause bleiben wegen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie. "Es sind schwierige Zeiten auch für die Vereine", sagt Kauczinski. Deshalb sei es wichtig, zusammenzuhalten. "Wir haben, auch wenn man sich nicht begegnet, viel Zuspruch erfahren in diesen Corona-Zeiten. Die Resonanz auf diese Aktion ist noch mal ein Beispiel, dass man - auch wenn man sich nicht sieht - trotzdem geistermäßig zusammen ist. Das ist ein toller Ausdruck, ein tolles Symbol dafür."

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Becker meint: "Es ist traurig für uns Spieler, für den Verein, dass wir die Fangemeinschaft nicht so erleben können, wie man es gewohnt ist. Deshalb sind solche Aktionen richtig gut, helfen dem Verein und man rückt trotzdem ein Stück zusammen."

Yannick Stark, Sebastian Mai und Kevin Broll präsentieren das Pokal-Geisterticket im XXL-Format. Und wer genau hinguckt, sieht den derzeit stattfindenden Rasenwechsel im Harbig-Stadion.
Yannick Stark, Sebastian Mai und Kevin Broll präsentieren das Pokal-Geisterticket im XXL-Format. Und wer genau hinguckt, sieht den derzeit stattfindenden Rasenwechsel im Harbig-Stadion. © SGD/Steffen Kuttner

Und es werden noch mehr Fans im Geiste dabei sein, wenn Dynamo gegen den Zweitligisten um den Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals kämpft. Die Aktion geht weiter, ab jetzt mit einem Plus hinter der 30.000. "Glücklicherweise ist in unserem Stadion reichlich Platz für weitere Dynamo-Geister vorhanden und auch die Einhaltung von ‚Social Distancing‘ ist kein Problem", erklärt Dynamos Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus. Die Bereitschaft der Anhänger scheine weiter ungebrochen zu sein.

Neues Ziel ist es, den eigenen Rekord aus dem März 2012 einzustellen. Damals wurden 41.738 virtuelle Karten für das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt abgesetzt. Weltrekord. Der Hintergrund war allerdings ein anderer. Die Dresdner wurden vom Deutschen Fußballbund (DFB) nach massiven Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund zu einer Heimpartie ohne Zuschauer und 100.000 Euro Strafe verurteilt. Als Protest gegen das Urteil und auch gegen den DFB organisierten die Ultras daraufhin einen Geisterticket-Verkauf.

Knapp neun Jahre später sind Geisterspiele fast schon Alltag. Die Zuschauerbeschränkungen als Folge der Corona-Pandemie belasten zunehmend auch das Dynamo-Vereinskonto. Laut eigenen Angaben rechnet der Drittligist mit einem Verlust von sechs Millionen Euro in dieser Saison.

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"Uns ist zwar schon lange klar, dass die SGD – wie im Leitbild aufgeführt – der Verein mit den besten Fans ist, allerdings hat diese überwältigende Unterstützung unserer Geisterticket-Aktion einmal mehr all unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen", sagt Kabus zum erneuten Geisterticket-Verkauf. Zu Beginn hätte sich keiner vorstellen können, dass die 30.000 Karten zu je fünf Euro so schnell vergriffen sein würden. Jetzt gelte weiterhin: #ImGeisteDabei. (SZ/-ler)

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