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Was bei Dynamo vor dem Start wichtig ist

Fans, Prämien, Personal: Die Dresdner spielen am Montag im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV. Es ist eine spezielle Partie - und ein Testlauf für die Zuschauer.

Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski sieht seine Mannschaft nach der Vorbereitung bereit für den scharfen Start im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV.
Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski sieht seine Mannschaft nach der Vorbereitung bereit für den scharfen Start im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Der Abstieg ist abgehakt, der Neuanfang längst vollzogen. Mit einer neuen Mannschaft startet Dynamo Dresden am Montagabend, 18.30 Uhr, in die nächste Saison - und das mit einer Partie, die gleich unter mehreren Aspekten speziell ist. Durch die Konstellation: In der ersten Runde des DFB-Pokals empfangen die Schwarz-Gelben den einstigen Bundesliga-"Dino" und ambitionierten Zweitligisten Hamburger SV. Wegen der Kulisse: Zum ersten Mal während der Corona-Pandemie dürfen Zuschauer ins Rudolf-Harbig-Stadion. Und wegen der Erfolgsaussichten: Es locken Prämien für Verein und Spieler.

"Es ist der Punkt nach fünfeinhalb Wochen Vorbereitung, sechs Testspielen und vielen Trainingseinheiten, an dem wir uns alle auf das erste Pflichtspiel freuen. Wir haben einen großen Traditionsverein, wie wir selber einer sind, als Gast hier", sagt Ralf Becker, für den das Pokal-Los sowieso speziell ist. Dynamos neuer Sportgeschäftsführer hat von Mai 2018 bis 2019 als Sportvorstand beim HSV gearbeitet.

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Ein besonderer Testlauf wird dieses Spiel für die Zuschauer.  "Ich kann das noch gar nicht richtig glauben", meint Trainer Markus Kauczinski. "Wir freuen uns alle total. Die Zuschauer haben gefehlt, der Fußball ist ohne die Fans nicht der gleiche. Deshalb freuen wir uns auf die Unterstützung."

Appell an die Zuschauer: An die Regeln halten

Bis Freitagmittag waren 8.000 Tickets verkauft, damit 10.000 Plätze belegt. Der Verein geht davon aus, dass es am Montag sogar noch Karten im freien Verkauf geben wird. Allerdings ist damit auch der dringende Appell der Verantwortlichen an alle Besucher verbunden, sich strikt an jede Regel zu halten, also vor allem jederzeit den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Unter dieser Maßgabe wurde der Abstand auf einen Meter verringert, so dass zwischen sogenannten Infektionsgemeinschaften nur ein Platz frei bleiben muss.

Wie viele Fans dabei sein werden, hängt also vom Buchungsverhalten ab.  Dynamo kommuniziert keine Zahl, es sind aber mehr als 10.000 Besucher zu erwarten. Damit wäre es die bislang größte Veranstaltung in Sachsen unter Corona-Bedingungen.

Deshalb wird ganz Deutschland darauf gucken, wie es in Dresden läuft. "Es ist für alle interessant zu sehen: Wie funktionieren Veranstaltungen wieder, zu denen um die 10.000 Leute kommen", sagt Becker. Der Anspruch ist hoch: "Wir haben die große Verantwortung und die Pflicht, alle darauf hinzuweisen, dass die Zuschauer sehr konsequent und konzentriert agieren müssen, sich jeder an die Regeln hält. Wir finden es wichtig, dass die Politik so mutig ist und den Vereinen, wenn es die Corona-Lage zulässt, auch die Möglichkeit gibt, wieder vor Zuschauern zu spielen."

Jeder darf ausschließlich den eigenen Platz einnehmen. Vor und nach dem Spiel wird es zudem extra Interviews mit dem früheren Torwart und Aufstiegshelden Benjamin Kirsten geben, damit sich zeitiges Kommen genauso lohnt, wie längeres Sitzenbleiben nach dem Abpfiff. So soll ein enges Gedränge an Ein- und Ausgängen vermieden werden.

Hartmann meldet sich krank

Die Partie ist jedoch auch sportlich interessant, nach dem der HSV in der zweiten Liga hängen geblieben und Dynamo abgestiegen ist. Die vier Duelle in den vergangenen zwei Jahren waren alle umkämpft - jeweils mit dem glücklicheren Ende für die Hamburger. Genauso wie 2003 ebenfalls zu Hause in der ersten Pokalrunde. Damals waren die Hamburger Erstligist, Dynamo spielte wie jetzt in der 3. Liga. Erst in der 81. Minute erzielte Naohiro Takahara den Siegtreffer für den Favoriten. In der Statistik steht bei insgesamt 15 Duellen erst ein Sieg für die SGD, der jedoch in der Bundesliga 1991 mit 3:0 deutlich ausfiel. Sechsmal endete das Duell unentschieden.

Der Trainer sieht seine Mannschaft für den scharfen Start gut gerüstet. "Mein Gefühl ist gut", sagt Kauczinski: "Mit dem HSV haben wir einen starken Gegner, ein Aufstiegsfavorit in der zweiten Liga, gespickt mit starken Spieler. Aber wir haben gezeigt, dass wir uns wehren können, dass wir gut Fußball spielen können, dass wir körperlich agieren können, für jeden Gegner unangenehm sein können. Deswegen brennen wir darauf, dass es endlich losgeht."

Dabei muss er auf Justin Löwe (Schulter-OP) und Kevin Ehlers, der nach Problemen im Sprunggelenk erst wieder ins Training eingestiegen ist, verzichten. Außerdem droht Marco Hartmann auszufallen, der sich am Freitag krank gemeldet hat. Man müsse abwarten, was das für einen Verlauf nimmt, meint der Trainer. "Es könnte möglicherweise eng werden."

Prämien auch für die Spieler

Und natürlich geht es - wie immer im Pokal - auch ums Geld. Becker stellt klar, dass sich ein Erfolg auch für die Spieler auszahlen würde, ohne eine Prämie zu nennen. Die sei bei einem Weiterkommen gegen einen Fünftligisten sicher geringer als gegen den HSV, verrät der Sportchef lediglich. 

Für die erste Runde bekommt jeder Verein 175.500 Euro als Antrittsgeld vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), für die zweite winken noch mal 351.000. Mit jedem Weiterkommen steigt die Summe bis auf 2,8 Millionen im Halbfinale. So weit hat es in der Vorsaison der 1. FC Saarbrücken, damals noch Regionalligist, geschafft. Es lohnt sich also, den Wettbewerb ernst zu nehmen, erst recht als Außenseiter. 

Wie das Spiel am Montag läuft, darüber berichten wir in unserem Liveticker.

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