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Dynamos neue Außenstelle: Ausgerechnet Aue

Nach Testroet und Gonther spielt mit Ballas der nächste in Dresden gestrauchelte Profi im Erzgebirge. Das Trio freut sich aufs geheime Wiedersehen mit dem Ex-Klub.

Einst liefen Florian Ballas, Sören Gonther und Pascal Testroet (v.l.) in Schwarz-Gelb auf, inzwischen streift sich das Trio die Farben des FC Erzgebirge über.
Einst liefen Florian Ballas, Sören Gonther und Pascal Testroet (v.l.) in Schwarz-Gelb auf, inzwischen streift sich das Trio die Farben des FC Erzgebirge über. © dpa/Daniel Schäfer/Montage: SZ-Bildstelle

Nach Testroet, der 2018 von Dynamo nach Aue wechselte, und Gonther, der ein Jahr später folgte, ist Ballas bereits der dritte ehemalige Spieler von Dynamo Dresden im Kader von Trainer Dirk Schuster. Der Wechsel des 27 Jahre alten Innenverteidigers zum sächsischen Rivalen war allerdings nicht frei von Nebengeräuschen. Ballas musste in den sozialen Medien von einigen enttäuschten Dynamo-Fans viel Kritik einstecken, teilweise waren auch Beschimpfungen dabei.

Ballas wollte nicht länger warten

"Ich wusste, dass solche Reaktion kommen. Das muss ich akzeptieren und gehört zum Geschäft dazu", erklärte Ballas. Auf Instagram warb der Abwehrspieler um Verständnis. "Ich weiß, was dieser Wechsel in Sachsen bedeutet und verstehe daher auch, dass viele Menschen aus emotionaler Sicht diesen Schritt einfach nicht verstehen können",
schrieb Ballas.

Die Situation auf dem Spielermarkt sei in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie und Sparzwängen bei vielen Clubs allerdings nicht einfach, betont der 1,96-Meter-Hüne. Nach dem Abstieg mit Dynamo aus der 2. Bundesliga wollte Ballas weiter möglichst hochklassig spielen. "Diese Chance habe ich eben bei Erzgebirge Aue bekommen und mich dazu entschlossen, sie auch zu nutzen. Der Verein hatte sich sehr um mich
bemüht. Ich hatte keine Lust, noch vier oder fünf Wochen mit einer Entscheidung zu warten", meinte Ballas, der den Dresdnern "alles Gute und den direkten Wiederaufstieg" wünscht.

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In Aue trifft er in Gonther nicht nur auf einen ehemaligen Mitspieler aus Dresdner Zeiten. Beide Profis sind auch privat sehr gut befreundet. "Dass wir zwei sehr gut harmonieren, haben wir schon in Dresden gezeigt. Flo ist ein Top-Innenverteidiger", sagt Gonther über
Ballas: "In der Luft ist er vorn und hinten nahezu unbezwingbar, dazu kann er für seine Größe hervorragend Fußball spielen. Auch charakterlich passt er sehr gut in unsere Mannschaft."

Was Testroet und Gonther auf Anhieb gelang, will nun auch Ballas anpacken: In Aue Stammkraft werden und Verantwortung übernehmen. "Ich möchte meine Erfahrung einbringen und auf dem Platz mit guten Leistungen vorangehen", äußert der gebürtige Saarbrücker. Die Eingewöhnung im Erzgebirge gelang Ballas relativ schnell - auch dank
der Tipps seiner Kollegen. "Die ostdeutsche Mentalität ist eine andere. Speziell in Aue verlangen die Fans und Verantwortlichen, dass Woche für Woche abgeliefert wird. Flo bringt die richtige Einstellung dafür mit", meint Testroet.

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Nach dem starken siebten Platz im Spieljahr 2019/20 wollen die Auer auch in der neuen Saison wieder eine gute Rolle spielen. "Die Platzierung hat bei jedem Einzelnen Ehrgeiz geweckt. Auch wenn der Klassenverbleib das übergeordnete Ziel ist, sollte unser Anspruch sein, wieder eine richtig gute Runde zu spielen", meint Gonther, der
genauso wie im Vorjahr auf einen erfolgreichen Saisonauftakt mit voller Punkteausbeute hofft: "Da kann man sich die eine oder andere Schwächephase, die im Verlauf des Jahres kommen wird, besser erlauben. Wir wollen in Würzburg und zu Hause gegen Fürth richtig gut aus den Startlöchern kommen."

Am Samstag kommt es für das Trio mit Dresdner Vergangenheit aber erst noch zum Wiedersehen mit dem Ex-Verein. In einem nicht-öffentlichen Vorbereitungsspiel testen der FC Erzgebirge und Dynamo eine Woche vor der ersten Runde im DFB-Pokal noch einmal ihre Form. Während Gonther und Ballas fit sind, ist der Einsatz von Testroet nach einer Knieoperation und anschließender Reha noch fraglich. "Vielleicht reicht es für ein paar Minuten, das wäre schon cool. Duelle gegen Dynamo sind immer etwas Besonderes, auch wenn es nur ein Testspiel ist", sagt Testroet. (dpa)

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