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Dresden: Immer noch Reste der Dynamo-Krawalle

Große Glasscherben sind noch immer am und im Großen Garten eine Gefahr für Fußgänger und Hunde. Wie diese jetzt gebannt werden soll.

Noch immer zeugen Glasscherben auf dem Fußweg der Lennéstraße von den Ausschreitungen beim Dynamo-Spiel am 16. Mai.
Noch immer zeugen Glasscherben auf dem Fußweg der Lennéstraße von den Ausschreitungen beim Dynamo-Spiel am 16. Mai. © Christian Juppe

Dresden. Bengalos und Glasflaschen, sogar ganze Bäume wurden am 16. Mai am Rande eines Dynamospiels von Randalierern auf Polizisten geworfen. Die Krawallmeute hatte sich vorwiegend auf der Lennéstraße und auf einem Teil der Hauptallee im Großen Garten aufgehalten. Nach den Ausschreitungen bot sich in diesen und weiteren Bereichen rund um das Fußballstadion ein Bild der Verwüstung. Scherben, zerborstenes Holz und Müll waren zurückgeblieben.

Schon wenige Stunden nach den Ausschreitungen waren Mitarbeiter der Stadtreinigung auf der Lennéstraße und der Lingnerallee zur Säuberung im Einsatz. Sie machten im Rahmen des sogenannten Havariedienstes mit der Kehrmaschine die Straßen sauber.

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Fans hatten beim Spiel Dynamo Dresden - Türkgücü München am 16. Mai vor dem Stadion eine Blockade aus Bauzäunen errichtet, es flogen Flaschen und Bengalos, Polizisten wurden verletzt.
Fans hatten beim Spiel Dynamo Dresden - Türkgücü München am 16. Mai vor dem Stadion eine Blockade aus Bauzäunen errichtet, es flogen Flaschen und Bengalos, Polizisten wurden verletzt. © Sebastian Kahnert/dpa

Allerdings sind immer noch Spuren der Randale zu sehen, so unter anderem an Wegrändern im Großen Garten sowie auf dem Fußweg der Lennéstraße von der Hauptallee bis zur Gläsernen Manufaktur. Darunter große Flaschenböden und -hälse. Die stellen eine Gefahr dar für Passanten, vor allem Kinder, aber auch Hunde.

Glasscherben mit der Hand aufgesammelt

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung seien auch im Nachgang der Krawalle, am darauffolgenden Montag und Dienstag, nochmals auf der Lingnerallee und der Lennéstraße im Einsatz gewesen, sagt Susanne Kirsch, die Sprecherin der Stadtreinigung. Dabei seien Glasscherben auf den Gehwegen mit der Hand beseitigt worden, weil dort aufgrund des Untergrundes keine Kleinkehrmaschine fahren kann. "Hier werden unsere Kollegen nun nochmal gezielt den Gehweg manuell reinigen", sagt Kirsch.

Auch die Gärtner des Großen Gartens haben direkt am 17. Mai mit der Säuberung begonnen, sagt eine Sprecherin der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH. Seitdem beseitigten die Mitarbeiter täglich die zum Teil weit verbreiteten Scherben im Rasenbereich. Die Arbeiten seien aber noch nicht beendet. "Wir setzen jedoch alles daran, die Aufräumarbeiten schnellstmöglich abzuschließen", so die Sprecherin.

Rund 8.000 Euro musste Schlösserland bisher aufwenden, unter anderem, um neue Pflanzen für das Schmuckbeet am Palais zu kaufen, die von Randalierern rausgerissen wurden. 1.000 Euro davon kostete allein die Wiederherstellung von Rasenflächen, dazu kommen Personalkosten für die Reinigung.

Die Schlösserland-Sprecherin weist auch darauf hin, dass es laut offizieller Besucherordnung für den Großen Garten nicht gestattet ist, die Wege zu verlassen und Grünflächen zu betreten. Eine Ausnahme bildet die ausgewiesene Liegewiese in der Nähe der Freilichtbühne Karcherallee und Tiergartenstraße.

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Inwiefern sich Dynamo Dresden möglicherweise an der Schadenbeseitigung und den Aufräumarbeiten beteiligen wird und beteiligt hat, ist unklar. Der Verein ließ eine SZ-Anfrage vom Dienstag bislang unbeantwortet.

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