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Der geniale Drei-Punkte-Plan des Dynamo-Trainers

Taktik, Aufstellung und Einwechslungen - Alexander Schmidt hat gegen Ingolstadt die richtigen Entscheidung getroffen. Was der Chefcoach nach dem Auftaktsieg dazu sagt.

Alexander Schmidt hat gut lachen. Dynamos Trainer setzt gegen Ingolstadt auf den richtigen Plan. © dpa/Robert Michael
Alexander Schmidt hat gut lachen. Dynamos Trainer setzt gegen Ingolstadt auf den richtigen Plan. © dpa/Robert Michael © dpa/Robert Michael

Dresden. Heiser, aber zufrieden zeigt sich Alexander Schmidt auf der Pressekonferenz nach dem furiosen Auftaktsieg seiner Dynamos gegen den FC Ingolstadt. Während der 90 Minuten zuvor hat auch der Trainer bei den heißen Temperaturen alles gegeben. Der 52-Jährige dirigiert und greift immer wieder unterstützend ein.

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Dass Schmidts Stimme letztlich so leidet, liegt aber nicht an der Fehlerquote seiner Spieler. Die Ursache ist vor allem in der der Laustärke der 7.102 Fans im Rudolf-Harbig-Stadion zu suchen. Der Trainer, der weder auf noch abseits des Platzes als Lautsprecher gilt, muss sich selbst erst einmal wieder daran gewöhnen.

Der 3:0-Sieg gegen den Mitaufsteiger ist jedoch eine kleine Machtdemonstration und zeigt: Dynamos Chefcoach hat einen Plan. Ziehen alle Spieler mit, ist in dieser Saison einiges möglich. Nicht umsonst ist der gebürtige Augsburger mit Dynamo in seinen sieben Ligaspielen ungeschlagen, feierte sechs Siege und blieb jeweils ohne Gegentor.

Das ist Schmidts Drei-Punkte-Plan:

1. Die Taktik

"Als Trainer versucht man immer, keine Unterzahl in gewissen Spielfeldbereichen zu haben. Wir wussten, wie Ingolstadt spielt. Das mussten wir ausgleichen und haben daher mit und gegen den Ball unterschiedlich gespielt", erklärt Schmidt sein taktisches Konzept. Detaillierter möchte der 52 Jahre alte Fußballlehrer aber nicht werden. "Mehr will ich nicht darauf eingehen. Wir wollen ja keinem eine Steilvorlage geben."

Auffällig und etwas überraschend ist: Nachdem Dynamos Coach in der Vorbereitung stets auf eine Dreierkette setzte, ließ er gegen den FCI mit einer Vierkette agieren. Der Plan geht auf, denn Ingolstadt kommt nur selten zur Entfaltung, lässt sich sogar vom aggressiven Pressing der Dresdner verunsichern. "Wir waren von den Angriffswellen beeindruckt und haben uns weit reindrängen lassen", gibt auch Ingolstadts Trainer Roberto Pätzold zu.

Doch es liegt in der Natur der Sache, dass auch der Dynamo-Trainer nicht wunschlos glücklich ist. In der Schlussviertelstunde sieht er noch Luft nach oben. "Ich bin schwer zufrieden, wenn wir uns den Ball hin und her schieben. Aber die Jungs waren bei den Temperaturen einfach platt. Da war nichts mehr im Tank. An Hamburg hat noch keiner gedacht."

2. Die Aufstellung

Zwei Veränderungen hat Schmidt im Vergleich zur missglückten Generalprobe bei Union Berlin vorgenommen. Paul Will wird durch Rückkehrer Julius Kade ersetzt. Der gehörte bereits in der Aufstiegssaison zu Dynamos Leistungsträgern und kennt seine Aufgaben. "Ich bin froh, dass er zurück ist", gibt Schmidt zu. "Er muss sich nicht groß einspielen, kennt unsere Mechanismen."

Auch der zweite Wechsel geht auf: Brandon Borrello ersetzt Heinz Mörschel. Der Neuzugang von Fortuna Düsseldorf bringt die nötige Zweitliga-Erfahrung auf den Platz. Borrello ist ein Schlitzohr. Er agiert clever und verpasst nur knapp sein erstes Tor.

Überraschend abgeklärt agiert dagegen bereits Luca Herrmann. Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler, der bisher nur in der Regionalliga zum Einsatz kam, geht direkt voran und zahlt das Vertrauen des Trainers zurück. „Luca hat auch das bestätigt, was wir uns von ihm erhofft haben. Kompliment an unseren Kaderplaner und alle, die daran beteiligt waren", lobt Schmidt. "Er hat die Technik und den Spielwitz, sich auch unter hohem Druck vom Gegner zu lösen. Wenn er die zweite Liga noch mehr reinbekommt, hat er gute Möglichkeiten sich durchzusetzen."

3. Die Einwechslungen

„Mit den Wechseln können wir noch einmal frischen Wind bringen und verlieren nicht an Qualität“, sagt Schmidt nach dem Spiel ins ARD-Mikrofon. Auf seine Bank ist Verlass.

Fünf Positionen hat er während des Spiels gegen Ingolstadt getauscht und damit sein komplettes Kontingent aufgebraucht. Mit Erfolg: An beiden Toren im zweiten Durchgang waren zwei Neue direkt beteiligt. Erst leitet Panagiotis Vlachodimos mit einem starken Solo das 2:0 durch Christoph Daferner ein, dann vollendet Heinz Mörschel ebenfalls durch einen sehenswerten Sololauf zum Endstand selbst. "Als gutes Händchen würde ich das aber nicht bezeichnen. Wenn ich die Bank anschaue, kann ich jeden bringen. Die fügen sich nahtlos ein. Von den Fünf hat mich keiner enttäuscht", sagt Schmidt.

Auch Mörschel, der aufgrund seiner Nicht-Nominierung für die Startelf etwas angefressen ist, bekommt ein Sonderlob. "Heinz ist ein Straßenkicker, er will immer zocken. Wenn er das nicht direkt kann, ist er sauer auf den Trainer. Aber das finde ich ok. Heinz hat die passende Antwort gegeben. Deshalb freue ich mich für ihn."

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