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Aue? Rostock? Warum Schröter zu Dynamo wollte

Der Neuzugang vom FSV Zwickau war schon als Kind bei Spielen in Dresden. Nun steht er selbst auf dem Platz. Dennoch gibt es für ihn jetzt ein Problem.

Trainer Alexander Schmidt ist von Neuzugang Morris Schröter überzeugt. Er sei genau der Typ, der Dynamos Spielstil verkörpert.
Trainer Alexander Schmidt ist von Neuzugang Morris Schröter überzeugt. Er sei genau der Typ, der Dynamos Spielstil verkörpert. © Lutz Hentschel

Dresden. Wann er sein erstes Spiel live erlebt hat, weiß Morris Schröter genau. Dabei war er, der gebürtige Wolfener, damals gerade mal acht Jahre alt. „Bei uns so Hause gibt es einige Dynamo-Fans“, erklärt er. Und so haben sie ihn mitgenommen im Mai 2004. Die Dresdner gewannen beim FC Sachsen im Leipziger Zentralstadion mit 3:1, ein wichtiger Schritt zum Aufstieg. „Danach war ich einige Male im alten Rudolf-Harbig-Stadion zu Zweitliga-Zeiten“, sagt Schröter.

Nun will er selbst für Dynamo in dieser Liga auflaufen. „Das war mein großes Ziel, nachdem ich zwei Jahre kontinuierlich Leistung gebracht habe“, sagt Schröter, der für den FSV Zwickau vorige Saison elf Tore erzielte und acht weitere Treffer vorbereitete. Angesichts dieser Quote hatte der 25-Jährige auch andere Angebote. Hansa Rostock und Erzgebirge Aue sollen genauso an ihm interessiert gewesen sein, ausgerechnet die Ost-Rivalen.

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Befindlichkeiten der Fans spielen keine Rolle

Viele seien davon ausgegangen, dass er sich für die Küste entscheidet, andere hätten ihm deutlich gemacht, „dass Aue nicht die beste Option wäre“. Die Befindlichkeiten der Fans spielten für Schröter aber keine Rolle, ein entscheidender Punkt war indes das Trainingszentrum in Dresden, wie es vergleichbar in der Liga kaum eins gebe. „Es ist mir wichtig, ein gewisses Umfeld zu haben, um die letzten zwei, drei Prozent an Steigerung, die in meinem Alter noch möglich sind, raus zu kitzeln“, erklärt er.

Das hat ihm vermutlich auch Sportgeschäftsführer Ralf Becker gesagt, der bei Schröter das Potenzial für die höhere Spielklasse sieht. „Er war ein außergewöhnlich guter Spieler in der 3. Liga und könnte bei uns von Anfang an eine gute Rolle spielen“, meint Becker. Dieses Vertrauen war ein weiterer Aspekt für Schröters Wahl. „Mir wurden Dinge aufgezeigt, in denen ich mich wiederfinde, wie ich meine Stärken einbringen kann und die Möglichkeit habe, auf Spielzeit zu kommen“, meint der 1,83 Meter große Flügelspieler, der auf der rechten Seite sowohl offensiv als auch defensiv eingesetzt werden kann. Insofern ist er ein Ersatz für Niklas Kreuzer, der keinen neuen Vertrag erhalten hatte und zu Drittligist Halleschen FC gewechselt ist.

Ein Spielstil, der zum Trainer passt

Versprochen worden sei ihm nichts, betont er, aber Trainer Alexander Schmidt meint, Schröter sei genau der Typ, der seinen Spielstil verkörpere. „Er hat eine gute Schnelligkeit, einen guten Tiefgang und eine gute Torgefährlichkeit. Ich traue ihm zu, dass er es in der höheren Liga schafft“, meint Schmidt, auch, weil er – „wie die komplette Mannschaft“ – willig sei, die mutige Spielweise umzusetzen.

Mit dem Fußball angefangen hat Schröter bei Grün-Weiß Wolfen, mit zwölf Jahren wechselte er zum 1. FC Magdeburg und sammelte dort auch erste Erfahrungen bei den Profis, mit denen er 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. Anschließend wechselte er nach Zwickau, wo er in den vergangenen beiden Jahren zu einem Leistungsträger wurde. Nun will er den nächsten Schritt machen – in Dresden. Dafür hat er sich „mit gutem Gewissen und dem richtigen Bauchgefühl“ entschieden, wie er sagt. „Das ist eine Herzensentscheidung, dazu stehe ich zu 100 Prozent.“ Schröter unterschrieb einen Vertrag für zwei Jahre bis 20. Juni 2023 und kommt ablösefrei.

Ein Wohnung in Dresden muss her

Allerdings gibt es derzeit doch ein Problem: die Baustellen und damit verbundenen Staus auf der A 4. Die Strecke von seinem Wohnort Chemnitz nach Zwickau sei kein Problem gewesen, „aber nach Dresden ist das noch mal etwas anderes, das habe ich gleich bei den ersten Fahrten gemerkt“. Deshalb will sich Schröter in Dresden eine Wohnung suchen, um „den Verein und die Leute drumherum besser kennenzulernen“, wie er sagt. „Das wird mir leichter fallen, wenn ich hier wohne.“

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Dann kann er es auch genießen, in die Stadt zum Kaffeetrinken zu gehen. Und sicher findet er die passende Strecke für den Hund. Der Dobermann ist sieben Monate und „braucht noch relativ viel Erziehung“. Schröter ist überzeugt, auch das hinzubekommen.

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