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Dynamo: Das unerwartete Comeback eines Aussortierten

Letzte Saison war Panagiotis Vlachodimos bei Dynamo Dresden erst außen vor, dann aber gesetzt. Und jetzt?

Im Trainingslager im Eichsfeld fehlte Panagiotis Vlachodimos anfangs wegen einer Magen-Darm-Grippe. Jetzt hat er sich wieder erholt und will in der Dynamo-Mannschaft zu einer festen Stütze werden.
Im Trainingslager im Eichsfeld fehlte Panagiotis Vlachodimos anfangs wegen einer Magen-Darm-Grippe. Jetzt hat er sich wieder erholt und will in der Dynamo-Mannschaft zu einer festen Stütze werden. © Lutz Hentschel

Dresden. Als Panagiotis Vlachodimos im vorletzten Saisonspiel gegen Türkgücü München in der 90. Minute auf der linken Seite den Ball erhält und in die Mitte zieht, feiert die Mannschaft an der Bank schon den Aufstieg. Sie trägt die gelben Aufstiegs-T-Shirts und die schwarzen Fischerhüte.

Quasi mit dem Schlusspfiff zirkelt Vlachodimos den Ball zum 4:0-Entstand ins rechte Eck. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist perfekt.

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Was sind die besten Schnäppchen?

Nicht zuletzt wegen der Ausschreitungen vor dem Stadion interessiert dieses Tor allerdings keinen mehr. Für Vlachodimos, dessen Vertrag sich durch den Aufstieg um ein Jahr bis 2023 verlängert, ist es jedoch der friedlich-versöhnliche Abschluss einer durchwachsenen Saison. Also Ende gut, alles gut? „Ja, klar!“, antwortet er nun auf diese Frage. „Ich war ja komplett raus.“

Dabei begann die vergangene Saison für den 29-Jährigen sehr vielversprechend. Beim 4:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV in der ersten Runde des DFB-Pokals gehörte er zu den besten Spielern und bereitete zwei Treffer vor. Auch bei den ersten Spielen in der 3. Liga stand er in der Startelf.

Trainerwechsel bringt Vlachodimos zurück ins Spiel

Warum ihm Markus Kauczinski nach der ersten Ergebnis-Krise im Oktober dennoch das Vertrauen entzog und mehr oder weniger aus dem Kader strich, kann sich Vlachodimos bis heute nicht erklären. „Ich weiß es ehrlich gesagt selber nicht“, entgegnet er. Erst durch den Trainerwechsel von Kauczinski zu Alexander Schmidt bekam er wieder eine echte Chance.

Der neue Trainer stellte früh klar: „Über die Qualität von Vlachodimos brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. Ich kenne ihn schon jahrelang und weiß, was er kann.“ Schmidt war Trainer der U-19 bei 1860 München, als Vlachodimos in der A-Jugend des VfB Stuttgart kickte.

„Klar habe ich mich gefreut, ich wusste aber auch, dass ich nichts geschenkt bekommen werde“, erinnert sich der Offensivspieler. „Mir war klar, dass ich im Training Gas geben und in den Einsatzzeiten überzeugen muss. Das habe ich ganz gut gemacht und so auch das Vertrauen zurückgeschenkt.“

In den sechs Spielen unter Schmidt stand Vlachodimos immer auf dem Platz, dabei dreimal von Anfang an. Er erzielte zwei Treffer und bereitete das wichtige 1:0 vor gegen Duisburg, Schmidts erster Partie. „Das war das entscheidende Spiel. Dass wir da mit einem positiven Ergebnis rausgehen, war für uns und mich persönlich absolut positiv“, sagt Vlachodimos.

Begeistert vom der neuen Rolle, aber...

In diesem Spiel wurde er wie in den anderen fünf Spielen unter Schmidt im Angriff eingesetzt. Ist das die neue Rolle des Deutsch-Griechen? „Ich fühle mich dort super wohl“, sagt er und fängt an zu schwärmen: „Da habe ich meine Freiheiten, ich kann entgegenkommen, in die Tiefe gehen, nach rechts oder links ausweichen. Ich habe viele Freiheiten. Es ist eine Position, die mir liegt.“

Auch in den letzten beiden Testspielen gegen Pogon Stettin und Union Berlin wurde Vlachodimos als Stürmer eingesetzt. Dennoch stellt er klar: „Ich kann auch über links oder rechts kommen. Ich will variabel sein und der Mannschaft einfach da helfen, wo ich gebraucht werde. Wenn der Trainer sagt, du spielst im Tor, dann spiele ich im Tor.“

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