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Dynamos Torwart schimpft: Wie Jugendfußball verteidigt

Nach dem Pokal-Aus der Dresdner gegen den FC St. Pauli spricht Kevin Broll die Mängel deutlich an und fordert: Mehr den Brustmuskel wackeln lassen.

Von Sven Geisler
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Dynamos Torwart Kevin Broll (l.) rettet hier gegen Guido Burgstaller, aber der FC St. Pauli gewinnt in Dresden.
Dynamos Torwart Kevin Broll (l.) rettet hier gegen Guido Burgstaller, aber der FC St. Pauli gewinnt in Dresden. ©  dpa/Jan Woitas

Dresden. Der Torwart ist sichtlich angefressen. Nach Dynamos bitteren Pokal-Aus gegen den FC St. Pauli spricht Kevin Broll von "Jugendfußball". Er meint damit das Abwehrverhalten bei den Gegentreffern, der dritte in der Verlängerung war einer zu viel. Die Dresdner verpassen mit dem 2:3 am Mittwochabend trotz einer guten Leistung gegen den Zweitliga-Spitzenreiter das Achtelfinale. Raus mit Applaus?

"Wir haben gut gekämpft, gut geackert, sind viele Meter gelaufen", nennt auch Broll zuerst die positiven Dinge, "aber wir belohnen uns einfach nicht". Dafür hat der 26 Jahre alte Schlussmann zwei Gründe ausgemacht: "Nach vorn sind wir zu unpräzise und defensiv verteidigen wir nicht konsequent genug. Daran müssen wir arbeiten."

Auch der Trainer monierte die Gegentore, die "ein bisschen zu leicht" fallen. "Daran müssen wir arbeiten und präsenter sein", fordert Alexander Schmidt. So ähnlich hatte er das schon nach dem 0:3 am vorigen Samstagabend auf Schalke gesagt: "Hinten raus war ich natürlich sehr unzufrieden, dass wir noch die zwei Gegentore bekommen haben, weil es ein Unterschied ist, ob du unglücklich 0:1 verlierst oder es am Ende 0:3 steht. Das haben wir analysiert und festgestellt, dass wir es nicht so umgesetzt haben, wie es vorgegeben war."

"Wir dürfen und nicht schubsen und drücken lassen"

Das Problem waren die Standards - und doch ist es gegen St. Pauli wieder passiert, das zweite Tor fällt nach einem Freistoß. Broll kritisiert das Abwehrverhalten allgemein. "Da dürfen wir uns nicht schubsen und drücken lassen wie beim ersten Tor", schimpft er im Gespräch mit Dynamo-TV. "Da müssen wir einfach Mann sein und nicht wie Jugendfußballer verteidigen."

Nun müsse man am Samstag, 13.30 Uhr, im Heimspiel gegen den SV Sandhausen alles daran setzen, aus dem Abwärtsstrudel zu kommen. "Wir haben gesehen, dass wir spielerische Lösungen finden und es durchziehen. Darauf können wir aufbauen", meint Broll. "Wir müssen einfach vorn präziser sein und defensiv mal den Brustmuskel mehr wackeln lassen, dann sehe ich fürs Spiel gegen Sandhausen gute Chancen."

Dabei setzt der Torwart auch wieder auf die Unterstützung von außen. "Ich freue mich jedes Mal, wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen", sagt Broll, der sich allerdings auch fragt: "Ich weiß nicht, warum in Dresden nur die Hälfte reindürfen. Auf Schalke war die Arena fast ausverkauft. Von mir aus könnten hier auch gerne mehr da sein, dann brennt die Hütte richtig."

Allerdings waren bis Donnerstagmittag noch nicht einmal die Hälfte der möglichen 16.000 Tickets für die Partie gegen Sandhausen verkauft, obwohl Dynamo konsequent bei der 3G-Variante bleibt. Das hatte Geschäftsführer Jürgen Wehlend in seiner Bilanz nach dem Risikospiel auf Schalke erklärt.