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Weitere Anklagen nach Dynamo-Randale

Zwei Männer sollen Teil einer Gruppe gewesen sein, die Polizisten und eine Journalistin angegriffen hat. Beide sitzen bereits in Haft.

Polizisten räumen am 16. Mai Zäune vor dem Rudolf-Harbig-Stadion zur Seite, die als Barrikade bei der Randale genutzt worden.
Polizisten räumen am 16. Mai Zäune vor dem Rudolf-Harbig-Stadion zur Seite, die als Barrikade bei der Randale genutzt worden. © dpa-Zentralbild

Dresden. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft gegen einen mutmaßlichen Dynamo-Randalierer Anklage erhoben. Nun will die Ermittlungsbehörde zwei weitere Tatverdächtige vor Gericht bringen.

Zwei Männern im Alter von 23 und 30 Jahren wird unter anderem Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung in 182 Fällen sowie versuchte Körperverletzung in zwei Fällen zur Last gelegt. Die beiden Deutschen sollen beim Dynamo-Aufstiegsspiel am 16. Mai vorm Rudolf-Harbig-Stadion als Teil einer Gruppe geschlossen, aber auch einzeln gegen Polizisten und Einsatzfahrzeuge vorgegangen sein.

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Beide Männer einschlägig vorbestraft

Beamte seien durch Schläge und Tritte angegriffen worden. Insgesamt wurden 182 Kräfte verletzt, 163 von ihnen durch das Bewerfen mit Steinen und Flaschen, andere durch den Einsatz von Pyrotechnik. Auch Holzpfähle hätten sie geworfen. "Die Körperverletzungen führten zum Teil zu erheblichen Verletzungen wie Verbrennungen, offenen Schnittwunden, teilweisem Gehörverlust und bis zu zehntägigem Krankenhausaufenthalt", so die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Mit ihren Würfen hätten die Beschuldigten Polizeibeamte verletzten und ihnen Schmerzen zufügen wollen. An den 30 Dienstfahrzeugen entstand ein Schaden von rund 30.000 Euro.

Außerdem wurde eine Journalistin verbal bedroht und an den Kopf geschlagen. Ihre Kamera hätten die Beschuldigten durch Faustschläge zerstört.

Die zwei Männer sind bereits am 22. Juli festgenommen worden. Seither befinden sie sich in Untersuchungshaft. Sie hätten die ihnen vorgeworfenen Taten teilweise gestanden. Beide seien erheblich und auch einschlägig vorbestraft. Der 30-Jährige stand am 16. Mai unter Bewährung.

Das Landgericht Dresden muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden.

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Bei der Anklage, die die Staatsanwaltschaft vergangene Woche erhoben hatte, geht es ebenfalls um Landfriedensbruchs und Körperverletzung. Beschuldigt wird ein 20-Jähriger. Er soll ebenfalls Teil der Gruppe gewesen sein. (SZ/sr)

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