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Dynamos Corona-Appell: Bitte keine Fans!

Der Aufstieg steht fest, doch das letzte Spiel in Wiesbaden bevor. Weder dort noch in Dresden sollen sich Fans versammeln, auch nicht zum Empfang der Mannschaft.

Bis zu 5.000 Fans, so die Schätzungen, haben sich vergangenen Sonntag bei Dynamos Aufstiegsspiel in Stadionnähe versammelt. Das darf sich an diesem Wochenende nicht wiederholen, appelliert der Verein.
Bis zu 5.000 Fans, so die Schätzungen, haben sich vergangenen Sonntag bei Dynamos Aufstiegsspiel in Stadionnähe versammelt. Das darf sich an diesem Wochenende nicht wiederholen, appelliert der Verein. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Die Ansagen in der Pressekonferenz vor Dynamo Dresdens vorerst letztem Drittligaspiel am Samstag beim SV Wehen Wiesbaden sind unmissverständlich: ein neuer, bis 2023 datierter Vertrag für Trainer Alexander Schmidt, dazu das Ziel, nach dem Aufstieg nun mit einem Sieg auch die Drittliga-Meisterschaft perfekt zu machen und schließlich die Forderung, dass dies Dynamos Fans allein zu Hause feiern sollen.

"So schön der sportliche Erfolg für uns war, der vergangene Sonntag hat auch gezeigt, wie die Dinge nicht laufen sollen. Im Verein sind sich alle einig, die Offiziellen wie auch die Spieler, dass es in dieser Saison keinen Sinn macht, Dinge zu erzwingen, die einfach nicht möglich sind", sagt Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker, und er betont: "Ich appelliere daher an alle, vernünftig zu sein. Falls irgendjemand die Idee hat zu kommen, das hat jetzt keinen Sinn."

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Bei Dynamos Aufstiegsspiel am vergangenen Sonntag, als die Mannschaft mit dem 4:0-Heimsieg gegen Türkgücü München die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga besiegelte, hatten sich bis zu 5.000 Fans um das weiträumig abgesperrte Rudolf-Harbig-Stadion versammelt. Sie verfolgten zunächst friedlich das Spiel. Ab der zweiten Halbzeit kam es zunehmend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die dann eskalierten mit schwerer Randale.

Die sächsische Corona-Schutzverordnung verbietet Massenveranstaltungen mindestens bis Ende Mai. Daran erinnerte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Dienstag auch noch einmal, als er Dynamo besuchte und zum Aufstieg gratulierte.

Schon zweimal empfingen Fans die Mannschaft

Den Meinungen, dass mit Öffnung des Stadions oder einer Feier mit der Mannschaft vor dem Stadion die Eskalation hätte verhindert werden können, widerspricht er. "Nix da. Wir haben eine klare Vereinbarung: Fußball ist möglich, auch in Corona-Zeiten, während andere zu Hause bleiben müssen. Doch Voraussetzung sind Hygienekonzept und Sicherheit, und das heißt in diesem Fall keine Fans im Stadion und auch nicht vor dem Stadion", sagte Kretschmer.

Im Laufe der Saison hatten Fans die Mannschaft bereits zweimal bei der Rückkehr von erfolgreichen Auswärtsspielen in Dresden gefeiert. Nach dem 3:1 gegen Hansa Rostock am 22. November empfinden sie die Profis mit Pyrotechnik am Trainingszentrum, und nach dem 1:0-Sieg beim 1. FC Magdeburg Anfang Februar standen sie mit bengalischen Fackeln kilometerlang verteilt auf der B170 - minutenlang gefilmt aus dem Mannschaftsbus.

"Wir als Verein, und das ist uns wichtig, werden das nicht vergessen und diesen Aufstieg dann einfach nicht feiern", sagt Becker. Das Ziel sei, in drei, vier, fünf Wochen, wenn sich die Infektionslage weiter verbessert hat, sich neue Möglichkeiten bieten und die Mannschaft in die Saisonvorbereitung startet, etwas zu veranstalten. Nicht zuletzt, so Becker, verlange dies auch die Mannschaft. "Die Spieler wollen diesen Aufstieg mit den Fans unbedingt noch feiern, nur jetzt ist das unmöglich", erklärt der Sportchef.

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In einer emotionalen Ansprache hatte sich Marco Hartmann, seit 2013 im Verein und Dynamos dienstältester Spieler, bereits am vergangenen Sonntag nach dem Aufstiegsheimspiel via Twitter an die Fans gewendet und eine nachträgliche Aufstiegsfeier angekündigt. "Ich will will euch nichts versprechen, was wir nicht halten können. Aber diese Mannschaft und ihr und dieser Verein haben es verdient, dass dieser Aufstieg und diese Leistung gebührend gefeiert wird. Aber nicht heute, sondern zu einem guten Zeitpunkt, der nicht mehr so weit weg ist", sagte Hartmann.

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