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Wie Dynamo seinen Farbenstreit beendet

Dynamo bringt eine Kollektion in Blau heraus. Das sorgt für heftige Proteste der Fans. Nun gesteht der Verein: „Wir haben einen Fehler gemacht.“ Die Hintergründe.

Vor allem das blaue Dynamo-Logo störte viele Fans,. Nun ist klar, die Profis werden die blauen Hosen und Shirts nicht mehr tragen.
Vor allem das blaue Dynamo-Logo störte viele Fans,. Nun ist klar, die Profis werden die blauen Hosen und Shirts nicht mehr tragen. © Lutz Hentschel

Dresden/Heilbad Heiligenstadt. Dynamo trägt blau. Dieser Anblick sorgte in den vergangenen Tagen für viel Kritik bei den Fans. Deutlich wurde das beim ersten Testspiel der Vorbereitung vor einer Woche. Die rund 50 Zaungäste hatten zwei Spruchbänder mitgebracht: „Der größte Feind für unsere Reihn wird immer blau gekleidet sein“ und „Bis auch der letzte Wessi es peilt: In Dresden werden nur blaue Augen verteilt“.

Auch in den sozialen Netzwerken regte sich die schwarz-gelbe Anhängerschaft über die blaue Bekleidung auf. Seit Freitag ist klar, dass dieser Protest erfolgreich war. Die blaue Bekleidung kommt bei den Profis nicht mehr zum Einsatz. Das erklärte Geschäftsführer Jürgen Wehlend auf Nachfrage von Sächsische.de. „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber über unsere Vereinsfarben kann und wird es bei Dynamo keine Diskussion geben. Die sind aus gutem Grund in der Vereinssatzung festgeschrieben und nicht beliebig austauschbar“, sagte Wehlend nun tags darauf via Pressemitteilung des Vereins und stellte fest: „Eine blaue Kleidung als offizielle Ausstattung unserer Profi-Mannschaft passt nicht zu unserer Wertegemeinschaft.“

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„Die blaue Kleidungs- und Vereinsfarbe war ein Fehler“

Bereits am Freitag hatte Wehlend im Gespräch mit Sächsische.de diesen Schritt angekündigt. Eigentlich sollten die blauen Shirts und Hosen vor allem auf Reisen, etwa zu Auswärtsspielen oder Trainingslagern, getragen werden.

Auf der Vereinswebsite gesteht Wehlend nun: „Die Entscheidung, die zur Auswahl der Kleidungs-und Logofarbe in Blau geführt hat, war ein Fehler von uns. So offen und ehrlich muss man es auf den Punkt bringen. Wir haben die Situation schon beim Auswahlprozess Ende vergangenen Jahres nicht richtig eingeschätzt.“

Umso wichtiger sei es jetzt gewesen, die Entscheidung schnellstmöglich zu korrgieren. „Und somit auch die öffentliche Diskussion zu beenden. Wir können als Verein nur dann erfolgreich sein, wenn wir auf allen Ebenen sofort wieder an einem Strang und in eine gemeinsame Richtung ziehen.“

Für Wehlend gibt es keinen Hauptschuldigen

Doch wer hat nun Schuld an Dynamos Farbendilemma? Wehlend, der erst seit dem 1. Januar im Amt ist, kann die Kollektion nicht ausgewählt haben. Nach der Trennung von Michael Born im September 2020 übernahm Enrico Kabus interimsmäßig die Geschicke als kaufmännischer Geschäftsführer, zusätzlich zu seinem Posten als Leiter Finanzen.

Auch wenn Wehlend im Herbst 2020 noch nicht im Amt war, übernimmt er nun die Verantwortung. Die Frage nach einem Hauptschuldigen stelle sich für ihn nicht. „Weil es diese eine Person nicht gibt“, erklärte er und kündigte an: „Wir werden die Strukturen und Prozesse innerhalb unseres Vereins sowie im Zusammenspiel mit unserem Merchandising-Partner kritisch prüfen. Wir wissen, dass Fehler passiert sind. (...) Aber wir werden niemanden an den Pranger stellen, der Teil unserer Wertegemeinschaft ist.“

Den Aufsichtsrat nimmt Wehlend ausdrücklich in Schutz: „Er ist weder für das Merchandising zuständig noch für die getroffenen Entscheidungen verantwortlich.“

Heimtrikot soll bis zum Saisonbeginn eintreffen

Die Mannschaft wurde am Samstag mit einer neuer Teamkleidung in den Vereinsfarben Schwarz und Weiß ausgestattet, die bis auf Weiteres auch als Präsentationskleidung von den Dynamo-Profis getragen werden soll. Die überfälligen Lieferungen der aktuellen Dynamo-Kollektion des Ausrüsters Umbro sollen nach Angaben des Vereins nach und nach eintreffen.

Das neue Heimtrikot soll spätestens bis zum Mannschaftsfoto da sein. Bis dahin spielt das Team von Cheftrainer Alexander Schmidt weiter in den zur Verfügung stehenden weiß-weinroten Ausweichtrikots. Das neue Auswärtstrikot wird im August erwartet. „Bis es so weit ist, werden wir wohl oder übel weiter improvisieren müssen. Dafür bitten wir unsere Fans und Mitglieder ausdrücklich um Verständnis“, erklärte Wehlend.

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Die blaue Kollektion soll trotz allem weiterhin im Fanshop verkauft werden, um den wirtschaftlichen Schaden für Dynamo und Umbro möglichst gering zu halten. Wie der Verein mitteilt, bleibt es so jedem Dynamo-Fan selbst überlassen, ob er die Freizeitkleidung erwerben möchte.

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